Veröffentlicht am Autor , Bettina Rohleder

Zypern – Die göttliche Insel

Tag 1
Mit Rückenwind landen wir nach nur 3,5 Flugstunden in der Hafenstadt Larnaka im Südosten der Insel Zypern. Auf dem Weg nach Paphos an der Westküste ist die kurze Nacht bereits vergessen; die Sonne scheint und unser Reiseleiter Pantelis Sophocleous heißt uns herzlich Willkommen.

Paphos ist unser Ausgangspunkt für die Wanderungen in dieser Woche. Mit ihrer über tausend Jahre alten ruhmreichen Geschichte wurde die historische Stadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Eine ausführliche Schilderung zur Namensentstehung findet man im Buch Metamorphoses vom römischen Dichter Ovid;

„Der Künstler Pygmalion von Zypern ist aufgrund schlechter Erfahrungen mit sexuell zügellosen Frauen zum Frauenfeind geworden und lebt nur noch für seine Bildhauerei. Ohne bewusst an Frauen zu denken, erschafft er eine Elfenbeinstatue, die wie eine lebendige Frau aussieht. Er behandelt das Abbild immer mehr wie einen echten Menschen und verliebt sich schließlich in seine Kunstfigur. Am Festtag der Venus fleht Pygmalion die Göttin der Liebe an: „Falls ihr, Götter, alles geben könnt, wünsche ich, dass meine Frau das Mädchen aus Elfenbein sei.“, sagte er. Als er nach Hause zurückkehrt und die Statue wie üblich zu liebkosen beginnt, wird diese langsam lebendig. Aus der Verbindung geht ein Kind namens Paphos hervor, nach der später die Stadt benannt werden soll.“

Wir wohnen im eleganten 4-Sterne-Hotel Pioneer Beach mit umfangreichen Wellnessangebot, schöner Gartenanlage und gemütlich angelegtem Liegebereich am Strand.
Zur Begrüßung treffen wir uns am Abend bei einem landestypisches „Brandy Sour“. Reiseleiter Pantelis stimmt uns auf die bevorstehenden Wandertage ein. Von dem sagenhaften Buffet mit kulinarischer Vielfalt sind alle begeistert. An den verschiedenen Live-Cooking Stationen werden die Speisen frisch serviert. Täglich spielt dezente Live-Musik an der Bar und der Tag kann bei netter Unterhaltung mit gleichgesinnten Mitreisenden ausklingen.

Hoteleingang Pioneer Beach
Gartenanlage im Hotel

Sonnenuntergang am Hotel

Tag 2
Nach ausgiebigem Frühstück starten wir um 8:30 Uhr zum ersten Wandertag. Busfahrer Marius bringt uns entspannt im makellos gepflegten Bus zur Akamas Halbinsel im Westen. Der Überlieferung zufolge soll die griechische Göttin Aphrodite hier, in der kleinen Grotte unweit vom Meer, ihr tägliches Bad genommen haben.
Aphrodite wurde im alten Griechenland und auch in Zypern, als die Göttin der Liebe, Schönheit und Fruchtbarkeit verehrt. Sie war gleichzeitig die Beschützerin der Ehe und der Prostituierten. Angeblich hatte sie selbst viele außereheliche Affären gehabt. Akamas, Sohn des Theseus, soll Aphrodite beim Baden überrascht haben und eine Liebschaft entstand.
Begleitet von schönen Aussichten auf die Küste, läuft alles genau wie von Pantelis beschrieben; 40 Minuten bergan, 10 Minuten flach, 20 Minuten bergan, wieder etwas flach. Mit Vorsicht auf Schotterwegen oder auch liebevoll „Rolling Stones“ genannt, geht es die andere Seite des „Moutti tis Sotiras“ wieder bergab. Die Ausblicke auf das blaue Wasser und die blühende Natur sind grandios. Am liebsten würde man etwas Zeit auf einer Bank im Grünen verbringen um in diesem Gemälde zu versinken.

Grotte

Cyclamen – Alpenveilchen

Tag 3
Unser heutiger Ausflug führt uns an die Südküste. Die Akrotiri Halbinsel ist britisches Hoheitsgebiet und es gibt eine Militärbasis mit Flugplatz. Wir sind aus einem wesentlich beschaulicherem Grund hier. Unser heutiger Weg ist flach, entlang duftender Mandel- und Orangenbäumen und bespickt mit zahlreichen Orchideen.

