Marokko zur Mandelblüte

Wir nehmen den letzten Bus nach Casablanca.

Naja, nur zum Flugzeug, das uns in etwa vier Stunden an die bekannte Stadt am Atlantik bringt. Innerhalb von zehn Tagen werden wir im Rahmen einer kleinen Gruppenreise (12 Personen) das Land Marokko in seiner Vielseitigkeit kennenlernen.

Bei der Royal Maroc Air wird überraschenderweise noch warmes Essen während des Flugs serviert, das meine Mutter und mich schon einmal positiv auf die Reise einstimmt.

Valencia von oben

Spätabends landen wir in Casablanca, das Programm startet am nächsten Tag.

Zuerst besichtigen wir die imposante Moschee Hassan II., die 1986-1993 erbaut wurde. Sie ist die größte Moschee des Landes, liegt direkt am Atlantik und verfügt über das zweithöchste Minarett der Welt.

Im Anschluss fahren wir nach Rabat, seit 1912 die Hauptstadt Marokkos. Zuerst werfen wir einen Blick auf den Königspalast.

Danach fahren wir weiter zum Hassan-Turm und zum Mausoleum von Mohammed V., die sich gegenüber stehen. An den Eingängen sind jeweils zwei Reiter postiert.

Das Mittagessen nehmen wir in einem Restaurant am Flussufer ein, dann besichtigen wir einen Teil der Altstadt.

Am Abend, schon in der Dunkelheit, kommen wir in Chefchaouen an, der Flair dieser blauen Stadt lässt sich bereits erahnen. Zum Abendessen gibt es landestypische Suppe und Tajine, die sehr gut schmeckt. Der frisch gepresste Orangensaft rundet den Genuss ab.

Am nächsten Tag erkunden wir diese ungewöhnliche Stadt und steigen auf den benachbarten Hügel, um das Panorama (und die Sonne) zu genießen.

Dann geht es weiter – zuerst zur römischen Ausgrabungsstätte Volubilis, die besonders für ihre gut erhaltenen Mosaiken bekannt ist.

Im Anschluss geht es weiter nach Meknès, die nächste Königsstadt. Hier besichtigen wir das Mausoleum von Moulay Ismail und unternehmen einen kurzen Spaziergang durch die Innenstadt.

Abends kommen wir in Fès, der ältesten Königsstadt Marokkos, an. Wir essen in unserem Riad, da die Medina schnell unübersichtlich werden kann.

Am nächsten Morgen lernen wir die Stadt kennen, die wichtigsten Gebäude zeigt uns unser Reiseleiter erst einmal von oben.

Wir statten auch dem Königspalast einen kurzen Besuch ab, hier ist es trotz der frühen Uhrzeit schon voll.

Nun unternehmen wir einen Spaziergang durch das jüdische Viertel und werfen einen Blick in die Synagoge.

Nun begeben wir uns in die Tiefen der Medina…wir sind positiv überrascht, dass es hier wirklich noch (jedes) Handwerk gibt.

Bei einer Genossenschaft mit Ledergeschäft können wir einen Blick auf die Bottiche zum Gerben und Färben des Leders werfen. Anschließend wird uns noch erklärt, wie man echtes Leder erkennt – ein Feuerzeug ist z.B. ungefährlich.

Nun besichtigen wir eine ehemalige Koranschule, die reich verziert ist.

Die Qarawīyīn-Moschee dürfen nur gläubige Muslime betreten, daher schauen wir lediglich einmal durch die massiven Tore hindurch in den Innenhof.

Auf Wunsch der Reiseteilnehmer fahren wir noch in eine Mosaikwerkstatt, in der uns die Arbeitsschritte erklärt werden.

Nun steht die längste Etappe der Reise an, unser Ziel ist die Wüstenstadt Merzouga. Die Marokkaner freuen sich über den Regen und wir uns über den Schnee, der uns dann im Gebirge erwartet, denn damit hatten wir nicht gerechnet.

