Veröffentlicht am Autor , Sophie Dicker

Rom, die ewige Stadt

Herzlichen Dank an unsere Kundin Frau Ulrike Dicker für diesen lesenswerten Reisebericht und die schönen Fotos von der Ewigen Stadt Rom.

Dienstag 29.10.

Von Landau fuhren wir vier mit dem Zug nach Karlsruhe. Dort stiegen wir in den „Hirschbus“. Herr Dick brachte uns, nachdem wir alle eingesammelt hatten, sicher zum Frankfurter Flughafen. Mit der Lufthansa (weiter) nach Rom. Hier wurden wir von unserer Reiseführerin Margarete Jäger abgeholt und fuhren weiter zu unserem Hotel „Nord Nuova“, das sehr zentral am Hauptbahnhof Roms liegt.

Wir checkten ein, bezogen unsere Zimmer und wurden mit „Audioguides“ ausgestattet, so dass jeder alles gut verstehen konnte und keiner verloren ging. Dann ging es los auf Kirchentour. Unser Ziel war der Lateran. Die erste Kirche, Baptisterium San Giovanni in Fonte, ist die älteste Taufkirche der Christenheit. Anschließend ging es zur Basilika San Giovanni, die Bischofskirche Roms und „Mutter aller Kirchen“.  Die Kirche, die Kaiser Konstantin bauen ließ, beeindruckt mit ihrem ewig langen Mittelschiff bis zum Altar sowie die vielen Mosaiken und der alte Holzaltar in der Sakristei, an dem Petrus die Messe gelesen haben soll. Auch die Santa Maria Maggiore, die größte aller Marienkirchen, konnten wir bestaunen. Zum Schluss ging es zur Santa Prassede. Ihre wunderschönen, farbenprächtigen Mosaiken sind fast vollständig bewahrt.

Santa Maria Maggiore
Basilika San Giovanni

Nach diesen ersten Eindrücken der Kirchen von Rom, wurden wir mit unserem Bus wieder zum Hotel zurückgebracht. Nach einem guten Essen in der Nähe des Hotels fielen wir müde und erschöpft in unsere Betten.

Mittwoch 30.10.

Nach einem Frühstück im Hotel wurden wir am nächsten Tag von Frau Jäger abgeholt um zur Papstaudienz zu fahren. Außer uns waren noch tausend weitere Menschen auf dem Petersplatz versammelt um auf den Papst zu warten, der pünktlich um 9.30 Uhr mit seinem „Papamobil“ durch die Menge fuhr, ab und zu stehen blieb, dem einem oder anderem die Hand schüttelte, kleinen Kindern mal über den Kopf streichelte. Ein Papst zum Anfassen. Ein sehr ergreifender Augenblick.

Später marschierten wir zusammen zur Engelsbrücke, die eine der Hauptbrücken Roms darstellte. Viele Pilger kamen über diese Tiberbrücke nach Rom, um sich die versprochenen Ablässe ihrer Sünden zu sichern. Ihrer zentralen Lage verdankt die Engelsbrücke auch die zweifelhafte Ehre, dass sich hier eine Hinrichtungsstätte befand.

Weiter zum Piazza Navona

Bernini legte hier im Jahr 1649 in der Mitte des Platzes den Vierströmebrunnen an. Vier große männliche Figuren symbolisieren die größten Ströme der damals bekannten Kontinente. Außerdem zeigt er den Herrschaftsanspruch des Papstes über die Erde, durch den Obelisken, der sich in der Mitte erhebt mit einer Taube, den Wappentier der Päpste.

Vierströmebrunnen

Nach einer wohlverdienten Mittagspause, abseits des Trubels, ging es zum Trevi-Brunnen, natürlich nicht ohne ein, zwei oder mehr Münzen hineinzuwerfen. Je nachdem, was man will:

Trevibrunnen

„Eine Münze kommt man bald nach Rom zurück. Bei zwei Münzen, kann man darauf hoffen sich in einen Römer/in zu verlieben und eine dritte Münze bedeutet gar, dass man diese neue Bekanntschaft heiraten wird“.

