Veröffentlicht am Autor , Jennifer Burgard

Der Rhein von seiner entspannten Seite mit Nicko Cruises

Flusskreuzfahrt – den meisten kommt bei diesem Wort zuerst die klassische Donauschifffahrt in den Sinn. Wie viel auch andere Flüsse in Europa zu bieten haben, bleibt da oft außer Acht. Auf unserer Advents-Kurzreise von Köln nach Amsterdam möchten wir die Schätze entlang des Rheins kennenlernen.

In ca. 2,5 Stunden ist man mit der Bahn schnell in Köln. Da wir frühzeitig ankommen und das Schiff erst in ein paar Stunden ablegt, bleiben noch Zeit für die erste Stadterkundung.
Die Koffer sind kurzerhand in einem der Schließfächer am Bahnhof untergebracht und dann geht’s los zu Hauptattraktion und Wahrzeichen der Stadt – dem Kölner Dom, direkt gegenüber vom Hauptbahnhof.

Beeindruckende 157m ragen die beiden Glockentürme in den Himmel. Wer möchte, kann den Aufstieg über eine Wendeltreppe wagen – aufgrund der vielen Stufen aber nicht mit leerem Magen. Eine kleine Stärkung gibt’s zu dieser Jahreszeit gleich nebenan auf dem Weihnachtsmarkt am Dom.

Nachdem anschließend die 533 Stufen überwunden sind, wird man mit einem tollen Ausblick belohnt. Wer sich auf dem Weg nach oben eine kleine Pause gönnen möchte, kann nach etwa 2/3 der Strecke einen kleinen Abstecher machen und die Domglocken begutachten.

Weihnachtsmarkt am Dom

Auf- und Abstieg allein nehmen ca. 30 Minuten in Anspruch, oben angekommen, nehmen wir uns daher die Zeit den Blick über Köln und den Rhein ausgiebig und in vollen Zügen zu genießen. Auch unser Schiff, die MS River Art, können wir von hier oben bereits sehen, da sie nicht weit entfernt liegt.

Wieder festen Boden unter den Füßen schlendern wir noch etwas über den Weihnachtsmarkt und durch die Einkaufsstraßen der Innenstadt, bevor wir unsere Koffer abholen und vorbei am Musical Dome in nichtmal 10 Minuten gemütlich zum Schiff laufen.

Die River Art liegt schon in Sichtweite

Musical Dome Köln

Nach dem Check-In und Bezug der Kabinen steht im Salon schon eine kleine Stärkung in Form einer heißen Suppe für die Gäste bereit. Vor dem Ablegen gibt’s noch die obligatorische Sicherheitseinweisung und wenig später schon das Abendessen.
Dann heißt es nicht zu spät ins Bett, für den nächsten Tag gilt es ausgeruht zu sein, denn in Amsterdam gibt es viel zu sehen.

Direkt beim Aufstehen werden wir von der aufgehenden Sonne begrüßt zu werden, das schimmernde Wasser beschert uns somit einen perfekten Start in den Tag.
Nach dem Frühstück geht auch schon unser erster Ausflug los, mit einer kurzen Busfahrt zum Rijksmuseum. Wir erfahren bereits einiges über Amsterdam mit seinen berühmten Grachten und schon bevor wir aus dem Bus steigen, gibt’s noch eine Warnung unserer Reiseleitung:
Amsterdam ist berühmt für seine vielen Fahrradfahrer, die oftmals nicht sehr zimperlich sind – wir sollten also nicht auf den Fahrradwegen laufen und lieber dreimal nach rechts und links schauen, bevor wir diese kreuzen oder eine Straße überqueren!

