Veröffentlicht am Autor , Jürgen Holzinger

Silvester in Südtirol

29. Dezember 2018
Heute Morgen sind wir nicht die einzigen die sich am Busbahnhof in Karlsruhe eingefunden haben. Kurz nach 7 Uhr treffen die Busse für Hirsch Reisen ein. Unsere 27 Reiseteilnehmer sind ab heute mit einem Hirsch-Bus-Partner aus Michelstadt unterwegs. Da unser Fahrer Herr Bischoff heute Morgen bereits aus dem Odenwald über Mannheim nach Karlsruhe gekommen ist müssen wir sicherheitshalber bereits kurz nach 8:30 Uhr die erste Pause im Rasthof Gruibingen einlegen. Wegen des ziemlich zähen Verkehrs könnte es ihm in der vorgeschriebenen Zeit sonst vielleicht nicht bis zur nächsten Rastmöglichkeit in Seligweiler bei Ulm reichen. Hier müssen sich einige der Mitfahrer im „Schlangestehen“ vor der Toilette quer durch das obere Stockwerk der Raststätte anfreunden.
Das wird nicht die einzige Schlange sein in der wir heute stehen werden. Bis München kommen wir dann ohne größere Staus, auch auf der Südumfahrung von München geht es flott weiter. Das ändert sich dann schlagartig am Kreuz München Süd. Zähfließend geht es auf der A8 weiter, auch nach der Autobahnverzweigung beim Dreieck Inntal ändert sich die Verkehrsdichte nicht. Erst auf der Brennerautobahn wird der Verkehr weniger. Hier machen wir nochmals eine Kaffeepause.
Um 17:15 Uhr haben wir nach 600 km unser Ziel Auer im sog. Südtiroler Unterland erreicht. Hier ca. 16 km südlich von Bozen ist man nur noch wenige Kilometer von der Sprachgrenze entfernt.
Wir sind im Bio-Hotel Kaufmann untergebracht und werden in den nächsten Tagen also rein biologisch bekocht. Selbst das Bier aus der Zapfanlage ist hier „Bio“.
Ein kleiner Spaziergang nach dem Essen zeigt den kleinen Ort in wörtlich zu nehmenden schlechtem Licht. So wenig Strassen- bzw. Gehsteig-Beleuchtung wie hier haben wir noch selten gesehen.

30. Dezember 2018
Heute Morgen werden wir von unserer Reiseführerin Sieglinde Widner in ihrer Heimat willkommen geheißen. Sie wohnt nur wenige Kilometer von Auer entfernt.
Es geht nun zuerst in die ehemalige Bischofsstadt Brixen. Brixen ist eine der ältesten Städte der Region Tirol, der Hauptort des Eisacktales. Hier leben knapp 22.000 Einwohner.
Die Pfarrkirche St. Michael ist die römisch-katholische Kirche der Pfarrei und des Dekanats Brixen in Südtirol. Sie befindet sich in prominenter Lage nördlich des Brixner Doms. Die Kirche ist dem Erzengel Michael geweiht. Sie war traditionell die Kirche der Brixner Bürgerschaft. Die Kirche wurde als spätgotische Hallenkirche um 1500 errichtet und 1503 geweiht.


Da der Festgottesdienst im Dom noch nicht beendet ist, schauen wir uns zuerst den Kreuzgang an.

Der Brixner Weihnachtsmarkt am Domplatz, umrahmt von Dom, St. Michael Pfarrkirche und Rathaus, ist einer der schönsten Weihnachtsmärkte Südtirols. In weihnachtlich dekorierten Ständen bieten Aussteller Holzschnitzereien, Krippen und Krippenfiguren,
handgefertigte Tonwaren, bemalte Glaskugeln sowie Tiroler Geschenkartikel und Weihnachtsschmuck an. Auch für das leibliche Wohl ist durch ein vielseitiges Angebot an Eisacktaler Spezialitäten gesorgt.
Gegen 12 Uhr können wir den Dom betreten. Der Brixner Dom ist der Himmelfahrt Mariens und dem Heiligen Kassian geweiht. Die sich heute barock zeigende Kirche wurde 1758 geweiht, nachdem das ursprünglich romanische Münster nahezu vollständig umgebaut worden war.


Als letztes besichtigen wir die Hofburg in Brixen. Sie war bis 1803 der Sitz der Fürstbischöfe und bis 1973 der Bischöfe der Diözese Brixen. Seither ist die Hofburg zur Besichtigung für die Öffentlichkeit zugänglich. Wir sind heute speziell am Krippenmuseum interessiert.

