Veröffentlicht am Autor , Regina Schwinghammer

Tarzan – das Musical-Ereignis

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Dem Musical Tarzan habe ich schon eine ganze Weile entgegen gefiebert – seit 2015 kann man es endlich auch in Stuttgart bestaunen und Anfang Dezember war es dann endlich für mich soweit!
Nach der sehr kurzweiligen Anreise mit Zug und S-Bahn standen wir am Eingang zum SI-Centrum in Stuttgart. Schnell noch an die Garderobe und schon ging es weiter ins Stage Apollo Theater. Die Besucher rings um uns nahmen voller freudiger Erwartung ihre Plätze ein; die Stimmung war also schon vor Beginn des eigentlichen Musicals fantastisch.

Die erste Überraschung kam augenblicklich: dass die Darsteller von der Decke herab hingen, hatte den Effekt, dass man das Gefühl hatte, von oben auf das Geschehen herab zu schauen. Die Geschichte an sich ist einfach und allseits bekannt: eine junge Familie verunglückt mit dem Boot und kann sich auf eine einsame Insel retten. Dort verbringen Sie einige Zeit, bis die Eltern einem Leoparden zum Opfer fallen und der kleine Tarzan als Waisenkind zurück bleibt. Das Gorillaweibchen Kala findet ihn und zieht ihn auf. Zunächst erduldet, wird er jedoch später vom Gorillamännchen aus Angst vor den Menschen – denen der heranwachsende Tarzan immer mehr ähnelt – verstoßen; mit ihm geht auch Kala. Viele Jahre nach dem Tod seiner Eltern, erreichen erneut Menschen die Insel, um sie und den Dschungel zu erkunden. Darunter ist auch die Tochter des Professors, Jane, der Tarzan „seinen“ Dschungel mit all den Geheimnissen und Überraschungen zeigt – die beiden verlieben sich schließlich ineinander. Doch das Abreisedatum der Gruppe rückt immer näher und Tarzan ringt mit sich, den Dschungel zu verlassen, um Jane zu folgen und seine Herkunft als Mensch zu entdecken. Doch nicht alle Teilnehmer der Expedition führen Gutes im Schilde und so kommt es zum großen Finale, in dem Tarzan schließlich für seine Gorillaherde kämpft und damit gegen die Menschen; hierdurch gewinnt er das Vertrauen des Gorillamännchens und wird in die Gruppe wieder aufgenommen. Letztendlich bleibt Jane mit ihm im Dschungel.

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Die Umsetzung dieser Geschichte ist jedoch mehr als nur gelungen: man findet sich mitten im Dschungel wieder! Die Darsteller haben offensichtlich „vom Original“ gelernt, wie sich Gorillas bewegen und welche Gebärden diese typischerweise machen. Die groben Bewegungen der „Gorillas“, die ständig über den Köpfen der Zuschauer schwingen und unglaubliches an Kraftanstrengung leisten (ansehen tut man ihnen dies allerdings nicht!) stehen ganz im Gegensatz zu den filigranen Bewegungen und Kostümen der sonstigen Urwaldbewohner wie z.B. Schmetterlinge oder Blumen, die wie ein kleines Urwaldballett über die Bühne schweben. Die ohnehin schon farbprächtigen Kostüme werden zudem von zahlreichen Lichteffekten noch kontrastreicher hervorgehoben.
Schade, dass dieses großartige Schauspiel nach gut drei Stunden ein Ende hatte…

Nach dem Musical hatten wir noch genügend Zeit, in einem der zahlreichen Restaurants zu essen und gemeinsam über das Gesehene zu sprechen, bevor es für alle wieder zurück nach Hause ging.