Unser Reiseleiter findet selbst die verstecktesten Orchideen für uns
Ophrys umbilicata subsp. lapethica, Ophrys israelitica und Dactylorhiza romana

Die „Königin der Blumen“ ist ein beliebtes Fotomotiv; die zahlreichen Orchideenarten begleiten und begeistern uns an jedem Wandertag.

Mittagspause in einem modernen Strandlokal von Episkopi. Hier im Ort wohnt auch unser Reiseleiter Pantelis.
In Episkopi besichtigen wir das archäologische Museum mit Exponaten von den Ausgrabungen in Kourion. Die Attraktion dieser kleinen Ausstellung sind die Skelette einer jungen Familie, die beim großen Erdbeben 365 den Tod fand.

Kourion Museum

Tag 4
Westlich des Troodos Gebirge liegt das für seinen Weinbau bekannte Bergdorf Pano Panagia. Über die zunächst noch geteerte Straße wandern wir steil bergan zu einem Aussichtspunkt. Unser nächstes Etappenziel ist die Vouni Feuerwache. Die Aussicht ist trotz Nebel imposant. Hier haben wir uns eine kleine Rast mit einem belebenden Ouzo verdient.

Weiter entlang des Höhenwegs, gesäumt von zahlreiche Weinterrassen, erreichen wir die Kapelle des Propheten Elias auf 1143m ü. M.. Der Rückweg führt uns zum Kloster Chrysorrogiatissa. Das Kloster ist im Besitz einer holzgeschnitzten Ikonostase. Ikonen werden verehrt, indem man sich vor ihnen bekreuzigt, sich verneigt und sie in einer bestimmten Reihenfolge küsst.
Das Kloster ist auch berühmt für seine edlen Weine. Welch ein Glück haben wir mit unserem Reiseleiter Pantelis! Gemeinsam mit Busfahrer Marius werden wir mit einem „kleinen“ Picknick mit Weinprobe überrascht.

Auf dem Rückweg lassen sich einige der Gruppe am archäologischen Park in Paphos absetzen. Die Spuren der antiken Hauptstadt eingerahmt mit roten Mohnblumen und gelben Margeriten, sowie die bezaubernden Mosaiken sind definitiv einen Besuch wert.

Ein moderner Promenadenweg führt uns von Paphos Zentrum, am Hafen vorbei und entlang unzähliger hübsch angelegter Hotelanlagen, in knapp 45 Minuten zurück zu unserem Hotel.

Fischer am Hafen

Tag 5
Im 9. Jahrhundert wurde im Ortszentrum von Geroskipou die Fünfkuppelkirche Agia Paraskevi erbaut. Sie ist somit eine der ältesten auf Zypern. Ihr Plan geht auf die in justinianischer Zeit errichtete Johanneskirche in Ephesos und die Apostelkirche in Konstantinopel zurück.

Fünfkuppelkirche „Agia Paraskevi“ in Geroskipou

Zypern ist in die Mythologie als Insel der Aphrodite eingegangen. Am sagenumwobenen Felsen Petra tou Romiou soll Aphrodite dem Schaum des Mittelmeers entstiegen sein. Die Zyprioten sagen; Wer den Felsen dreimal umrundet, wird mit ewiger Liebe belohnt.

„Petra tou Romiou“ Geburtsort der Schaumgeborenen Aphrodite

Wir wandern lieber entspannt entlang der Küste. Zeit um die schöne Aussicht zu genießen, Blumen zu fotografieren, pieksige Artischocken zu kosten oder sich vom tiefblauen Meer berauschen zu lassen.

Artischocken-Ernte

Zielpunkt ist ein idyllisch angelegter Picknickplatz. Unser Reiseleiter Pantelis verwöhnt uns mit „was kleinem zu essen“ bestehend aus Halloumi-Käse, Feta-Käse, Salami, saftigen Tomaten, verfeinerten Oliven, eingelegte Kapernzweige, Salat, Tsatsiki… Wein und Ouzo sind natürlich auch dabei.
Die zyprische Küche, eine Mischung aus griechischer und türkischer Kost mit arabischen Einflüssen, setzen wir einstimmig auf die Liste der Highlights dieses Urlaubs.

„Kleines“ Picknick
Zum Nachtisch frische Erbeeren, saftiger Kuchen und einen Ouzo

Am Mittag haben wir Zeit das Hotelangebot zu testen;
Manche schwimmen bei 18 Grad im Meer, manche lieber im beheizten Hallenbad. Andere haben sich einen Massagetermin gebucht oder schwitzen in der Sauna. Auf einer Liege in der Sonne ein Buch lesen. An der Poolbar einen Kaffee bestellen oder lieber auf dem eigenen Balkon einen Espresso aus der eigenen Maschine im Zimmer genießen. Postkarten im hoteleigenen Minimarkt kaufen und den Lieben zuhause schreiben.
Für jeden ist etwas Passendes dabei!