Im Ziz-Tal hingegen erwarten uns Oasen entlang des Flusses, dort machen wir auch unsere Mittagspause.

Abends kommen wir endlich in Merzouga an. Für den anstehenden Kamelritt binden wir uns alle noch einen Turban, da es windet und wir uns vor dem Sand schützen möchten.

Am nächsten Morgen erwartet uns ein wunderschöner Sonnenaufgang.

Dreht man sich einmal um, ist die andere Seite bereits erhellt, wenn auch noch lange Schatten über den Dünen liegen.

Über die Straße der Kasbahs gelangen wir zuerst in die Todra-Schlucht.

Wir fahren weiter zur Dades-Schlucht, in der viel weniger los ist. Vielleicht auch, weil hier gar keine großen Busse hinkommen.

Unser Hotel liegt in Boumalne und ermöglicht uns einen Blick auf die Landschaft beim Sonnenuntergang.

Weiter geht es durch das Tal der Rosen, wo wir auf Wunsch der Reiseteilnehmer halten, um eine Rosenwassermanufaktur zu besuchen.

Danach geht es weiter, an Ouarzazate vorbei, nach Ksar Ait Benhaddou. Hier schlängeln sich auch in der Nebensaison die Touristen bereits aneinander vorbei.

Die Stadt ist vor allem als Filmkulisse bekannt, u.a. von „Gladiator“ oder „Game of Thrones“.

Über die Tizi n’Tichka-Passstraße fahren wir weiter….

…. und machen noch einen kurzen Stopp bei einer Frauenkooperative, die Produkte mit Arganöl aus Essouira verkauft – auch das wieder auf Wunsch der Reiseteilnehmer.

Bei unserer letzten Pause können wir noch einmal das wunderschöne Panorama bewundern.

Am Abend kommen wir in Marrakesch an und spazieren zum Gauklerplatz, der uns mit seinem Trubel in den Bann zieht. Die Mitarbeiter der vielen Garküchen buhlen um jeden Gast und dennoch bleibt Zeit, auf Deutsch herumzualbern.

Am folgenden Morgen besichtigen wir den Bahia-Palast, der erst im 19. Jahrhundert erbaut wurde und mit facettenreichen Dekorationen aufwartet.

Im Anschluss laufen wir zu den Saaditen-Gräbern, eine bedeutende Nekropole aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Wenige Meter entfernt kehren wir für ein Gewürzseminar ein, bei denen uns ein Heilpraktiker mehr zu den lokalen Pflanzen erzählt. Die meisten aus unserer Reisegruppe nutzen die Chance und decken sich mit allem ein, was man für die heimische Küche und die Gesundheit benötigt.

Danach spazieren wir noch durch die Souks der alten Medina, die etwas Schatten spendet. Der Nachmittag ist frei.

Wir nutzen die Zeit, um uns auf die Suche nach Souvenirs zu machen – am Ende haben wir Postkarten, Datteln und Orangen gekauft.

Das letzte Abendessen findet in einem Restaurant mit Blick auf die Koutoubia-Moschee statt. Viele haben sich statt landestypischer Küche eine Pizza bestellt, ich bleibe meiner vegetarischen Tajine treu – einfach aus Prinzip.

Die Verabschiedung von unserem Reiseleiter Hamou und den anderen Reiseteilnehmern ist sehr herzlich.

Nach einem frühmorgendlichen kleinen Frühstück fahren wir an den Flughafen und treten die Heimreise an.

Schon am nächsten Morgen merke ich, wie sehnlich ich Marokko vermisse.

Julia Rößler

ist froh, dass das Schicksal sie nach Marokko gebracht hat – sonst hätte sie was verpasst. Das Kamelreiten bereitet ihr allerdings immer noch Kopfzerbrechen, weil es aus tierethischer Sicht eigentlich nicht vertretbar ist.

Das Land hat es ihr jedoch mit seiner Vielseitigkeit und den herzlichen Bewohnern angetan.

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