Schon nach Verlassen des Busses stellen wir fest, dass das einfacher gesagt als getan ist: besonders im Winter sind die Radwege oftmals besser geräumt als der Gehweg für Fußgänger.
Nichtsdestotrotz kommen alle heil im Museum an und bei der folgenden ca 1,5 stündigen Führung erhalten wir einen Überblick über die hier ausgestellte Kunst. Da die Ausmaße des Museums den Rahmen der Führung allerdings sprengen würde, zeigt uns die Reiseleiterin vor allem Highlights wie ‚Die Nachtwache‘ von Rembrandt und ‚Das Milchmädchen‘ von Johannes Vermeer.
Danach bleibt noch ausreichend Zeit sich in den restlichen Gebäudeteilen eigenständig umzusehen und ein wenig über den Museumsvorplatz zu schlendern, auf dem man zu dieser Jahreszeit auch Schlittschuhlaufen kann.

Rijksmuseum
kostenloser Zeichenkurs im Foyer
„Die Nachwache“ von Rembrandt
„Das Milchmädchen“ von Vermeer

„Puppenhaus“ in Übergröße – anhand detaillierter Miniaturhäuser ersparten sich wohlhabende Bürger langwierige Hausführungen für Ihre Gäste

Museumsvorplatz mit winterlicher Eisbahn

Anschließend fahren die meisten für das Mittagessen mit dem Bus zurück zur River Art. Da sich Hunger bei uns in Grenzen hält, trennen wir uns hier von der Gruppe und sind schon in wenigen Minuten zu Fuß in der Innenstadt.

Auch in Amsterdam sind die Straßen natürlich weihnachtlich dekoriert, doch wer hier Weihnachtsmärkte erwartet, der irrt. Enttäuscht sind wir dennoch nicht, da uns die Kreuzfahrtleitung schon darauf vorbereitet und Amsterdam sowieso noch so viel mehr zu bieten hat.
Schon deutlich länger als Radfahrer prägen die ringförmig angelegten Kanäle, Hausboote und die vielen Brücken das Bild der Stadt bereits seit Jahrhunderten. Ein ausgedehnter Spaziergang durch die Gassen der Innenstadt ist da ein Muss. Bei vielen der alten Handelshäuser fragt man sich, ob diese tatsächlich mit einer gewissen Schieflage gebaut wurden oder ober wir nur einer optischen Täuschung unterliegen. Die zahlreichen kleinen Geschäfte laden zu ausgedehnten Shoppingtouren ein, aber auch Kultur- und Geschichtsinteressierte kommen im Anne-Frank-Haus und den vielen Museen auf ihre Kosten.

Ein Käsegeschäft darf in der Innenstadt natürlich auch nicht fehlen….
….und wer im Frühjahr Tulpen pflanzen will, kann sich hier reichlich eindecken
Für ihre Fahrradparkplätze haben die Niederländer allerlei kreative Ideen

Die Centraal Station weißt große Ähnlichkeit mit dem Rijksmuseum auf

Zum Abendessen sind wir dann zurück auf dem Schiff, doch auch danach ist der Tag noch nicht zu Ende. Eine Grachtenfahrt gehört wie kaum etwas anderes zu dieser Stadt, wir erleben sogar das Amsterdam Light Festival. Hierfür haben verschiedene nationale und internationale Künstler Lichtskulpturen entworfen, die entlang der gesamten Fahrtstrecke zu sehen sind.

Die River Art liegt nicht weit vom Hauptbahnhof
Unser Boot für die Grachtenfahrt heute Abend

Am späten Abend die niederländische Hauptstadt und fahren gegen den Strom wieder flussaufwärts Richtung Nijmegen.
Die Alte Hansestadt an der Waal (wie der Rhein hier heißt) liegt nur wenige Kilometer entfernt von der deutsch-niederländischen Grenze und ist heute mit über 33.000 Studenten eine der größten Universitätsstädte in den Niederlanden.
Unser geführter Rundgang startet direkt am Schiff. Erstmal bekommen wir eine kurze Unterweisung zum Ortsnamen und dessen richtiger Aussprache, die sich doch sehr von der Schreibweise unterscheidet.
Durch die direkte Lage am Flussufer ist die Unterstadt ständig von Überschwemmungen bedroht, daher spielt die alte Stadtmauer auch heute noch eine wichtige Rolle beim Schutz gegen Hochwasser.
Während unseres Spaziergangs erfahren wir, dass Nijmegen eine der ältesten Städte des Landes ist, deren Wurzeln sich bis in die Zeit der Römer zurückverfolgen lassen, aber auch welche Geschichte hinter den wunderlichen Fahrrädern mit blauem Vorderrad steckt.
Etwas versteckt liegt die Stevenskerk, die im 13. Jahrhundert erbaute Hauptkirche der Stadt. Da sie im Laufe der Zeit stetig erweitert wurde, sind in der Architektur heute verschiedene Baustile zu erkennen.

