Veröffentlicht am Autor , Stefan Simonis

Schöner Gardasee

Mit dem Zug kommen wir von Mailand aus in Peschiera del Garda, am Südende des Gardasees, an. Alle anderen fahren wohl mit dem Auto. Was für ein Verkehr! Aber geben wir dem Städtchen eine Chance

Peschiera del Garda liegt am einzigen Ausfluss aus dem See, mit heute malerischen Befestigungsanlagen. Ganz nett eigentlich. Wir trinken einen Cappuccino auf dem Platz, und langsam füllt sich das Städtchen. In den 2-3 Hauptgassen tummelt es sich schon. Schnell Fahrräder mieten. Es gibt nur noch zwei hollandradähnliche Böcke, für Frida ein Kinder-Mountainbike. Marta kommt in den Kindersitz. So geht es flotter.

Peschiera Del Garda I
Peschiera De Garda II
Peschiera Del Garda III

In der Nacht und morgens regnet es heftig. Das ist die Lösung gegen „Overtourism“ – wir sind alleine unterwegs. Entlang des Sees radeln wir gemütlich nach Sirmione. Hier ist es noch verhältnismäßig leer, obwohl es aufgehört hat zu regnen. Wir warten auf den Hirsch-Bus, der sich wegen des Verkehrs um den See um über eine Stunde verspätet, und flanieren durchs Städtchen. Schon malerisch. An der Promenade schlagen richtige Wellen über den Weg. Wie im Ozean, sagt Marta. Gleichzeitig mit dem Hirsch-Bus treffen wir am Busparkplatz ein. Reiseleiterin Frau Fonsatti ist an ihren leuchtend roten Schuhen zu erkennen und begrüßt italienisch-euphorisch mit Küsschen, bevor sie mit der gut gelaunten Gruppe entschwindet. Die Führung wäre jetzt interessant, aber die Kinder zeigen wenig Begeisterung. Wir kehren in eine Bar ein, auf Pizza und Pasta und Bier (und weißem Hai über der Toilettentür), beobachten die Regenschauer und radeln zurück.

Allein am See – dem Wetter sei Dank
Wie ein Ozean
Stadttor von Sirmione
Schön?
Schön!

Anderntags fahren wir mit dem öffentlichen Bus nach Verona. 30 km, 40 Minuten, 3,20 Euro pro Person, Endstation direkt die Piazza Bra mit der Arena. Besser geht´s nicht. Verona ist sehr schön. Wir besichtigen die Arena, vespern, betrachten Julias Haus, essen Crepes, trinken Espresso, schlendern über die Plätze, besichtigen den Dom, überqueren die Etsch. Äußerst reizvoll. Aus Gründen der Abwechslung fahren wir zurück mit dem Bus zum Bahnhof und dann mit dem Zug nach Peschiera. Der Zug ist zwar alt und ranzig, aber es klappt perfekt – eine dreiviertel Stunde nach Abfahrt an der Piazza Bra sind wir schon wieder in Peschiera. Besonders daran: inklusive Fahrkartenkauf am Automaten und ordnungsgemäßer Entwertung. Die kann was, meine Frau.

Verona – die Sonne scheint.
Die Arena
Gradinata numerata
Vorsaison im weiten Rund
Der Balkon der Julia
Veronas schöne Plätze Teil 1
Veronas schöne Plätze Teil 2
Veronas schöne Plätze Teil 3
Il Duomo
Bridge over the Etsch

