Veröffentlicht am Autor , Bettina Rohleder

Quirliges Paris trifft romantische Normandie – Unterwegs mit Nicko Cruises

MS Seine Comtesse am Anleger in Rouen

1. Tag

Nach gerade mal 2,5 Stunden fährt mein TGV auf die Minute pünktlich am Pariser Ostbahnhof „Gare-de-l´Est“ ein. Die Anreise ab Karlsruhe verlief so unkompliziert und schnell, dass ich mich frage, warum ich nicht öfters nach Paris komme!?
Mein Reisegepäck ist kurzerhand in einem der Schließfächer am Bahnhof deponiert, denn mein Plan ist, die nächsten Stunden Paris bequem zu Fuß zu erkunden.
Nach wenigen Minuten bin ich bereits am romantischen Kanal Saint Martin. Glücklicherweise befindet sich gerade ein Ausflugsboot in einer der Schleusen. Selbst die Pariser bleiben einen Moment stehen und sehen zu.

Gare-de-l´Est

Canal Saint-Martin

In einem französischen Café, an der Seite des Kanals, genieße ich zum Start in den Tag einen frischen Cappuccino. Dabei entdecke ich die hübsche Patisserie nebenan. Dort ist so viel los, dass ich selbst einen Blick reinwerfe und eines der raffiniert belegten Baguettes mitnehme.


Patissier Crazy Cake

Der weitere Verlauf des Kanals in Richtung Seine ist ruhig und romantisch. Viele Pariser gehen hier spazieren oder joggen. Kurz später treffe ich aber bereits wieder auf zahlreiche Touristen an Notre Dame.
Nicht nur die bekannten Sehenswürdigkeiten machen einen Aufenthalt in Paris unvergesslich. Vor allem die Menschen machen den unvergleichlichen Charme der Stadt aus. So zum Beispiel die Buchhändler. Sie vertreiben seltene oder vergriffene Bücher, Zeitschriften, Comics, Bilder und ein paar der klassischen Souvenirs. Seit Mitte des 16 Jahrhunderts sind „Les Bouquinistes“ mit ihren grünen Klappständen entlang der Seine vertreten und haben mittlerweile Kultstatus erreicht.


Bassin de l´Arsenal, im Hintergrund die Julisäule auf der Place de la Bastille

Notre Dame

Nach meinem ganztägigen Spaziergang freue ich mich auf die Entspannung an Bord der MS Seine Comtesse. Bei Buchung der Zugfahrkarte über Nicko Cruises ist der Transfer vom Bahnhof zum Schiff inklusive und bequem.
Am Anleger Javel angekommen wird man sofort herzlich von den Mitarbeitern begrüßt und in Empfang genommen. Mein Koffer ist mir dabei gar nicht lästig, der wurde mir nämlich schon längst abgenommen und auf die Kabine gebracht.

Kurz vor dem Abendessen ist das erste Treffen unserer Seminargruppe in der Lounge. Die Teilnehmer, bestehend aus Reisebüromitarbeitern und Reisebüroinhabern, lernen während einer regulären Reise das Produkt von Nicko Cruises besser kennen. Diese eigenen Erfahrungen sind viel Wert, um unsere Kunden später optimal beraten zu können.

Ausnahmsweise gibt es an diesem ersten Abend das Essen in Buffetform. Egal welche Anreiseart man gewählt hat, per Bahn, Bus oder in Eigenanreise, kann man somit entspannt ins Restaurant kommen, ohne sich an eine Essenszeit zu binden.
Um 22:45 Uhr legen wir in Paris ab und starten mit dem ersten Highlight: Wir fahren ein kurzes Stück Seine aufwärts und stehen an Deck um pünktlich zur vollen Stunde das Glitzern und Glänzen des Eiffelturms zu bewundern!

2. Tag

An diesem Morgen gleitet die „Seine Comtesse“ lautlos übers Wasser. Der Morgennebel und die ersten Sonnenstrahlen versprühen eine ergreifende, friedliche Stimmung. Das erlebt man nur auf einer Flusskreuzfahrt!

Morgennebel

In der Nacht haben wir bereits einige Kilometer flussabwärts zurückgelegt. In der Kabine auf dem Oberdeck war von Motor und der Schleusenarbeit wenig zu hören. Je nach Lage auf dem Schiff sind die Geräusche und Vibrationen unterschiedlich ausgeprägt.
Nach der obligatorischen Sicherheitsübung und einem interessanten Vortrag zu den buchbaren Ausflügen haben wir im idyllischen Ort Les Andelys einen individuellen Landgang. Die meisten in unserer Gruppe nehmen den kurzen steilen Anstieg zum Chateau Gaillard in Angriff. Die mittelalterliche Festung wurde einst von Richard Löwenherz errichtet.

