Weihnachtliche Köstlichkeiten aus Frankreich

Sie wollen Frankreich umfassend kennenlernen? Dann führt an ihr kein Weg vorbei. Seit mittlerweile 27 Jahren führt Regine Löwe Hirsch Reisen in Frankreich.

Neben einem Rezept für ein leckeres weihnachtliches Dessert aus ihrer Wahlheimat, sendet Sie Ihnen im Video Grüße und erklärt, welche Pflanze in Frankreich für die (vor)weihnachtliche Dekoration verwendet wird.

Vielleicht wird Ihr Weihnachtsmenu ja dieses Jahr „französisch“?

Mit Ausnahme des Elsass gibt es in Frankreich keine echten Adventstraditionen. Der Adventskranz ist den meisten unbekannt und die Adventskalender sind erst seit etwa 20 Jahren im Zuge der Mondialisierung auch in französischen Supermärkten angekommen.

Traditionell wird es an Weihnachten. Da es kaum Adventsdekoration gibt, werden in vielen Familien die Weihnachtsbäume schon ab dem 15. Dezember aufgestellt. Neben dem traditionellen Tannenzweig wird auch die Stechpalme und der stechende Mäusedorn (französisch: Fragon) verwendet. Wie dieser aussieht zeige ich im Video.

Wie es sich für Frankreich gehört, gibt es natürlich viele kulinarische Traditionen an Weihnachten selbst. Das Hauptessen, ursprünglich wohl am 25. Dezember, gibt es heute oft schon am 24. abends. Der Nachmittag ist ein normaler Arbeitstag in Frankreich. Den zweiten Weihnachtsfeiertag gibt es nicht.

Was kommt an Weihnachten in Frankreich auf den Tisch?

Zunächst werden viele kleine „Amuse-Geules“ gereicht. Wie zum Beispiel Austern oder Gänseleber.

Das traditionelle Hauptgericht ist Dinde aux marrons, Truthahn mit Esskastanienfüllung. Natürlich gibt es mehrere Gänge mit verschiedenen Beilagen. Die Käseplatte darf dabei nicht fehlen.

Ein wirklich klassischer Nachtisch ist „Bûches de Noël“, Weihnachtlicher Baumstamm. Eine „Bûche“ ist eine Biskuitrolle, die mit den verschiedensten (Butter)Cremes gefüllt und als Holzscheit „geschminkt“ wird.
Die klassischen Bûches sind in der Regel Schokolade, Vanille oder Esskastanie. Es gibt sie aber auch in vielen Fruchtvarianten.

Da dieses Dessert auf keinen Fall im Weihnachtsmenu fehlen darf, habe ich Ihnen hier das Rezept aufgeschrieben.

Bûche aux Marrons

Für den Biskuitteig :

60 g Mehl
40 g Maïzena (Stärke)
4 Eier, getrennt
140 g Zucker
50 g Butter

– Weiche Butter mit Eigelb, Zucker, Mehl und Stärke vermischen
– Eiweiß steif schlagen, unterziehen
– auf Backpapier ausstreichen (Rechteck, etwa 20x40cm)
– bei 180°C, etwa 10 Minuten, hellgelb backen,
– aus dem Backofen holen, feuchtes Tuch auf den heißen Biskuit legen, ihn mit dem Tuch rollen, dabei vom Backpapier lösen

Während der Biskuitteig im Ofen ist, Creme und Sirup vorbereiten. Hier zwei Varianten für die Esskastaniencreme :

Creme (einfache Variante):

500g Creme de Marron aus der Dose (Feinkost oder Supermarkt im Elsass)
250g weiche Butter
etwas Alkohol nach Geschmack : Cognac, Armagnac, Rum oder Whiskey
50g schwarze Schokolade

– Creme de Marron mit weicher Butter und Alkohol nach Wahl vermischen
– 2/3 der Creme zum Füllen verwenden, den Rest dann mit der geschmolzenen Schokolade verrühren und damit die Rolle außen dekorieren (genauere Beschreibung siehe unten)

oder Creme (die etwas kompliziertere Variante) :

350g gekochte Kastanien (Dose oder Glass)
150ml flüssige Sahne
100ml Milch
2 bis 4 gehäufte Esslöffel brauner Zucker (nach Geschmack)
150g Butter
100g Schokolade

– 250g Esskastanien mit der Milch und der Sahne mixen
– auf schwachem Feuer Butter mit Zucker verrühren
– vom Herd nehmen und Kastanien/Milch/Sahnemischung hinzufügen
– etwas kalt stellen, soll cremig bleiben, nicht fest werden lassen
– restliche 100g Kastanien in kleine Stücke brechen oder schneiden

Sirup :
100g Zucker mit 15cl Wasser erhitzen,
etwa 5 Minuten köcheln lassen, vom Feuer nehmen,
Je nach Geschmack am Ende etwas Alkohol ( Rum, Cognac o.ä. ) hinzufügen

Fertigstellung :
– noch warmen Biskuit auf Küchenfolie vorsichtig wieder ausrollen
– Biskuit mit dem Sirup befeuchten
– 2/3 der Creme aufstreichen, (bei zweiter Variante der Creme: kleine Kastanienstücke in die Creme eindrücken und die geschmolzene Schokolade in Fäden hin und her auf die Creme gießen)
– mit Hilfe der Küchenfolie den bestrichenen Biskuitteig wieder rollen, dabei darauf achten, dass keine Luftlöcher bleiben.
– auf die Küchenplatte setzen und mit dem Rest der Creme bestreichen, mit einer Gabel Rindenstruktur imitieren, eventuell mit Marzipanpilzen o. ä. verzieren
– kaltstellen

Bon appétit!

Die Provence hat übrigens eine ganze eigene Tradition.

Dort gibt es: Les 13 desserts

Seit Jahrhunderten werden diese 12 Desserts an Heiligabend nach den Essen aufgetischt, bevor man in die Mitternachtsmesse geht.
Sie bleiben drei Tage auf dem Tisch stehen. Jeder soll von jedem kosten können. Dazu gibt es ‚vin cuit‘ einen (ursprünglich) hausgemachten Süsswein.
13 steht für die 12 Apostel und Christus.

Die Liste ist in der Provence von Ort zu Ort etwas unterschiedlich, aber überall dabei sind :

4 „Bettler“ ‚les mendiants‘ (= Bettelorden):

  • getrocknete Feigen (graubraun wie die Franziskaner)
  • Rosinen (für die Dominikaner)
  • Mandeln (für die Karmeliter)
  • Walnüsse oder Haselnüsse (Augustiner)

    Frische Früchte (im Keller kühl gelagert für Weihnachten):
  • Trauben
  • Melone
  • Orange
  • Datteln
  • jetzt auch exotische Früchte oder „neue“ Früchte wie Kiwi, Ananas usw.

Pompe à l’huile: ein flacher, fladenartiger , einfacher Kuchen, der nach der Tradition gebrochen werden muss, also nicht geschnitten wird (wie Christus das Brot brach).

3 Nougats:

  • Weißer Nougat (mit Haselnüssen, Pinienkernen und Pistazien)
  • roter Nougat – eher rosa Nougat (mit Rose und Pistazie)
  • schwarzer Nougat – eher dunkler Nougat (mit Honig, der mit Mandeln gekocht wurde)

Frohe Weinachten!

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