Anschließend hat jeder noch Zeit an einem der Stände ein kleines Vesper einzunehmen. Verschiedene Würste mit oder ohne Kraut, Suppen, Knödel oder Krapfen, Leberkäsesemmel und Strauben werden angeboten. Außer Glühwein trinken einige auch das gute Weihnachtsbier der Brauerei Forst.
Gegen 13 Uhr geht es dann weiter nach Bozen zum nächsten Weihnachtsmarkt. Unterwegs ist nicht viel los. In der Tiefgarage für die Reisebusse stehen nur fünf andere Busse.
Als wir dort aus dem Bus steigen merkt man sofort dass es hier angenehmere Temperaturen (bis 12 Grad) hat als in Brixen.
Bozen ist die Landeshauptstadt Südtirols, einer autonomen Provinz in Italien, und als solche Sitz der Landesregierung und des Landtags.
Die Vorbereitungen für den Silvesterlauf BOClassic am nächsten Tag sind in vollem Gang und wir müssen einige Umwege in Kauf nehmen.

Der Dom Maria Himmelfahrt, auch Dompfarrkirche, Bozner Dom oder Propsteikirche Maria Himmelfahrt genannt, ist die Stadtpfarrkirche der Südtiroler Landeshauptstadt Bozen und Bischofskirche der römisch-katholischen Diözese Bozen-Brixen.
Am Obstmarkt sind selbst am heutigen Sonntag einige der Stände geöffnet.

Wer will kann heute auch noch Shoppen da ein Großteil der Läden ebenfalls geöffnet hat.
Hier in Bozen (bei den Temperaturen von über 10 Grad) kann man erkennen dass auf dem Weihnachts-markt Biergläser deutlich stärker vertreten sind als die Tassen mit Glühwein. Einer der Vorteile beim Bier ist natürlich auch dass man weiß was drin ist während der Glühwein teilweise zweifelhafte Qualität hat.
Als wir um 17 Uhr wieder nach Auer zurückfahren hat es immer noch 12 Grad und am Himmel zeigt sich keine Wolke. Der Weihnachtsmarkt ist immer noch gut besucht.

31. Dezember 2018
Heute steht eine Dolomitenrundfahrt auf dem Programm.
Wir fahren über die Staatsstraße an Branzoll und Leifers vorbei Richtung Bozen. Durchs Industriegebiet geht es weiter bis Kardaun wo die neue Strasse durch das Eggental beginnt. Im Vergleich zur alten Eggentalstraße, die direkt durch die romantische Schlucht führte und öfters umweltbedingt gesperrt war, verläuft diese neue Strasse im unteren Teil fast ausschließlich in Tunneln. Nach Birchabruck fahren wir
Richtung Welschnofen weiter um unser erstes Ziel den Karerpass, zu erreichen. Kurz nach Welschnofen hat man einen ersten schönen Blick auf die Berge des Latemar.
Wenig später müssen wir leider die Auswirkungen eines schweren Herbststurms erkennen. Orkanartige Windböen vom 29. auf den 30. Oktober 2018 haben in Südtirol viele Waldbestände dem Erdboden gleichgemacht. Besonders stark getroffen hat es das Gebiet rund um den Karersee.

In den Gemeindegebieten von Deutschnofen und Welschnofen hat der Sturm ersten Schätzungen zufolge 260.000 Quadratmeter Wald verwüstet. Die betroffenen Wälder sind zu einem Drittel in Privatbesitz, ein weiteres Drittel ist Landesdomäne, das dritte befindet sich in Besitz der Gemeinden Welschnofen, Karneid und Tiers.

Leider kann man in dem folgenden Bild die zu den wärmeren Jahreszeiten grün bis blau schillernde Oberfläche des Karersees nicht erkennen.

Wir fahren noch bis zum 1752 m hohen Karerpass weiter. Wir sehen auf der linken Seite der Strasse die letzten Ausläufer des Rosengartens – die Rotwand mit 2806 m in der Mitte.

Auf der rechten Seite der Strasse sehen wir wieder die Berge des Latemar die wir vom Karersee bereits gesehen hatten.