Millimeterarbeit in der Schleuse

Aufstieg zum Chateau Gaillard

Haus in Les Andelys

Schiffsanleger Les Andelys

An jedem Abend findet man eine Übersicht des nächsten Tages in der Kabine. Wir wissen also genau, wann das Schiff weiterfährt. Für den kleinen Ort Les Andelys haben wir üppig Zeit. Die meisten Gäste haben es sich bereits auf dem Sonnendeck bequem gemacht, genießen die Sonne, lesen oder beobachten einen Hunde-Parcours-Wettbewerb, der direkt am Ufer stattfindet.

Heißluftballon über der Seine

3. Tag

Gut gestärkt vom umfangreichen Frühstücksbuffet ist der morgendliche Treffpunkt am Bus, direkt am Anleger in Caudebec-en-Caux. Fahrer Johann aus Deutschland bringt uns sicher und bequem in die eine Stunde entfernte Hafenstadt Honfleur.
Einst verbrachten Maler wie Monet, Picasso und Cézanne eine gewisse Zeit ihres Lebens in Honfleur. Somit wurde der unbekannte Seefahrerort zum Künstlerort der Normandie.

Das alte Hafenbecken Vieux Bassin, wo heute zahlreiche Fischerboote am Kai liegen, befindet sich im Herzen der Stadt. Hohe Fachwerkhäuser umgeben das Becken. Nach einigen Minuten Fußmarsch durch die romantischen kleine Gassen treffen wir auf die Kirche Sainte Catherine. Schiffszimmerleute erbauten sie im 15. Jahrhundert und gaben der Dachkonstruktion die Form eines Schiffsrumpfes. Zahlreiche bunte Glasfenster erhellen den Innenraum. Wir lauschen den Erzählungen unserer sympathischen Reiseleiterin Frederique – dank Übertragungsanlage ist das in der Kirche ganz diskret möglich.

Honfleur

Bei strahlendem Himmel sehen Sie mich hier am Hafen „Vieux Bassin“ von Honfleur


maritimes Restaurant


Glockenturm von Honfleur

Zur Mittagspause sind wir zurück in unserem schwimmenden Hotel. Am Morgen haben wir bereits unser Mittagessen vorbestellt. Zur Auswahl stehen täglich ein 3-Gänge-Menü mit Wahlmöglichkeiten oder ein Light Lunch. Das Menü wird im Restaurant serviert. Die Crew ist hier außergewöhnlich flexibel – selbst eine Nachbestellung, eine Umbestellung, der Wunsch einer größeren oder kleineren Portion sind überhaupt kein Umstand. Der Light Lunch ist ein kleines Buffet in der Lounge mit Salat, Suppe, Hauptspeise und Dessert.

Am Nachmittag führt uns Reiseleiterin Frederique nach Étretat an der Alabasterküste. Entlang der Fahrtstrecke sind hübsche traditionelle Reetdachhäuser zu sehen.
In Etretat angekommen schwärmen wir in alle Richtungen aus, um auf eigene Faust die Attraktionen zu erkunden. Zur Auswahl stehen ein sichelförmiger Sandstrand und eine kleine Strandpromenade für gemütliches Verweilen. Wer die sportliche Herausforderung nicht scheut, macht sich auf den Weg zu den Klippen. Weiße Kreidefelsen und die im Lauf von Jahrtausenden durch Erosion entstandene Felsentore im Meer zählen zu den meistfotografierten Attraktionen im Ort.


Architektonisch interessantes Restaurant in Etretat

Hoch über der Felsformation Porte d’Amont steht die kleine Steinkapelle Notre-Dame-de-la-Garde

Kalksteinfelsen in Etretat

Schwindelfrei muss man sein, wenn man an der Felsformation „Manneporte“ bis zur vordersten Spitze laufen möchte

Porte d’Aval – natürlicher Brückenbogen aus Kalkstein und 70 Meter hohe Felsnadel

Porte d’Aval – dieses mal aus der Strandperspektive. Der Weg dorthin führt über einen Höhlentunnel und ist nur bei Ebbe begehbar.

Zurück in Caudebec-en-Caux nutzen wir den kurzen Fußweg vom Bus zum Schiff, um einen Abstecher zur Kirche Notre-Dame zu machen. Frederique hatte uns am Morgen erklärt, dass der Name des Ortes aus der altskandinavischen Sprache hergeleitet ist; Caldebec heisst soviel wie „kalter Bach“.

Am Abend werden wir nach einem – wie jeden Tag – leckeren Abendessen mit feinster Chanson Musik in der Lounge unterhalten.

