Veröffentlicht am Autor , Anna Zoch

Schwedisch Lappland im März

Am 06. März startete der Bustransfer von Hirsch Reisen bei sehr ungemütlichem, nasskaltem und windigem Wetter von Karlsruhe zum Flughafen nach Stuttgart. Voller Vorfreude auf eine traumhafte Winterwunderlandschaft und nach einer reibungslosen Fahrt am sehr frühen Morgen haben alle zum Charterdirektflug mit Eurowings nach Arvidsjaur eingecheckt. Pünktlich sind wir gestartet, und sogar vor der geplanten Ankunftszeit gelandet: Vom Rollfeld ging es dann in die kleine Ankunftshalle: das Warten auf die Koffer dauerte nicht lange. Und dann ging es im schwedischen Reisebus ca. 2,5 Std. von der Kleinstadt Arvidsjaur nach Jokkmokk, durch die letzte Wildnis Europas mit scheinbar endlosen Straßen durch die winterliche Waldlandschaft… Kurz vor Jokkmokk liegt der Polarkreis, ein Stopp hier ist ein absolutes Muss!!

Unser Hotel in Jokkmokk

Nach kurzer Fahrt erreichten wir das sehr gemütliche Kleinstädtchen Jokkmokk, das in Schweden für seine offene, internationale Atmosphäre und vor allem durch die sehr lange Tradition als Winterlager der indigenen Bevölkerung der Sami mit seinem berühmten Wintermarkt bekannt ist!

Spaziergang am See in Jokkmokk
Alte Kirche in Jokkmokk

Von Jokkmokk aus fuhren wir zur nahe gelegenen Rentierfarm der Familie Länta: Inmitten der zahmen und wunderschönen Rentiere haben wir diese gefüttert, gestreichelt und fotografiert. Und dann ging es in ein traditionelles Samizelt, dem „Laavo“, in dem wir mit einem speziellen Samikaffee und einem traditionellem Mittagsessen aus Rentierfleisch verköstigt wurden… Mmmmh, sehr lecker! Gebannt lauschten wir dann gut gestärkt den mitreißenden Erzählungen von Helena über die Traditionen ihrer Familie und den aktuellen Bedingungen der Rentierzüchter in Schweden, die einen Spagat zwischen der Bewahrung ihrer Traditionen und den Anforderungen der Moderne zu meistern haben!

Vertieft wurde das Thema „Kultur der Sami“ und auch der Bergwelt „Laponia“, die von der UNESCO zum Welterbe ernannt wurde, mit dem Besuch des sehr empfehlenswerten Aijjte-Museums. Und auch der Besuch der Zinnmanufaktur „Jokkmokks Tenn“ hat zur Ergänzung zum Thema „Kultur und Traditionen der Sami“ beigetragen: wichtig ist den Sami bis heute, zur Abwehr von bösen Einflüssen, Schmuckelemente an der Kleidung aus Silber oder aus Zinn zu tragen!

Helena Länta, Rentierfarm

Bei Spaziergängen rund um Jokkmokk haben wir die sehr gute Winterluft und einen fantastischen Ausblick vom Hausberg Storknabben genossen. Das war für uns dann auch eine „Tatortbesichtigung“: Aus dem von einer ausgewanderten süddeutschen Autorin (gebürtig aus Heilbronn) geschriebenen Jokkmokk-Krimi „Totenleuchten“ habe ich am Abend vorgelesen.

Ausblick Storknabben über Jokkmokk

Ein weiterer besonderer Programmpunkt war das Treffen mit der charismatischen Eva Gunnare: Sie ist eine gebürtige Stockholmerin, die in Lappland ihr persönliches Paradies gefunden hat. Mit der Veranstaltung „Lappland mit allen Sinnen“ hat sie uns mitgenommen auf eine Reise durch die 8 Jahreszeiten Lapplands, die sie uns mit Bildern, ungewöhnlichen kulinarischen Spezialitäten und auch mit akustischen Beiträgen näher gebracht hat.

Ein sicherlich absolutes Highlight für jeden Reisenden in Lappland war dann die Hundeschlittenfahrt: verbunden mit einem Stopp an der Stromschnelle „Storforsen“ bei herrlichstem Fotolicht haben alle die Schlittenfahrt mit den sehr Hunden genossen! Füttern, Streicheln und ein ausgiebiges Fotografieren der Hunde war möglich, anschließend gab es ein rustikales Mittagessen in der gemütlichen Holzhütte am Feuer…

Stromschnelle Storforssen

Von Jokkmokk aus ging es dann auch noch in die nördlichste Stadt Schwedens, in das von einem der größten Eisenerzbergwerken geprägte Kiruna, das sich zur Zeit im Umzug befindet. Gehalten haben wir an der sehr sehenswerten Holzkirche, die architektonisch von einem Samizelt, von nordischer Holzarchitektur und von Jugendstilelementen geprägt und inspiriert ist. Nach nur kurzer Weiterfahrt kamen wir in Jukkasjärvi an einer weiteren sehenswerten Holzkirche an: es ist die älteste der Region (von 1608) und birgt ein sehr interessantes Holzaltarbild mit eindrücklichen Szenen aus dem Leben des „Samimissionars“ Lars Levi Laestadinanus. Der war der Begründer einer religiösen Erweckungsbewegung, die bis heute in der Region vorherrscht. 

Holzkirche in Kiruna

Und dann kam der Besuch des weltberühmten ICEHOTELS: Wir bestaunten die von renommierten Künstlern aus aller Welt geschaffenen Traumwelten und Luxussuiten aus Eis! Es war faszinierend und überwältigend und ein einzigartiges Erlebnis, dem kein Fernsehbericht nur annähernd gerecht wird.

Auch wenn es leider nur wenigen, bis spät abends ausharrenden Gästen vergönnt war, dann auch noch das Polarlicht zu sehen, das leider jedoch nur sehr schwach und kaum mit bloßem Auge wahrnehmbar war, sind doch beide Reisegruppen mit vielen sehr schönen Erlebnissen rund um den Polarkreis und mit vor allem wunderbaren Begegnungen mit den Menschen vor Ort wieder unversehrt nach Deutschland zurück gekehrt!

Vielen lieben Dank an meine zwei wunderbaren Reisegruppen von „Hirsch Reisen“ im März 2020 in schwedisch Lappland!! Herzlichst grüßt Anna Zoch und freut sich auf ein Wiedersehen!