Hier oben am Karerpass ist auch die Grenze zwischen Südtirol und dem Trentino in dem wir uns nun die nächsten Stunden aufhalten. Bei Vigo di Fassa erreichen wir das Fassatal das wir jetzt hinauffahren. Hier geht es zuerst mal wieder im Stau weiter. Glücklicherweise fahren die meisten PKWs dann aber in Pozza di Fassa in das nächste Skigebiet weiter.
Wir verlassen bei Canazei das Fassatal und fahren Richtung Sellajoch.
Im Ristaurante Lupo Bianco legen wir unsere Mittagspause ein. Hier hatte unsere Reiseführerin bereits am Morgen reserviert. Dieses Hotel ist eine der wenigen Möglichkeiten mit einer Gruppe einzukehren.
Im nächsten Bild sehen wir die lange Schlange von Skifahrern die zum Forcula Rodella hoch wollen. Die Anlagen hier gehören zur berühmten Sellaronda die sowohl im Uhrzeigersinn als auch umgekehrt befahren werden kann.

Gut gestärkt nehmen wir nun die vielen Kehren hoch zum Sellajoch in Angriff. Es sind sehr wenige PKWs unterwegs.
Als wir vom Sellajoch einen Blick ins Grödnertal werfen werden wir fast „davongeweht“. Durch den starken Wind erscheinen die Temperaturen knapp unter 0 Grad richtig eisig. Wir steigen daher ziemlich schnell wieder in unseren Bus ein.

Hier oben auf 2244 m ist die Grenze zwischen dem Trentino und Südtirol.
Auf dem nächsten Bild sehen wir den Col Rodella (2484 m). Den Gipfel kann man mit verschiedenen Bahnen erreichen.

Wir fahren nun denselben Weg zurück um dann aber noch zum Pordoijoch (2239 m) hochzufahren.
Von hier oben kann man Richtung Buchenstein blicken. Buchenstein mit Colle Santa Lucia ist eines der fünf ladinischen Dolomitentäler neben dem Gadertal, Gröden, dem Fassatal und Ampezzo. Es gehört zur Provinz Belluno, das Fassatal gehört zum Trentino, das Ampezzo zu Venetien und das Gadertal und das Grödnertal liegen in Südtirol.

Wie man auf all den Bildern sieht ist die Schneelage etwas dürftig.
Im nächsten Bild sehen wir einen Ständer der Bahn von Arabba nach Porta Vescovo hoch. Man sieht eindeutig dass es am Schnee fehlt denn nur die Skipisten sind dank künstlicher Beschneiung komplett weiß.

Hier oben machen wir eine kurze Rast um nicht zu zeitig „bei den Krippen in Tesero“ zu sein.
Um 14:45 Uhr haben wir die 27 Kehren wieder zurückgelegt und sind im Fassatal in Canazei zurück. Für Herrn Bischoff gab es heute schon einiges am Lenkrad zu drehen. Glücklicherweise war wenig Verkehr unterwegs sodass es in den Kehren keine Schwierigkeiten mit „ängstlichen“ Autofahrern ab.

Um 15:30 Uhr haben wir den Ort Tesero erreicht. Hier „unten“ heisst das Fassatal Fleimstal.
Vom 8. Dezember bis zum Dreikönigstag findet hier jedes Jahr die Veranstaltung “Tesero und seine Krippen” (Tesero e i suoi presepi) statt. In den Straßen, Gassen und Höfen des historischen Zentrums von Tesero können Sie eine reiche Auswahl an handgefertigten Krippen bewundern. Vom späten Nachmittag bis abends werden die Kunstwerke beleuchtet.
Der Brauch, in den Wohnhäusern von Tesero eine Krippe aufzustellen, führt wahrscheinlich auf das Ende des 18. Jhd. oder in die Anfänge des 19. Jhd. zurück. Man verfügt über keine konkreten Elemente, die weiter in die Vergangenheit zurückführen könnten. Es ist daher schwierig, eine annähernd präzise Zeit, welche die Verbreitung förderte, festzustellen.
In dieser Zeit begann in den verschiedenen italienischen Regionen und besonders in den Gebieten Tirols, die Krippe in den Häusern der Bewohner Einzug zu halten. Vorher fand man sie nur in den Kirchen, Klöstern und Adelshäusern.
Bei der großen Krippe auf dem Hauptplatz handelt es sich um eine lebensgroße Krippe, die schon seit über 50 Jahren zur Weihnachtszeit hier aufgestellt wird. Die Figuren sind handgeschnitzt und bemalt, die Gewänder entsprechen jenen der typischen Dörfer in den Trentiner Bergen. Die Ziegen und Schafe sind lebendig.