4. Tag
Unser Kapitän hat bereits früh morgens mitten in der Stadt Rouen angelegt. Zeit, um unsere strahlende rot-weiße „Seine Comtesse“ bei bestem Wetter zu fotografieren, bevor wir bei einem geführten Spaziergang die Stadt erkunden.

Vorbei an urigen und schrägen Fachwerkhäusern, gelangen wir zum früheren Friedhof. Als die Pest im Jahr 1348 mehr als drei Viertel der Bevölkerung Rouens dahinraffte, wurde das Beinhaus Saint-Maclou angelegt. Im Innenhof sind viele Holzschnitzereien mit Totenköpfen zu sehen. Heute befindet sich hier die regionale Kunsthochschule .

Durch enge Gassen gelangen wir zur beeindruckend großen und trotzdem filigranen Kathedrale. Berühmt ist vor allem einer der sieben Türme; der sogenannte „Butterturm“. Während der Fastenzeit war der Verzehr von Butter untersagt, durch Spenden an die Kirche konnte dieses Verbot aber geschickt umgangen werden. Aus den Einnahmen der Spenden finanzierte sich dann der Bau des Glockenturms.


Anleger Rouen


Fachwerkhäuser in Rouen

Heutige Kunsthochschule Aître-Saint-Maclou

Holzschnitzereien im Innenhof vom Beinhaus Saint-Maclou


Kathedrale von Rouen


Filigrane Fassade der Kathedrale, rechts der „Butterturm“

Weiter führt uns der Weg durch die Shopping-Meile bis zum Uhrturm Gros-Horloge. Die „große Uhr“ ist eine der ältesten astronomischen Uhren Europas und eine beliebte Sehenswürdigkeit der Stadt. Ist Ihnen aufgefallen, dass es lediglich einen Zeiger für die Stunden gibt?

Zum Abschluss besichtigen wir die moderne Kirche „Sainte Jeanne d’Arc“. Ihre Siege im Hundertjährigen Krieg machten Jeanne d’Arc zur Nationalheiligen Frankreichs. Die Kirche steht genau an der Stelle, wo sie verbrannt wurde.

Am Nachmittag genießen wir die Freizeit und erkunden die übersichtliche Stadt auf eigene Faust.


Die große Uhr von Rouen Le-Gros-Horloge


der „TGV“ von Rouen

Place du Vieux-Marché

historische Holzschnitzereien am Eingang – thematisch passend zu einem Strumpfgeschäft

5. Tag
Am Morgen stoßen wir auf unsere heutige Reiseleiterin Raffaele. Sie empfängt uns in einwandfreiem Deutsch und auf eine sehr angenehme lebhafte Art, die uns während des Tages oft zum Schmunzeln bringen wird:

„Deutsch ist schwer; Genetiv, Dativ, Akkusativ… In Frankreich kennt man nur Aperitif und Digestif“

Nur wenige Kilometer westlich von Rouen besichtigen wir die Abteikirche Saint-Georges-de-Boscherville. Die Klosterkirche, heute Pfarrkirche von St-Martin-de-Boscherville, ist zusammen mit dem Klostergarten das letzte Überbleibsel eines Augustinerklosters, das 1114 von den Benediktinern übernommen wurde.

Abteikirche Saint-Georges-de-Boscherville


Gut erhaltene Malerei eines Engels aus dem 16 Jhd.

Am Vortag haben wir bereits die Abtei Jumiéges vom Wasser aus gesehen. Die „schönste Ruine Frankreichs“ birgt trotz ihrer Zerstörung eine faszinierende Anziehungskraft. Jumièges wurde im Jahre 654 durch Saint-Philibert gegründet und 841 von den Wikingern bei ihrem Einfall in die Normandie zerstört. Wahrzeichen der Abtei sind ihre 47 Meter hohen Doppeltürme. Das dachlose Hauptschiff lässt bis heute die Ausmaße der einst 120 Meter langen Kathedrale Notre Dame erahnen. Wir haben ausreichend Zeit, die Anlage und den Garten zu erkunden. Die dunklen Wolken bescheren uns einen dramatischen Hintergrund auf den Fotos, der Regen hält sich allerdings bis zu unserer Rückfahrt zurück.


Abtei Jumièges

Am Abend begeistert uns die Crew mit außergewöhnlichen Outfits und thematischer Dekoration im Speisesaal. Wir sind natürlich dementsprechend vorab informiert worden und während der Freizeit am Mittag war Zeit für die Kleidungswahl und Schmink-Vorbereitungen. Mit unechten Säbeltätowierungen auf der Backe und Kopftuch „bewaffnet“ steht unserem Piratenabend nichts mehr im Weg. Der krönende Abschluss bildet eine unterhaltsame Crew-Show.

