Reise Nr. 1 – Tag 5 (Farben und Schwindel)

„Corona sei Dank“ ist mittlerweile ein geflügeltes Wort, was unseren Reiseverlauf betrifft. Wenig Verkehr, Lavendelfelder ohne Asiaten, pittoreske Städtchen ohne Touristen, die Serpentinen der Verdon-Schlucht ohne Gegenverkehr – Vorsaison zur besten Reisezeit.

Wir reisen auf der Via Domitia über Apt und Céreste nach Manosque. Platanenalleen, geschwungene Bergrücken, hübsche Städtchen, Lavendelfelder, mit Mohnblumen gesprenkelte Kornfelder, Alpenblick. Ein Traum. Hinter Manosque erklimmen wir die Hochebene von Valensole – ein Meer in lila. Fotostopp! Jemand muss die Asiaten ersetzen.

Selten war ein Reisetitel so zutreffend
Glückliche Mitreisende
Blick aus dem Fenster – Landschaft wie Fototapete

Nächstes Ziel ist Moustiers-Ste-Marie. Malerisch klebt es am Berg, unter Felswänden und einem goldenen Stern. Regine Löwe erzählt die dazugehörige von Frédéric Mistral überlieferte Legende. Es gibt einen kleinen Markt mit Obst, Gemüse, Käse, Wurst und Lavendelhonig. In einigen Galerien werden Fayencen gezeigt. Schön kühl ist es in der romanischen Kirche mit nettem Glockenturm.

Markttag in Moustiers-Ste-Marie
Kräuter der Provence
Dorfansicht mit Glockenturm
Sarkophag? Altar!
Kapelle hoch über der Stadt
Der Blick auf die Stadt ist schön …
… aber nicht schwindelfrei und mit Flip-Flops im Fels zu spazieren nicht wahnsinnig intelligent.

Dann zeigt unser Fahrer Rocco Pflugbeil, was er kann, in den Serpentinen der Verdon-Schlucht. In der Gruppe ist man geteilter Meinung, ob die zur Schlucht gelegenen Plätze als Vorteil zu sehen sind. Es ist spektakulär, und man fragt sich, wie diese Strecke in der „normalen“ Hochsaison mit Gegenverkehr zu bewältigen ist.

Der Ausgang der Schlucht
In luftiger Höhe, entlang gewaltiger Felswände, windet sich die Straße.
Bis zur „Mescla“, dem Zusammenfluss von Verdon und Artuby. Hier gibt´s zur Belohnung einen Kaffee (oder, je nach Vorliebe, einen Aperol Spritz)
Unser Fahrer legt Wert auf einen sauberen Bus – lokale Reinigungszeremonie vor dem Buseinstieg

Nach so vielen Höhepunkten treten wir erschöpft die Rückreise an. Über Deutschland (wir durchqueren einen Ort namens „Allemagne-en-Provence“!) und den erstaunlich leeren Thermalort Gréoux-les-Bains erreichen wir unser Klosterhotel im Licht. Es bleibt noch Zeit für einen Sprung in den Pool vor dem Abendessen.

A propos: Außer dass ich mich täglich darauf freue, habe ich das Abendessen noch nicht erwähnt. Wir sitzen allabendlich und großzügig platziert im Innenhof unter freiem Himmel. Es gibt ein festes 3-Gang-Menu mit provencalischen Spezialitäten. Die Bedienungen tragen Mundschutz, ansonsten ist es eigentlich wie immer. Zur Sicherheit und gründlichen Desinfektion sind Rotwein und Rosé der örtlichen Kellerei inklusive. Wasser natürlich auch.

Frühstück und Abendessen nehmen wir im schönen Innenhof ein.
Innerlich anwendbare Desinfektionsmittel (Gruß an Herrn Trump) der örtlichen Kellerei sind inklusive.
Freundliche Damen servieren schnell und professionell.
Petites Entrées provencales
Grillades au barbecue, Duo de légumes
Cheesecake au spéculos

Bon appétit!