Im 2. Weltkrieg wurde die Stadt teilweise zerstört und viele Gebäude stark beschädigt, den Verlauf der Brandschneise von der Bombardierung 1944 können wir anhand von entsprechenden Markierungen auf dem Boden nachvollziehen.
Zum Glück sind dennoch viele der schönen alten Backsteingebäude erhalten geblieben oder sehr gut restauriert worden, sodass der Charme der Stadt erhalten geblieben ist. Aber auch modernere Architektur prägt das heutige Stadtbild und bildet einen schönen Kontrast zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Unser Rundgang endet im Valkhof-Park, in dem in Form der St.-Nikolaus-Kapelle und der sogenannten Barbarossaruine ein paar der ältesten Überreste der ehemaligen Königspfalz Nijmegen zu sehen sind.

Nach dem Rundgang und ausreichend Freizeit legen wir schon wieder ab, für einen schönen Abschluss der Schifffahrt sorgen ein letztes leckeres Abendessen und danach eine kleine Verabschiedung der gesamten Crew im Salon.

Doch mit der Ausschiffung am nächsten Morgen muss die Reise noch nicht zu Ende sein, immerhin hat Köln viel zu bieten und das Schiff liegt immerhin fast direkt vor dem Schokoladenmuseum von Lindt. Es heißt: ‚Schokolade macht glücklich‘ – wenn man also schon mal in Köln ist, sollte man es sich nicht entgehen lassen dieses auch zu besuchen, um diesem Sprichwort auf den Grund zu gehen. Gesagt, getan – schnell ist das Tagesprogramm beschlossene Sache.
Das Museum bietet Informationen aus vielen Bereichen zu den Themen Kakao und Schokolade. Von Infos über Herkunft, Anbau und Verarbeitung von Kakao, über die Zubereitung von Schokolade bis hin zur Geschichte der Schokoladenverarbeitung und der Firma Lindt. Hier kommt jeder auf seine Kosten, sei es nun beim Naschen aus dem Schokobrunnen oder bei der Kreation einer individuellen Schokoladentafel.

Produktionsstraße tausender kleinen Schokoladentäfelchen
mal kurz Naschen – geht einfach per Knopfdruck

Produktionsstraße….
…individuell kreierter Schokoladentafeln…

Direkt vor dem Museum ist ein weiterer der vielen Kölner Weihnachtsmärkte aufgebaut. Hier genehmigen wir uns einen letzten Happen bevor es dann endgültig nach Hause geht.
Auf der Rückfahrt lassen wir die Reise nochmal Revue passieren und können kaum glauben, dass die letzten 4 Tage so schnell vergangen sind. Insbesondere Amsterdam hat es uns angetan, daher ist eins sicher – es war zwar unser erster, aber sicherlich nicht unser letzter Besuch in dieser tollen Stadt!

Auch Sie möchten den Rhein oder einen anderen der europäischen Flüsse von der entspannte und geruhsame Art und Weise erleben? Kein Problem, gerne beraten wir sie zu allen Zielen, die mit einer Flusskreuzfahrt zu erreichen sind.
Wenn Sie eine Stadt oder ein Land intensiver kennenlernen möchten, dann finden wir auch die passende Hirsch Reise für Sie, wie z.B. unsere Städtereise nach Amsterdam: https://www.hirschreisen.de/reise-buchen/reise/amsterdam-1/