Freizeit in Rouen

Tischdeko am Piratenabend

Kurzes Naturschauspiel: Sonnendeck bei Graupelschauer

6. Tag

Monet lebte von 1883 bis zu seinem Tod 1926 in seinem Haus in Giverny. Er mietete es zuerst an und begann dahinter den Ziergarten ‚clos normand‘ anzulegen. Später erwarb er das Haus und ein zweites Grundstück auf der anderen Seite der Straße. Dort befindet sich auch heute noch der Wassergarten mit dem Seerosenteich und die japanischen Brücke. Der Garten diente ihm nicht nur zur Erholung, sondern inspirierte ihn auch für seine Gemälde.

Der aufwändig gepflegte Garten, Monets Haus und sein Atelier können heute besichtigt werden und sind mit über 500.000 Besucher jedes Jahr ein wahrer Besuchermagnet geworden.
Unsere Reiseleiterin Patricia bringt uns als erste Besucher dieses Tages auf die hübsche Anlage. Wir können ihr nur danken, denn so haben wir den sagenhaft schönen Garten in aller Ruhe für uns alleine, bevor kurz später der große Ansturm kommt.


Garten von Claude Monet

Seerosenteich


Die Brücke über den Seerosenteich sieht aus wie in Monets Gemälden

Wer möchte, kommt mit dem ersten Bus um 11 Uhr zurück nach Vernon zum Anleger. Wer mehr Zeit im Garten Monets verbringen möchte, kann den zweiten Bus eine Stunde später nehmen. Wir haben uns für die erste Gruppe und somit für die Möglichkeit eines geführten Stadtspaziergangs in Vernon entschieden.

Am Abend ist es zu unserem Bedauern schon Zeit für den Abschiedsabend. Das herzliche Personal und das leckere Essen werden wir definitiv vermissen.


Stadtrundgang in Vernon

Wachturm und alte Stadtmauer der einstigen Burg von Vernon

7. Tag
Zurück am gewohnten Anleger Javel in Paris, freuen wir uns auf eine klassische Stadtrundfahrt. Vorbei an allen bekannten Sehenswürdigkeiten lauschen wir den Erzählungen unserer Reiseleiterin. Auch der Busfahrer gibt sein Handwerk zum Besten – man möchte sich die Augen zuhalten aber der Bus passt haargenau durch den Torbogen. Das verdient begeisterten Beifall!


Arc de Triumphe in Paris

Verkehr auf der Champs-Elyseés mit Blick zum Riesenrad


Interessante Busdurchfahrt

Louvre


Eiffelturm

Nicko-Cruises Schiffsanleger Javel

Die beiden Nachmittagsausflüge sind hinauf zum Montmartre oder ins Quartier Latin. Da ich gerne eine unbekanntere Seite von Paris entdecken möchte, entscheide ich mich für Quartier Latin – das traditionelle Studentenviertel in Paris. Der Name des Stadtteils (auf deutsch „lateinisches Viertel“) kommt aus der Zeit, als der Unterricht in den akademischen Institutionen noch auf lateinisch gegeben wurde. Heute wohnen hier aufgrund der enorm gestiegenen Preise kaum noch Studenten. In den mittelalterlichen Gässchen findet man viele kleine Geschäfte und Imbissstände.


Buchladen im Quartier-Latin

Viele der Reisenden lassen den letzten Abend in der Lounge und an der Bar ausklingen. Ich schließe mich aber einem ganz besonderen Abendangebot von Nicko Cruises an: Eine einzigartige Show im Lido de Paris, dem legendären Cabaret, das sich auf der schönsten Avenue der Welt befindet, der Champs-Elysées!
In einem Wirbel aus wunderschönen in Federn und Pailletten gekleideten Frauen und unfassbar wechselnden Bühnenbildern mit außergewöhnlichen Attraktionen wie einen überdimensionalem Kronleuchter und einer Eislaufbahn, vergeht der Abend wie im Flug. Für das Sahnehäubchen hat unser Busfahrer gesorgt; pünktlich um 23 Uhr halten wir vor dem funkelnden Eifelturm.

Lido


Abschluss am funkelnden Eiffelturm

Die nicko cruises Flussreisen GmbH ist ein führender Anbieter für Flusskreuzfahrten in Europa und seit langem ein guter Partner von Hirsch-Reisen. Gerne beraten wir Sie in unserem Reisebüro zu den zahlreichen Angeboten auf den bekannten Flüssen.
Mein persönlicher Tipp; sichern Sie sich noch einen Platz im Herbst auf der „Seine Comtesse“ und erleben Sie selbst das quirlige Paris und die romantische Normandie – ganz bequem und bestens organisiert!