Dann auf zum Pantheon, dem Tempel aller Götter. Ein wirklich prachtvoller Bau mit einer prächtigen Kuppel, die einen Durchmesser von 43 m hat und in der Mitte geöffnet ist. Durch die Kreisöffnung flutet das einfallende Sonnenlicht in das Innere der wunderschönen Tempelhalle mit ihren Altären, den Statuen und Grabmälern. Sie ist derzeit eine der größten selbsttragenden Kuppel der Welt, die aus Betonguss gefertigt wurde und diente als Vorbild für die Kuppel des Petersdoms.

Donnerstag 31.10.

Dieser Tag war dem Vatikan gewidmet. Zuerst besuchten wir die Vatikanischen Museen. Viele Schätze, die bei Ausgrabungen gefunden wurden und Bilder verschiedener Epochen sind zu bestaunen. Am Anschluss an die Museen gelangt man in die Sixtinische Kapelle. Michelangelo übernahm die Aufgabe, eine etwa 500 Quadratmeter große Fläche über Kopf auszumalen. Dieser Auftrag verlangte Michelangelos vollste Aufmerksamkeit und körperliche Kraft. Das Deckengewölbe wurde von Michelangelo im Jahr 1508 begonnen und im Jahr 1512 fertiggestellt. Die Genesis (Schöpfungsgeschichte) besteht aus insgesamt 105 Figuren.

Diese Kapelle ist der Ort, an dem das Konklave abgehalten wird. Sie liegt unmittelbar nördlich des Petersdoms. Für Touristen ist sie nur über die vatikanischen Museen erreichbar.

Weiter zum Petersdom, dem zentralen Heiligtum der römisch-katholischen Kirche.

Petersdom
Petersdom

Die Kuppel auf dem Petersdom ist das weltweit größte freitragende Bauwerk aus Ziegeln. Im Inneren des Kuppelfrieses steht in großen Lettern ein Zitat aus dem Matthäus Evangelium:
Tu es Petrus et super hanc petram aedificabo ecclesiam meam et tibi dabo claves regni caelorum
(Du bist Petrus (griechisch: Fels), und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und Dir gebe ich die Schlüssel zum Himmelreich.)

Im nordwestlichen Teil des Petersdoms befindet sich die Statue des heiligen Petrus. Seine Füße werden nach einer alten Tradition von Pilgern geküsst. Über dem Grab Petri steht der Hauptaltar. Hier darf nur der Papst die Messe lesen. Bevor es dann hinauf zur Kuppel geht, gingen wir (wer will) zuerst hinunter zu den Gräbern.

Möglichst nah am Petrusgrab sind in einer Krypta 23 Gräber der insgesamt 164 Papstgräber der vatikanischen Grotten untergebracht.

Nachdem die Führung hier beendet war, blieben einige noch im Dom, andere gingen die Kuppel hinauf. Über 530 Stufen waren es bis zur Kuppel oder aber mit dem Aufzug und die restlichen 320 Stufen ganz nach oben, wo man eine tolle Aussicht auf Rom mit ihren vielen großen Bauten, ihren Kirchen und ihren Kuppeln hatte.

Blick von der Kuppel

Nachdem zwei von uns die Kuppel erklommen hatten, machten wir uns auf den Weg in die Stadt Richtung Hotel. Zwischendurch schlenderten wir in das ein oder andere Geschäft und genossen in einem kleinen Café einen Espresso.

Freitag 01.11.

Auf den Spuren römischer Vergangenheit zog es uns zum Kolosseum. Zuerst mit der U-Bahn (in Rom kann man mit einer Karte für 1,50 € in einem Zeitraum von 100 Minuten überall hinfahren), dann ein Stückchen zu Fuß. Dank der guten Organisation mussten wir nicht anstehen und konnten direkt in die beeindruckende Arena. Frau Jäger erzählte uns sehr anschaulich, was es mit dem Bau und den einzelnen Wettkämpfen der Gladiatoren und Tierkämpfen auf sich hatte. Sie dienten schlicht und ergreifend der Unterhaltung des Adels und Volkes.