Tag 6
Wir verlassen die Küste und fahren ins Inselinnere in den östlichen Teil des Troodos Gebirges. Die Wanderung führt uns durch üppige Kiefernwälder, vorbei an zahlreichen „Orchis troodi“. Sie ist in Zypern endemisch und zählt zu einer der attraktivsten Orchideen der Insel.

Orchis troodi

Aussicht bis in den türkischen Teil Zyperns

Am höchsten Punkt angekommen, genießen wir trotz kühlem Wind mit zugezogenen Jacken die Weitsicht bis in den türkischen Teil Zyperns. Auf der Windgeschützen Wiese unterhalb vom Aussichtspunkt herrscht T-Shirt-Wetter.

Verirren kann man sich hier nicht; unser Reiseleiter passt stets auf alle auf und zudem ist der Weg zur kleinen Kirche Asinou gut beschildert. Vor dem kulturellen Teil, geht es ans Mittagessen im Restaurant Kentro Forviotissa in der Nähe der Kirche.

Schnell haben alle bestellt und sind in interessante Gespräche miteinander vertieft. Wir erfahren von Pantelis, dass eine Hochzeit auf Zypern als Großevent mit 2000-4000 Gästen gefeiert wird. Gedruckte Einladungskarten gibt es nicht, das Brautpaar und deren Familie laden alle Gäste persönlich ein.

Die äußerlich eher unscheinbare Kirche Asinou gehört mit einigen der besten byzantinischen Wandmalereien Zyperns zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Inneren bekommen wir die zahlreichen Fresken erklärt.

Wir fahren weiter, über den Olympos (1951 m), in das hübsche Winzerdorf Omodos. Pantelis hat uns den besten Rose Wein der Insel versprochen – das muss natürlich getestet werden.

Souvenirladen in Omodos
Reiseleiter Pantelis lädt zum besten Rose Wein der Insel

Tag 7
Wie gemalt ist die Landschaft bei der heutigen Smigies Wanderung. Wir starten am bekannten Restaurant beim Bad der Aphrodite. Zu unserem Glück müssen wir ein kurzes Stück die Straße entlang – vorbei an einer wunderschönen Bougainvillea. Ein herrliches Fotomotiv!

Und wo Aphrodite ist, kann Adonis nicht weit weg sein. Somit schlagen wir den Adonis Wanderweg ein. Mit jedem Höhenmeter gewinnen wir neue attraktive Ausblicke zur Halbinsel Akamas.

Ein schmaler felsiger Pfad führt uns den Hügel hinauf, über den Kamm um dann ein breiterer Waldweg zu werden. Mit Ausblicken auf die Bucht Chrysochous nähern wir uns dem lauschigen Picknickplatz. Zum Abschluss einer besonderen Woche, tischen uns Marius, Pantelis und ein paar helfende Familienmitglieder ein besonders üppiges Mahl auf.

Des Abschluss eines wundervollen Tages: Sonnenuntergang am Sunset Point Cyprus vor der kleinen weißen Kirche mit dem blauen Dach – direkt neben unserem Hotel.

Tag 8
Der ganze Vormittag steht im Zeichen der Entspannung bevor wir zum Flughafen aufbrechen müssen. Wir blicken zurück auf eine Rundum gelungene Reise;
Mit umfassendem Wissen ausgestatteter, äußerst engagierter und sympathischer Reiseleiter. Komfortables Hotel mit einer überdurchschnittlichen Vielfalt und Raffinesse im Buffet-Restaurant. Die gewohnte sehr gute Organisation von Hirschreisen. Vielfältige Wanderwege in üppiger Natur. Und nicht zu verachten; gleichgesinnte, aufgeschlossene und nette Mitreisende!

Gruppenbild unter einer Bougainvillea. Herzlichen Dank an unseren Mitreisenden Horst für diese Aufnahme.

Möchten Sie auch gerne in die Geschichte der griechischen Götter abtauchen? Durch blühende Landschaften wandern? Oder in diesem Liegestuhl am Strand liegen und dem Meer zuhören?
Die nächsten Hirschreisen nach Zypern sind aktuell in Planung und werden bald veröffentlicht. Auch im kommenden Jahr werden wieder wandern, Zypern zur Mandelblüte und die ganze Insel als Studienreise anbieten. Schauen Sie in unserem Reisefinder nach Zypern oder unter https://www.hirschreisen.de/staedte-regionen/zypern/