Veröffentlicht am Autor , Sabine Ebert

„Die schönste Seereise der Welt“

 

Hurtigruten: Von Bergen nach Kirkenes und zurück

1.Tag: Anreise ab Frankfurt nach Bergen

Lange hatten wir uns auf diese Reise gefreut und endlich war es soweit. Nach einem angenehmen Flug mit KLM über Amsterdam nach Bergen brachte uns der Transferbus zu unserem Schiff, der MS NORDNORGE. Check-In gegen 18.00 h. Nach einer kurzen Sicherheitseinweisung gingen wir an Bord.

MS Nordnorge

Bis das Gepäck in die Kabine ankam, nahmen wir zuerst einmal zum Abendessen im Restaurant Platz. Am ersten Abend gab es ein Buffet mit freier Sitzplatzwahl. Ab dem 2. Abend wurde dann das Abendessen als Menü serviert. Da die Getränke an Bord nicht im Reisepreis inklusiv waren, wurden auf dem Schiffe verschiedene Getränkepakete (Wasser-, Bier- und Weinpaket) angeboten. Nach dem Abendessen fand eine Informations-Veranstaltung mit dem Bord-Reiseleiter statt, bei der viele offene Fragen wie z.B. Buchung von Ausflügen, Zahlungsmöglichkeiten an Bord usw beantwortet wurden.


 2.Tag: Ausflug Geirangerfjord mit Bus Ausflug und Abendessen in Molde.

Heute ging die Reise zum ersten Höhepunkt – dem Geirangerfjord und damit ca. 100 km ins Landesinnere. Die MS Nordnorge war das letzte Schiff, das vor dem Winter noch in den Fjord einfuhr. Das Wetter meinte es besonders gut mit uns. Bei strahlend blauem Himmel und Temperaturen über 20 Grad konnten wir die großartige Landschaft an Deck genießen.

Weg zum Geiranger-Fjord
Weg zum Geiranger-Fjord
7 Schwestern
7 Schwestern

Am Ende des Fjords wurden alle Gäste, die diesen Ausflug gebucht hatten, mit einem Tenderboot abgeholt und zum Ort Geiranger zum Bus gebracht.

Geiranger Fjord
Geiranger Fjord

Wir starteten unseren Ganztagesausflug, der uns über elf Haarnadelkurven und zwölf Prozent Steigung zu den Trollstigen (einem alten Handelsweg) und zum 850 m hoch gelegenen Aussichtspunkt auf der Passhöhe führte.

Ausblick Geierangerfjord
Ausblick Geierangerfjord
Westnorwegen
Westnorwegen
Trollstigen
Trollstigen

Unser Reiseleiter verstand es, die eindrucksvolle Landschaft mit vielen  Informationen über Land und Leute zu verbinden. Am Ende der abwechslungsreichen Fahrt erreichten wir am drühen Abend die Fähre nach Molde und konnten nach dem Abendessen in einem Hotel, unsere Reise mit der MS Nordnorge fortsetzen.


3. Tag Trondheim

Am Morgen legten wir in der alten Königsstadt Trondheim an. Da wir die Stadtrundfahrt auf der Rückreise gebucht hatten, konnten wir hier 2 Stunden die Stadt auf eigene Faust erkunden. Bei wunderschönem Wetter konnte man die alten Speicher Häuser auf Pfählen errichtet am Fluss Nid sehen. Ein kleiner Teil alter Holzhäuser die vom letzten Brand gerettet werden konnten wurden restauriert.

Speicherhäuser in Trondheim
Speicherhäuser in Trondheim

 

Trondheim
Trondheim

Wir setzten unseren Gang durch den Stadtteil Møllenberg fort. Hier fanden wir viele traditionelle Holzhäuser mit schön gepflegten Rosengärten.

Holzhäuser in Trondheim
Holzhäuser in Trondheim

Punkt 12:00 Uhr legte unser Schiff wieder ab und es ging weiter in Richtung Polarkreis über Rørvik.

Unterwegs nach Norden
Unterwegs nach Norden

Am Abend erlebten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang bei bestem Wetter mit sehenswerten Kontrasten und wunderbaren Farben.

Sonnenuntergang
Sonnenuntergang

4.Tag Polarkreis und Lofoten

Am frühen Morgen überquerten wir den Polarkreis.  Mit einem Glas Champagner für die Frühaufsteher wurde auf Deck 7 angestoßen. Nach dem Frühstück gab es dann die offizielle Polarkreistaufe für jenen Nordland-Neuling. Jeder Gast wurde in einer offiziellen Zeremonie mit einer Kelle Eiswasser in den Kragen in den Kreis der Polarfahrer aufgenommen und erhielt dazu ein Zertifikat.