Traurige Berühmtheit erlangte der Ort Tesero am 19. Juli 1985. An diesem Tag brach der Damm eines Absetzbeckens eines Bergwerks und verursachte eine Flutwelle, die nach offiziellen Angaben 268 Menschen tötete. Die Schlammschicht war 20 bis 40 cm dick und erstreckte sich auf einer Länge von 4,2 km über eine Fläche von 435.000 m².
Der Ort Cavalese geriet in die internationalen Schlagzeilen durch zwei schwere Unfälle der zum Monte Cermis führenden Luftseilbahn. Am 9. März 1976 stürzte eine voll besetzte Kabine der Cermisbahn ab. 43 Menschen starben. Dies war der folgenschwerste Unfall einer Luftseilbahn weltweit bis heute. Am 3. Februar 1998 durchtrennte ein amerikanisches Kampfflugzeug das Tragseil der von Cavalese auf die Alpe Cermis führenden Luftseilbahn. 20 Menschen starben beim Absturz einer dort verkehrenden Kabine.
Als wir ein paar Kilometer später das Fleimstal verlassen lässt die tiefstehende Sonne die Berge in warmen Farbtönen erleuchten.

Bei San Lugano kommen wir wieder nach Südtirol zurück. Bei Montan kommen wir ans Ende der Terrasse oberhalb des Etschtales. Wenige Minuten später sind wir gegen 17 Uhr im Hotel zurück.
Um 19:30 beginnt dann das Silvestermenü das bis Mitternacht dauert. Mit einem Gläschen Sekt begrüßen wir das neue Jahr.
Das Feuerwerk zum Jahreswechsel fiel in diesem Teil von Südtirol sehr dürftig aus – was aber kein Fehler ist wenn man an die Millionen denkt die hier innerhalb von kurzer Zeit „verballert“ werden. Wenige Kilometer weiter nördlich in Leifers soll es nach Aussage unserer Reiseführerin ganz anders ausgesehen haben.

1. Januar 2019
Bei strahlendem Sonnenschein steht heute zuerst der Besuch der Kurstadt Meran auf dem Programm. Kurz vor 11 Uhr beginnt bei der Therme Meran unsere Führung. Zuerst schauen wir uns die Berge an die Meran umgeben. Wir sehen in den folgenden Bildern jeweils die Namen der Berggipfel eingeblendet. Die moderne Technik auf dem Smartphone macht es möglich.

Wie man hier eindeutig erkennen muss ist die Schneemenge selbst auf den über 2500 m hohen Gipfeln dürftig.
Hier auf der Kurpromenade wo die meisten Stände des Weihnachtsmarkts aufgebaut sind hat es bereits 7 Grad. Sie ist übrigens die älteste Kurpromenade Europas.

Hier sehen wir das Kurhaus Meran und wir gehen auf der Promenade flussaufwärts. Wir werfen auch einen Blick auf das Denkmal der Kaiserin Sissi die hier mehrere Aufenthalte verbrachte. Auf der Promenade gehen wir weiter zur Wandelhalle. An den Wänden haben Südtirols beste Künstler des 19. Jahrhunderts einzigartige Gemälde hinterlassen.

Es geht weiter zum Steinach Viertel, Merans ältestem Stadtviertel. Immer wieder zeugen hier die Mauern von großer Geschichte aus dem Mittelalter wie z. B. das Passeierer Tor, einem bestens erhaltenen Stadttor aus dem 13. Jahrhundert.

Im nächsten Bild sehen wir die römisch-katholische Stadtpfarrkirche St. Nikolaus. Das spätgotische Gebäude befindet sich auf dem Pfarrplatz inmitten der Altstadt. Sie gilt als Wahrzeichen der Stadt.


Die berühmte Laubengasse ist heute ziemlich leer denn am 1. Januar sind auch hier die Geschäfte geschlossen. Am Ende hat jeder noch die Möglichkeit sich in einem der zahlreichen Lokale oder bei einem der zahlreichen Essensstände auf dem Weihnachtsmarkt zu stärken.
Um 14:30 Uhr geht es weiter. Wir fahren zum „Dom auf dem Lande“ nach St. Pauls, einer der Fraktionen der Gemeinde Eppan. Die Pfarrkirche ist dem Heiligen Martin von Tours geweiht und prägt das historische
Ortszentrum. Sie wurde zwischen 1460 und 1647 erbaut. Der Ort ist hauptsächlich durch seine Kellereien und Weingüter bekannt.

