Veröffentlicht am Autor , Jana Heundorf

Kolumbien

„Das Leben ist nicht das, was man gelebt hat, sondern das, woran man sich erinnert und wie man sich daran erinnert – um davon zu erzählen.“

Gabriel García Márquez, kolumbianischer Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger

Von zahlreichen Berichten über dieses spannende Land angelockt machten wir uns im Februar 2018 auf den Weg nach Kolumbien. Die Air Europa brachte uns über Madrid über den Atlantik, im Dreamliner erreichten wir die Hauptstadt Bogotá. Den ersten Tag nutzen wir für eine erste Erkundung: Wir spazierten zur Plaza de Bolivar, zentraler Platz der Stadt aus dem 16. Jahrhundert, und besuchten anschließend das Botero-Museum. Der kolumbianische Künstler Fernando Botero ist für seine pummeligen Menschen, Tiere und Gegenstände bekannt. Das Museum, das in einem hübschen Haus mit schönem Innenhof untergebracht ist, beherbergt Bilder und Statuen hauptsächlich von Botero, aber auch von anderen Künstlern. Weiter spazierten wir durch das Viertel Candelaria und sahen schöne Gebäude und kunstvolle Graffitis.

Plaza Bolivar
Museo Botero
Skulptur im Museo Botero

Anschließend fuhren wir mit der Bahn auf den Hausberg Montserrate. Der 3152 m hoch gelegene Berg bietet eine fantastische Aussicht über die Stadt und zeigt ihre Dimensionen. Am nächsten Tag besuchten wir das Goldmuseum. Das Museum stellt hauptsächlich präkolumbische Stücke aus Gold aus, die Sammlung gilt als größte ihrer Art.

Montserrate
Aussicht vom Montserrate
Goldmuseum

Unser nächstes Ziel war die quirlige, farbenfrohe Stadt Cartagena an der Atlantikküste: Karibikflair pur! Beim Bummel durch die koloniale Altstadt (UNESCO-Weltkulturerbe) konnten wir uns nicht sattsehen an hübschen Gebäuden in Pastelltönen, eindrucksvolle Fotomotive reihen sich aneinander. Auf der Plaza Santo Domingo begegneten wir erneut einer Statue von Botero: „Gertrudis“ räkelt sich vor der Kathedrale San Pedro Claver. So bunt wie die Altstadt war auch die Auswahl an frischem Obst, das in der ganzen Stadt von Händlerinnen in ebenso farbenprächtigen Kleidern angeboten wird.

Am Hafen genossen wir den Sonnenuntergang. Gewohnt haben wir im früher verrufenen, heute sehr angesagten Stadtteil Getsemani mit vielen Restaurants und Bars. Am nächsten Tag spazierten wir zum Castillo de San Felipe de Barajas und erkundeten die historische Festungsanlage ausgiebig.

Castillo de San Felipe de Barajas

Von Cartagena aus kann man Tagesausflüge zu den vorgelagerten Inseln „Islas del Rosario“ unternehmen. Wir entschieden uns für einen längeren Aufenthalt inklusive Übernachtung auf einer der Inseln – Entschleunigung pur ohne Internet und Elektrizität. Vom Steg vor unserer kleinen Unterkunft konnten wir direkt ins türkisblaue Meer springen – es gibt keinen besseren Start in den Tag als eine Runde Schwimmen vor einem leckeren Frühstück. Wir erkundeten die kleine Insel und fuhren am nächsten Nachmittag mit dem Boot zurück nach Cartagena.

Mit dem Bus fuhren wir am nächsten Tag nach Barranquilla – hier findet jährlich der zweitgrößte Straßenkarneval der Welt statt. Musik und Tanz machten die Innenstadt zu einer großen Bühne. Wir sahen die hübsche, pastellfarbene Iglesia de San Nicolas de Tolentino und flogen anschließend weiter nach Medellín.