Polartaufe
Polartaufe

Nächster Halt war in Bodø die Stadt der Seeadler. Selbst hier erreichte das Thermometer 25 Grad. Anschließend folgte die 4-stündige Fahrt über das offene Meer zu den Lofoten. Am späten Abend Fahrt durch den Raftsund und danach erreichten wir die Vesterålen. Bedingt durch die ruhige See und das schöne Wetter, nutze der Kapitän die Gelegenheit als besonderen spätabendlichen Höhepunkt (23.00 Uhr) in den Trollfjord einzufahren. Der Trollfjord ist ein kleiner Fjord der am versteckt liegenden Eingang nur 100 m breit ist und dessen Felswände beidseits bis zu 1000 m in die  Höhe reichen. Aufgrund der Enge des Fjordes zählt er zu den navigatorisch anspruchsvollsten Passagen der Hurtigrute.


5. Tag Tromsø – Das Tor zum arktischen Meer

Nach unserer Ankunft in Tromsø am Mittag hatten wir ein bisschen Zeit und machten uns zu Fuß auf den Weg zur bekannten Eismeerkathedrale. Über die „Bruvegen“ eine große Brücke von der aus man einen fantastischen Blick über den Tromsøfjord und die Stadt hat, erreichten wir die Kathedrale. Ihre äußere Form erinnert an übereinander geschobene Packeisplatten mit einem wunderbaren 140 qm großen bunten Glasfenster auf der Rückwand. Aufgrund der tollen Akustik finden hier regelmäßig Mitternachts-Konzerte statt. Zurück am Hafen besichtigten wir das Polarmuseum mit Original-Exponaten, Kleidungsstücken und Utensilien zu den Expeditionen von Fritjof Nansen und Roald Amundsen in Arktis und Antarktis.

Eismeerkatedrale Tromso
Eismeerkathedrale Tromso

 

Eismeerkathedrale
In der Eismeerkathedrale
Der hohe Norden
Der hohe Norden

6 . Tag Nordkap

Dieser Tag war der zweite Höhepunkt unserer Reise. Bei blauem Himmel und bester Sicht begann  unser Ausflug per Bus zum Nordkap in Honningsvåg.
Bei der Fahrt durch die karge Landschaft zum Besucherzentrum am Nordkap begegnen uns die ersten freilaufenden Rentiere.

Unterwegs zum Nordkap
Unterwegs zum Nordkap

Wir machten Fotos an der berühmten Erdkugel und mit Blick auf das Polarmeer bei bester Sicht. Im Besucherzentrum wurde uns ein Dokumentarfilm über das Nordkap im Wandel der Jahreszeiten gezeigt. Auf der Rückfahrt zum Schiff hatten wir noch einen Stopp bei einer sämischen Familie, die Rentiere hielten.

Nordkap
Nordkap
Am Nordkap
Am Nordkap

Am frühen Nachmittag ging die Reise weiter, diesmal durchs offene Meer und etwas unruhigen Seegang.

Helnes
Helnes

7. Tag Kirkenes und Vardø

Mit der Ankunft in Kirkenes hatten wir den Wendepunkt der Hurtigrute erreicht. Nur 15 km trennten uns hier von der russischen Grenze. Wir erkundeten die Stadt zu Fuß. Wie man an den Autokennzeichen erkennen konnte, arbeiten in Kirkenes viele russische Arbeiter in den örtlichen Eisenerz Bergwerken.
Im 2. Weltkrieg war Kirkenes durch 400 Luftangriffen fast völlig zerstört und dann wieder aufgebaut worden.

Kirkenes
Kirkenes

Erster Stopp auf der Rückfahrt war am späten Nachmittag in Vardø. Der Ort ist östlichste Siedlung Norwegens und man schien am Ende der Welt angekommen zu sein. Hier besichtigten wir eine Gedenkstätte zu Hexenverbrennungen im 17. Jahrhundert.

Hexen-Gedenkstätte
Hexen-Gedenkstätte

 


8. Tag Zurück nach Westen

Wir erreichten Hammerfest, die nördlichste Stadt Norwegens. Im Rahmen einer Stadtrundfahrt fuhren wir zu einem Aussichtspunkt mit wunderbarem Blick über die Stadt.  Im Hintergrund sichtbar ist eine Insel auf der sich die weltgrößte Anlage zur Flüssiggas-Herstellung befindet. Hier wurde uns die Bedeutung von Gas und Öl für die norwegische Wirtschaft bewusst.

Hammerfest
Hammerfest

Bekannt ist Hammerfest auch als Standort der Meridiansäule zum Gedenken an die Erdvermessung im 19. Jahrhundert.

Meridiansäule
Meridiansäule

Anschließend fuhren wir weiter Richtung Südwesten bis Tromsø.