Auch hier in St. Pauls sind verschiedene Krippen im Freien oder in den Fenstern der Gebäude aufgestellt. Bei einem Rundgang durch den Ort fallen einige Häuser mit steingerahmtem Fenstern, Hoftorbogen und Erkern auf.
Einige von uns nehmen noch einen kleinen Umtrunk bevor es dann auf der Weinstraße Richtung Kaltern weitergeht. In der dortigen Bahnhofstrasse (früher fuhr hier noch die Überetschbahn) sind unzählige Kellereien und der Straßenname Weinstraße wäre passender. Linker Hand sehen wir wenig später auch den Kalterer See. Wir kommen nach Tramin – hier fällt das Gebäude der Kellerei auf. Als letzten Ort erreichen wir Kurtatsch bevor wir nun durch die Obstanlagen zurück nach Auer fahren.
Hier heißt es nun Abschied nehmen von unser Südtiroler Reiseführerin Sieglinde Widner. Sie hat uns in den vergangenen Tagen sehr viel Interessantes über Ihr Heimatland vermittelt.

2. Januar 2019
Heute Morgen sind die Koffer schnell verladen und die Rückfahrt kann bereits um 9:15 Uhr starten. Vom Südtiroler Wetterdienst sind für heute Schneefälle angesagt. Diese stellen sich dann auch an der Mautstelle Sterzing ein. Bis zur Passhöhe werden die Flocken deutlich mehr. Es sind aber ausreichend Winterdienstfahrzeuge auf der Brennerautobahn unterwegs, sodass wir ohne Probleme durchkommen. Erst als wir dann ins Inntal Richtung Westen fahren werden die Flocken weniger. Das ändert sich dann aber leider schlagartig als wir auf die Hochfläche des Mieminger Plateaus fahren. Hinter Obsteig wird der Schneefall deutlich stärker und wenige Kilometer später beginnt der Stau.

Herr Bischoff bleibt nicht auf der B189 sondern fährt durch den Ort Nassereith. Auf diese Idee sind glücklicherweise nur wenig andere Fahrer gekommen.

Bei der Rastanlage Rastland hinter Nassereith machen wir dann 45 Minuten Pause. Draußen schneit und stürmt es weiter. Glücklicherweise sind wir der einzige Bus auf dem Parkplatz.
Als wir dann weiterfahren wollen stehen wir erst einmal 10 Minuten bevor es auf der Bundestrasse überhaupt einen Platz zum Einfahren gibt. Leider geht es im Schneckentempo. Auf der Passhöhe stehen wir eine gute Stunde ohne dass wir einen Meter weiterkommen. Aber es wird noch besser.

Bei starkem Schneefall geht es dann maximal mit Schrittgeschwindigkeit weiter bis wir zum Lermooser Tunnel kommen. Es kommt immer wieder zu minutenlangem Stillstand. Wer hätte auch gedacht dass so viele Urlauber bereits heute und nicht erst am Samstag zurückfahren.

Es ist 16:46 Uhr und in den nächsten 2 ½ Stunden wird sich an dem oben gezeigten Zustand der Vollsperrung nichts ändern. Wir können nicht in den Tunnel einfahren und von der anderen Seite kommt ebenfalls kein Fahrzeug. Wir können nur froh sein dass wir noch genügend Diesel an Bord haben und Herr Bischoff somit den Motor laufen lassen kann. Bei einigen PKWs sieht es anderes aus wie wir durch Gespräche „an der frischen Luft“ mitbekommen. Bei -5 Grad ist das für die Autofahrer über die Dauer ziemlich unangenehm. Über das Internet haben wir erfahren dass auf der anderen Seite LKWs quer stehen und somit beide Fahrstreifen blockieren.
Für 17 km haben wir heute Nachmittag 6 Stunden benötigt. Da wäre man zu Fuss deutlich schneller gewesen.
Wir sind nur froh, dass es nach der Öffnung des Tunnels zwar teilweise sehr zäh weitergeht, es aber zu keinem Stillstand mehr kommt. Hinter dem Grenztunnel bei Füssen hören die Schneefälle dann auf und es sind glücklicherweise kaum mehr Fahrzeuge unterwegs. Wir kommen daher ziemlich flott voran. Wir legen an der Raststätte Allgäuer Tor nochmals eine kurze Rast ein.
Um 23:45 Uhr sind wir dann am Busbahnhof in Karlsruhe zurück. Vielen Dank an Hr. Bischoff, dass er allen Widrigkeiten getrotzt hat und uns an seinem wahrscheinlich längsten Arbeitstag sicher zurückgebracht hat.