Kolosseum

Direkt gegenüber steht die Kirche San Pietro in Vincoli in der ein kostbares Relikt liegt: die Kette, an die der Heilige Petrus als Gefangener von Jerusalem gekettet war. Die 235 cm hohe Skulptur Moses sitzt rechter Hand. Sie wird von Michelangelo in jenem Moment dargestellt, in dem er sich kurz nach seinem Abstieg vom Berg Sinai befunden haben muss. Die Statue ist mit einer Tunika bekleidet und hat zwei Hörner auf dem Kopf. (Warum aber hat Michelangelo der biblischen Gestalt, der die Israeliten aus Ägypten führte, Hörner aufgesetzt. Kleine Ursache – große Wirkung: es war ein Übersetzungsfehler! Denn eigentlich hätte das Haupt des Moses nicht von Hörnern, sondern als von Strahlen umgeben gezeigt werden müssen;
Quelle :www.fix-interkulturell.de)

Moses von Michelangelo

Kurze Kaffeepause, weiter zum Forum Romanum. Hier können wir uns durch die detaillierten Erklärungen von Frau Jäger ein Bild machen, wie die Römer früher gelebt und gewohnt haben.

Nach der Mittagspause liefen wir hinauf zum Kapitol (kurze Namensform des Kapitolinischen Hügels), des zweitkleinsten der klassischen sieben Hügel des antiken Rom. Heute ist hier die römische Stadtregierung untergebracht. Rechts und links ist das Kapitolinische Museum, das wir besuchten. Hier trafen wir auf Werke der antiken Kunst. Wir sahen unter anderem Überreste der Kolossalstatue des Konstantins, die „Kapitolinische Wölfin“ die Romulus und Remus säugte. Werke von berühmten Malern, um nur Rubens und Caravaggio zu nennen.

Samstag 02.11.

Eine Besichtigung der Galleria Borghese stand heute auf dem Programm. Außer antiken Mosaiken konnten Skulpturen Berninis und Canovas sowie Gemälde Tizians und Caravaggios und mehr studiert werden. Danach ging es zur Spanischen Treppe, die eigentlich Französische Treppe heißen müsste. Doch da der Platz der „Spanische Platz“ ist und das spanische Konsulat in der Nähe seinen Sitz hat, blieb es bis heute bei dem Namen. Unterhalb dieser Treppe ist die teuerste Einkaufsstraße Roms zu finden. In Gucci, Prada und wie sie alle heißen, kann man mit dem gewissen „Kleingeld“ einkaufen gehen. Wir gingen jedoch an unserem freien Nachmittag nach Trastevere. Manche nennen diesen Ort auch das Dorf in der Stadt. Auf jeden Fall gibt es dort kleine schöne Geschäfte und Restaurants. Leider hat es geregnet, so dass wir uns bald auf den Weg zum Hotel machten.

Sonntag 03.11.

Bevor es heute wieder zurück nach Deutschland ging, fuhren wir früh morgens nach Ostia Antica, eine römische Hafen-und Handelsstadt. Diese Stadt wurde 700 v. Chr. gegründet. Man findet gut erhaltene Grabstätten, Tempel, Restaurant, Theater, Wohnungen und anderes mehr. Auch hier konnte man sich sehr gut vorstellen, wie sich das Leben in dieser Zeit abspielte.

Ostia Anitca
Therme in Ostia Antica

Um 10:30 Uhr war es an der Zeit Abschied zu nehmen. Es war eine sehr schöne, gut organisierte und Dank Frau Jäger sehr interessante Studienreise.

Somit bleibt diese „ewige Stadt“ in „ewiger  Erinnerung“.