Iglesia de San Nicolas de Tolentino

Medellín galt früher wegen der kolumbianischen Bürgerkriege und des Drogenkartells von Pablo Escobar als eine der gefährlichsten Städte der Welt – das hat sich sicht- und spürbar geändert. Mein Highlight der „Stadt des Ewigen Frühlings“ war die Plaza Botero: Über 20 Figuren des Künstlers sind über den ganzen Platz verteilt, daneben befindet sich der schwarz-weiß gemusterte Rafael Uribe Uribe Kulturpalast.

Rafael Uribe Uribe Kulturpalast

Nach einem Bummel durch die Stadt erkundeten wir den hübschen Botanischen Garten, wo wir Leguane und Schildkröten sowie verschiedenste Pflanzen bewunderten und wie die Einheimischen eine Ruhepause im Grünen einlegten.

Am folgenden Morgen fuhren wir mit dem Bus ins Kaffeedreieck. Zwar dauerte die Fahrt deutlich länger als geplant, so dass wir erst spät abends ankamen, allerdings war der Bus extrem komfortabel. Der Kleinbus mit weniger als 20 Plätzen hatte nicht nur ein WC sowie WLAN an Bord, sondern verfügte zudem über individuelle Bildschirme mit einer guten Filmauswahl in Spanisch und Englisch.

Wir hatten eine gemütliche kleine Unterkunft am Rand des Städtchens Salento gebucht. Das leckere Frühstück wurde morgens im Garten serviert, so fing der Tag entspannt an. Höhepunkt des grünen Kaffeedreiecks ist das Cocora-Tal. Von Salento aus fahren bunte Geländewagen ins Tal – so macht schon die Anreise Spaß. Das Valle de Cocora ist bekannt für die hoch gewachsenen Wachspalmen. Zu Fuß machten wir uns auf das Tal zu erkunden: Kleine Wege führten vorbei an Wissen und Weiden, grüne Hügel und die Palmen säumten den Weg. Schließlich wanderten wir über schmale Pfade und kleine Brücken durch den Wald. Nicht nur die Landschaft, auch das Wetter ist hier abwechslungsreich: Sonne und Regen sorgen für die üppige Vegetation. Nach dem ereignisreichen Wandertag gönnten wir uns ein leckeres Abendessen in Salento.

Valle de Cocora

Der Besuch einer Kaffeeplantage darf im Kaffeedreieick natürlich nicht fehlen! So wanderten wir am nächsten Tag bei strahlendem Sonnenschein zu einer Plantage in der Nähe von Salento. Außer Kaffee werden hier auch Bananen und andere Früchte angebaut. Bei einem Spaziergang über die Plantage lernten wir, wie Kaffee angebaut und verarbeitet wird. dann freuten wir uns auf die Kostprobe! Der hier eingekaufte Kaffee schmeckte uns auch Wochen später zu Haus und weckte Erinnerungen an die unvergessliche Reise durch Kolumbien.

Zurück in Salento spazierten wir durch die farbefrohe Innenstadt: Die Fenster, Türen und Balkone der Häuser sind in unterschiedlichen Farben gestrichen. Der ein oder andere Hund ruht auf dem Gehweg vor dem Haus und ergänzt das idyllische Straßenbild. Wir stiegen die Treppen hinauf und genosseen den Blick über die Stadt.

Nun ging es schon wieder zurück nach Bogotá. Nach Kunst in den Museen widmeten wir unseren letzten Tag der reichen Graffiti-Szene der Stadt, die vor allem im Stadtviertel Candelaria zu sehen ist. Es gibt in Bogotá spezielle Führungen zu diesem Thema, einheimische Künstler erzählen Spannendes über die Stadt und die hiesige Graffiti-Szene. Die Nachfrage war groß, etwa 40 Menschen schlossen sich der Tour an, die auf Spendenbasis angeboten wird. Die Spenden kommen den örtlichen Künstlern zu Gute. Nach der Führung gönnten wir uns ein letztes gutes Essen, bevor wir uns auf den Rückweg zum Flughafen machten.

Hirsch Reisen bietet 2020 eine Reise in dieses spannende Land an. Wandeln Sie mit uns auf den Spuren von Gabriel María Márquez und Fernando Botero! https://www.hirschreisen.de/staedte-regionen/kolumbien/

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