Unterwegs mit den Theaterfreunden
Vier Tage voller Kultur, Genuss und unvergesslicher Eindrücke: Die diesjährige Reise der Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters führte nach Brüssel, in eine Stadt, die Geschichte, Kunst und Lebensfreude auf einzigartige Weise verbindet. Ein Reisebericht von prachtvollen Opernklängen, beeindruckender Architektur, kulinarischen Höhepunkten und vielen heiteren Momenten.
An einem kalten Wintermorgen Anfang Februar machen sich die Freunde des Badischen Staatstheaters auf den Weg nach Belgien. Das Ziel: Das königliche Opernhaus „La Monnaie“ zu Brüssel. Und da die lange Anfahrt mit dem Bus alleine für eine Opernaufführung etwas übertrieben gewesen wäre, haben wir einfach noch ein paar Nächte drangehängt. Der Reiseleiter Thorsten Frewer – sonst eher für kulinarische Hirsch-Reisen bekannt – ist praktischerweise auch gleich noch stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde. Und somit wird die Tour fast zu einem Familienausflug. Vor der Abfahrt noch schnell bei der Bäckerei Lörz vorbeigesprungen und ein Frühstück geholt (ein großer Dank an Maria von der Lörz-Filiale an der Haltestelle Yorkstraße für die Organisation der Croissants auf 6 Uhr am Morgen). Auf der Raststätte Hunsrück wird der Tisch hurtig vom Eise befreit, und schon gibt es duftenden Kaffee und fluffige Backwaren.


Und kaum in Brüssel angekommen erobern wir die Stadt zu Fuß. Die frisch renovierte Börse liegt unweit des Hotels und vorbei an allerlei Geschäften mit bunten Auslagen und wunderschönen alten Häusern geht es zum „Manneken Pis“.

Wir lassen uns Waffeln schmecken in der Galerie St. Hubertus und kommen schließlich zu Oper, wo uns eine Führung hinter den Kulissen erwartet. Wir dürfen in die Garderoben schauen und erfahren, dass Make-Up-Künstler*innen auch Elvis malen können. Ob René Magritte tatsächlich auch diese Garderobentür in Szene gesetzt hat, bleibt allerdings ein ungelöstes Rätsel. Wir bewundern das historische Foyer mit der üppigen Goldbronze-Ausstattung und haben dann das Opernhaus fast für uns alleine.





„Schatz, ich habe eine fantastische Lampe gefunden, lass uns eine Villa darum bauen!“ – so oder so ähnlich hat es Alice von Buuren wohl ihrem Mann David gesagt. Heute kann man dieses Anwesen tatsächlich besichtigen: Das Museum van Buuren ist längst kein Geheimtipp mehr. Wir haben eine exklusive Führung durch Haus und Garten, sind alle ganz verliebt und wären am liebsten direkt eingezogen in diese prachtvolle Art-Deco-Villa im Stadtteil Uccle. Stoffe, Teppiche, Möbel und Bilder sind entweder für das Haus ausgesucht und entworfen worden, oder man hat tatsächlich Räume des Hauses den vorhandenen Kunstwerken angepasst. Dazu kommt ein wunderschöner Garten. Wir sind alle ganz begeistert und können uns kaum von dieser Eleganz losreißen.





Nach dem Mittagessen erkunden wir das Europaviertel. Das Ziel: Das Haus der europäischen Geschichte. Wir lernen, wie aus einzelnen Staaten und Regionen das Europa von heute zusammengewachsen ist.







Vom Kunstberg aus führt unser Weg zurück in Richtung Hotel.



Der Abend ist zur freien Verfügung. Eine kleine Gruppe hat sich allerdings ein Abendessen in einem der bekannten Spitzenrestaurants gegönnt. Das „Comme chez Soi“ verführt seine Gäste seit über 100 Jahren mit Köstlichkeiten aus Küche und Keller. Familie Rigolet – mittlerweile steht die 5. Generation am Herd – verwöhnt uns mit Langustinen und Kaviar, einer Variation vom Sellerie, Thunfisch mit Chicorée, Taube mit geräuchertem Kartoffelpüree, und schließlich mit Spekulatius, Blaubeeren, Macarons und Madeleins. Wir sind alle beglückt und beseelt und spazieren durch das nächtliche Brüssel zurück ins Hotel.








Nach einem Spaziergang, der uns mal wieder am Rathaus und dem Großen Marktplatz vorbeiführt, erklimmen wir den Kunstberg.

Das älteste Mitglied unserer Truppe ist 90 Jahre jung und sprintet fast so schnell nach oben, dass sie die jüngeren überholt. Das Museum der Schönen Künste erwartet uns und unser Führer bringt uns die Alten Meister näher.



Dann machen wir uns alle schick für die Nachmittagsvorstellung in der Oper. Unglaublich, wie unterschiedlich das Opernhaus wirkt, wenn es anders beleuchtet und mit Menschen gefüllt ist. Die Opéra comique „Benvenuto Cellini“ von Hector Berlioz wird gegeben. Und wir erleben ein fantastisches Schauspiel, an dem man sich gar nicht satt sehen kann. Über 150 Mitwirkende in mehr als 300 verschiedenen Kostümen bevölkern die Bühne und reißen uns mit in den römischen Karneval. Und mittendrin Florence Losseau, die deutsch-französische Mezzosopranistin aus dem Ensemble des Badischen Staatstheaters. Hier singt sie die Rolle des Ascanio. In der Pause erwartet uns ein anderer alter Bekannter, der aus Karlsruhe nach Brüssel gewechselt ist: Florian Köfler. Bei Sekt und Häppchen plaudern wir angeregt über die Aufführung. Die Erste Vorsitzende des Vereins der Freunde des Badischen Staatstheaters, unsere liebe Katrin Lorbeer, beweist uns, dass sie auch eine hervorragende Dirigentin ist. Zumindest was das Dirigieren von Personen für Fotos angeht. Und nach der Aufführung geht es noch zum gemeinsamen Abendessen in das Traditionsrestaurant „La Belle Maraichère“, zu dem uns unsere alten Freunde begleiten. Was für ein gelungener Abend…






Wir können es kaum glauben, dass es schon wieder zurück gehen soll nach Karlsruhe. Natürlich machen wir noch einen Stopp am Atomium für das fast obligatorisches Gruppenfoto. Und wieder stellt Katrin Lorbeer ihr Dirigiertalent unter Beweis. Die Damen haben sich auf der Fahrt schwer in den Busfahrer verliebt und bestehen auf ein Gruppenbild nur mit ihm. Da müssen die Männer natürlich kontern und posieren für das Foto „Herren mit Diva“.



Bevor wir Brüssel verlassen machen wir noch einen Abstecher zum Fabrikverkauf von Neuhaus, dem Erfinder der Praline. Was wäre ein Besuch in Belgien ohne Schokolade? Wir probieren uns durch die Kreationen (ein Favorit ist die giftgrüne Limetten-Schokolade) und alle kaufen reichlich ein.




Pünktlich zum Mittagessen halten wir in Leuven. Einige bestaunen das gotische Rathaus, andere erkunden die Altstadt und wieder andere machen sich auf den Weg zum Großen Beginenhof. Voller Eindrücke geht es dann zurück nach Karlsruhe.






An der Moseltalraststätte machen wir ein letztes Mal Halt und stoßen mit einem Glas Sekt auf die wunderschöne Reise nach Brüssel an, und das vor einem atemraubenden Ausblick…