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Barcelona und Nordkatalonien

Katalonien ist nicht Spanien! Die Katalanen legen Wert auf Eigenständigkeit, auf ihre besondere Kultur und eigene Sprache. Die rot-gelb gestreifte Flagge ist allgegenwärtig; das Spanische wird seit den 90er Jahren immer mehr aus dem öffentlichem Leben verbannt – der Nationalstolz scheint beinahe übertrieben. „Restspanien“ blickt ein bisschen neidisch auf die Region zwischen Pyrenäen und Mittelmeer, die wirtschaftlich hervorragend dasteht. Mit dem höchsten Prokopfeinkommen des Landes gilt Katalonien als die „Schweiz“ Spaniens. Geschäftstüchtig, fleißig und ordentlich seien die Katalanen, die Salvador Dalí schon mal als „Präzisionsirre“ bezeichnete. Der musste es wissen, pflegte er doch selbst gern sein katalanisches Image, trug Zipfelkappe und Bastschuhe, sprach und aß katalanisch, und die Landschaft Kataloniens ist aus seinen surrealistischen Bildern nicht wegzudenken.

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Unsere Studienreise folgt auch den Spuren des genialen Exzentrikers. Im ehemaligen Theater seiner Heimatstadt Figueres gestaltete Dalí sein Museum. Ein „gigantisches surrealistisches Objekt“, in dessen Torre Galatea er 1989 starb. Das Teatre-Museu Dalí ist heute der größte Publikumsmagnet der Region. Beschaulicher geht es auf Schloss Púbol zu, das der „Göttliche“ seiner Muse Gala zum Geschenk machte.

Barcelona, Kataloniens weltoffene Metropole, erfindet sich immer wieder neu. Auf Schritt und Tritt trifft man auf extravagante Architektur, vom schwungvollen Modernisme Antoni Gaudís, dessen Sagrada Familia seit über 120 Jahren Barcelonas berühmteste Baustelle ist, bis zum raketenartigen Agbar-Turm Jean Nouvels. In den 90er Jahren öffnete sich die Stadt zum Meer: Der prächtig herausgeputzte Hafenbereich mit seinen schicken Restaurantterrassen und  Strandcafés zählt heute zu ihren größten Attraktionen.
Im Barrio Gótico schlägt das mittelalterliche Herz der Stadt. Die Kathedrale erfreut mit herrlichen Schnitzereien. Überhaupt bietet Barcelona Kunstgenuss im Überfluss: Einzigartige romanische Wandmalereien aus kleinen Pyrenäenorten werden im Nationalmuseum bewahrt. Im Picassomuseum begegnet man dem erstaunlichen Frühwerk des Jahrhundertkünstlers. Und unter den schattigen Platanen der Rambles konkurrieren Jongleure, Pantomimen und Musikanten ums flanierende Publikum.

Erholung vom Großstadt-Trubel finden Sie in den mittelalterlichen Örtchen und romanischen Klöstern Nordkataloniens oder beim Lauschen des Knabenchores vom Montserrat. Und die Provinzhauptstadt Girona bezaubert mit ihrem wunderbar erhaltenen Altstadtkern, einem Labyrinth verwinkelter Gassen, umgeben von einer Stadtmauer aus Römerzeit.

Der Hirsch-Tipp:

„La Pedrera“, der Steinbruch, wird das letzte und berühmteste von Gaudís Mietshäusern genannt. Das gewaltige Eckhaus mit seiner wellenartigen Fassade gehört zum Weltkulturerbe. Die Dachterrasse gleicht mit ihren vielen Türmen und Kaminen einem fantastischen Skulpturengarten; auch eine Wohnung kann man besichtigen. Casa Milà, Passeig de Gràcia 92.

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