Der Sonntagsausflug geht mit dem Schiff und Fahrrädern von Peschiera über Lazise nach Garda – und mit dem Fahrrad zurück. Laut Karte knapp 20 Kilometer, in Wirklichkeit viel weiter. In Bardolino ist Markt. Dann Baustellen, die Promenade nicht benutzbar, wir müssen mühsam hoch auf die Straße. Hinzu kommt, dass ausgerechnet heute zum ersten Mal kein Wölkchen am Himmel ist. In Lazise essen wir am kleinen Hafen zu Mittag, wieder Pizza und Nudeln. Für die Kinder ein Traum. Für mich auch. Anschließend eine Streckensperrung, was wir erst nach über einem Kilometer merken. Also den ganzen Weg wieder zurück und hoch auf die Straße. Haben sie hier nicht den ganzen Winter Zeit ihre Wege zu richten? Die Sonne sticht, als wollte sie alles aufholen, was sie die letzten Tage versäumt hat. Erste Rotfärbungen der Haut. Die Fahrt an der Straße ist nicht sehr erquicklich, es gibt keinen Seitenstreifen, geschweige denn Radweg, und Autos und Busse fahren haarscharf an einem vorbei. Jede Unterkunft ist ausgeschildert, aber Ortsnamen fehlen. Irgendwann endlich das uns bekannte Städtchen. Wir sind alle vier ordentlich von der Sonne verbrannt. Marta (die als einzige nicht treppeln musste!) sagt, sie steige heute auf kein Fahrrad mehr.

Lazise vom See her
Bardolino Hafen
Anlegestelle in Garda
Hübsche Örtchen auch von der Landseite
Dankbares Fotomotiv – Boote und Häuser

Dann ist Montag, Markttag in Peschiera. Meine Frau und Frida shoppen, ich fahre mit Marta zur Madonna del Frassino. Der Weg wäre malerisch, würde nicht die Autobahn kreuzen. Die Wallfahrtskirche ist ein angenehmer Ort. Ruhig, nur ein paar Gläubige, die zur Statue beten, zwei Kreuzgänge, einer mit einer großen Vogelvoliere, einer mit einem Brunnen mit Fischen und Schildkröten, und einem verhuschten Mönch. Nach dem Besuch sausen wir wieder hinab ins Städtchen. Am Abend Bummel auf der Promenade, Eis und Spritz, bei beeindruckendem Licht über dem See. So langsam erschließt sich uns die Faszination dieses See.

Wallfahrtskirche Madonna del Frassino
Jungfrau aus der Esche
Wie Urlaub.
Fototapete?

Für Dienstag schlägt meine Frau eine kurze Fahrradtour zum Parco Giardino Sigurta vor. Entlang des Fluss Minico führt ein richtiger, asphaltierter, autofreier Radweg nach Süden, Richtung Mantua. Die Strecke ist herrlich. Eine Ausschilderung gibt es nicht. Nach 1 ½ Stunden sind wir in Borghetto, der Karte nach direkt neben dem Park, aber immer noch keine Schilder. Dafür ein Café mit freundlichem Hinweisgeber. Wir dürfen sogar mit den Rädern in den Park. Der Park ist prächtig, selbst der Rasen ist beneidenswert. Es gibt schöne Ausblicke, kleine Teiche, Rosen, Schwertlilien, Hortensien, Dammhirsche, Ziegen, Hühner, bergauf, bergab, und als Krönung ein „Labyrinth“, in dem wir uns geplant verirren. Es ist warm, und schon wieder 14 Uhr, als wir uns auf den Rückweg machen. Unten am Fluss gibt es einen Biergarten, sieht aus wie in Deutschland, nennt sich auch „Stube“. Dort pausieren wir bei Cola, Fanta und Bier. Die Räder sind für solche Touren nicht gedacht, die Hintern schmerzen. Endlich, in Peschiera, die Belohnung: leckeres Eis, handgemacht, sie lassen sogar wahlweise helle oder dunkle Schokolade ins Hörnchen laufen, bevor sie ihre Kreation (z.B. Joghurt mit Mandeln und Honig) draufsetzen. Meine Frau sagt: „Hier möchte ich bleiben“.

Entlang des Mincio
Entlang des Klatschmohn
Parco di Sigurta
Das ist ein Rasen.
Im Labyrinth
Mit Golf-Cart geht´s auch
Die Belohnung!

Wer die Schönheit des Gardasees mit weniger Anstrengung erleben möchte:

Limone

Verona mit Vorstellung in der Arena sieht man auf dieser Reise:

Verona