9. Tag Vesterælen und Lofoten

Leider hatten wir heute ausnahmsweise kein schönes Wetter. Die auf der Hinfahrt in der Abenddämmerung noch sichtbaren steilen Berghänge der Vesterælen waren in den Regenwolken verschwunden.

Lofoten
Lofoten

Trotz des schlechten Wetters  waren wir an Deck, als die MS Nordnorge durch den engen Raftsund fuhr, der die Inselgruppen der Lofoten und Vesterælen voneinander trennt. Nur wenige Meter Wasser trennten den  Schiffsrumpf und das Ufer in der engen Passage.

Vesteraelen
Vesteraelen

Wegen des starken Windes und Regens war die erneute Einfahrt in den Trollfjord leider nicht möglich und auch alle Ausflüge auf den Lofoten wurden abgesagt. In Stockmarknes hatten wir zwei Stunden Aufenthalt und besichtigten das Hurtigruten-Museum. Hier wurden Sammlungsstücke der Hurtigruten-Rederei seit dem Gründungsjahr 1881 zusammen mit Informationen über die traditionsreiche Geschichte zusammengetragen und wir konnten die 1924 gebaute MS Finnmarken besichtigen, die einen Einblick in Schiffsreisen früherer Jahre bot, als Hurtigrute ein allgemeines Verkehrsmittel für Jedermann war.

Hurtigruten-Museum
Hurtigruten-Museum

In Svolvaer besuchten wir am frühen Abend das Lofoten Kriegsmuseum. Sammelstücke aller Art über die Zeit des 2. Weltkriegs wurden hier präsentiert. Für jeden Geschichts-Interessierten fanden sich viele Details, sowohl aus Deutscher als auch aus Englischer und Amerikanischer Sicht.


10. Tag Polarkreis

Heute überquerten wir den Polarkreis in südlicher Richtung. Passagiere, die dieses Ereignis auf dem Hinweg verpasst hatten, erhielten im Rahmen einer kleinen Zeremonie als Überraschung einen Löffel Lebertran. Leider war auch heute das Wetter von Regen geprägt und wir blieben im Schiff. Der Berg Torghatten mit dem 35 m hohen Loch war leider wegen der Wolken nicht zu sehen. Am Nachmittag nutzten wir den Stopp in Bronnøysund zu einem kurzen Landgang.


11. Tag Trondheim und Kristiansund

Am frühen Morgen erreichten wir wieder Trondheim und nahmen diesmal an einer Stadtrundfahrt mit Führung durch den Nidaros-Dom teil.

Nidaros Dom
Nidaros Dom

Der Dom, Krönungskirche der norwegischen Könige und größte Steinkirche Skandinaviens, ist ein Bau mit gewaltigen Ausmaßen. Wir wurden von einer mittelalterlich gekleideten Führerin begrüßt, die uns voller Leidenschaft durch “ die schönste Kirche der Welt“ führte. Nach dem Vorbild der gotischen Kirchen in England und Nordfrankreich besticht der Dom durch hohe Rundbögen und eine große Rosette. Nach mehreren Bränden waren die vormaligen Holzdecken durch höhere Steindecken ersetzt worden. Wie bei vielen europäischen Kirchen sind auch hier mehrere Baustile gemischt vorhanden. Anschließend wurde die Stadtrundfahrt fortgesetzt und wir gelangen gegen Mittag wieder auf das Schiff. Nun begann die letzte Etappe Richtung Süden. Am späten Nachmittag erreichten wir Kristiansund mit einem kurzen Stopp.

Kristiansund
Kristiansund
Sonnenuntergang bei Molde
Sonnenuntergang bei Molde

 


12. Tag Bergen – Ende der Reise und Rückflug

Der letzte Tag führte uns wieder durch die Landschaft der Schären und am Ende nach Bergen, dem südlichen Endpunkt der Hurtigrute. Heute hieß es Abschied nehmen, denn hier endet unsere Schiffsreise.

Stopp im Hafen
Stopp im Hafen

Der Fahrplan wurde penibel eingehalten. Das Essen an Bord war immer von bester Qualität, alles war frisch zubereitet und es wurde Wert auf die Beschaffung bei regionalen Anbietern gelegt. Für jemanden, der Ruhe sucht und den Alltag vergessen möchte, ist dies der richtige Ort. Aus unserer Sicht war es wie eine Schiffsreise durch die Alpen.
Wir haben eine Vielzahl interessanter Menschen kennengelernt und übereinstimmend festgestellt, dass es sich bei der Reise mit der MS Nordnorge eben nicht um eine klassische Kreuzfahrt sondern um eine komfortable Reise durch die Küstenlandschaft Norwegens handelt, in einem kleineren, komfortablen Schiff mit ca. 400 Passagieren und der zugehörigen Gemütlichkeit.

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Die schönste Seereise
Die schönste Seereise