Neustart 2021 – Blick hinter die Kulissen

Ein Bericht von Hirsch-Reisebusfahrer Frank Baumgärtner

Frank Baumgärtner

Über sieben Monate ist es her, dass wir gemeinsam mit unseren Gästen unterwegs sein durften. Nun ist es endlich soweit – wir reisen wieder! Für mich als Reisebusfahrer ein ganz besonderer Tag. Endlich darf ich wieder das tun, wofür ich meinen Beruf so liebe. Für unsere Gäste die schönsten Ecken ansteuern und ihnen eine unvergessliche, stressfreie Reise ermöglichen. Die Freude stand mir bei der Abfahrt ins Gesicht geschrieben. Ich war total glücklich, dass es endlich wieder los ging. Meine erste Reise startete am Montag ins schöne Schleswig-Holstein.

Die Corona-Regeln verändern die Abläufe einer Reise für mich etwas. Vor dem Verladen des Gepäcks werden Sitze und Kontaktflächen im Bus desinfiziert. Bevor alle einsteigen, steht jetzt die Sichtung des Tests oder Impfnachweise der Gäste an. Aber das war schnell erledigt und wir konnten voller Vorfreude pünktlich abfahren. Unsere erste Pause zum Frühstück legen wir in der Regel an einer Raststätte ein. Aktuell sind aber viele noch geschlossen. Für uns kein Problem – alle unsere Busse haben eine Kaffeemaschine an Bord. Ein frisch gebrühter Kaffe aus dem Bordbistro an der Raststätte – herrlich, da merkt man, dass man wieder auf Reisen ist. Die Mittagspause verbrachten wir dann aber abseits der Autobahn im Harz.

Abfahrt in Karlsruhe

Am späten Nachmittag erreichten wir unser Ziel – das Hotel Waldschlösschen in Schleswig. Der Empfang war sehr herzlich. Auch hier merkt man richtig, dass sich alle freuen, endlich wieder Gäste empfangen zu dürfen. Ich kümmerte mich noch um die obligatorischen Corona-Tests für die Gäste, danach bezogen wir unsere Zimmer. Am Abend genossen wir dann ganz entspannt das leckere Abendessen.

Blick in den Garten unseres Vertragshotel Waldschlösschen

Unser zweiter Tag begann mit Kaiserwetter. Nach dem Frühstück starteten wir mit meiner netten Kollegin und Reiseleiterin Ursula Suhr das Programm für den Tag. Für mich nach der langen Anreise am Vortag ein ganz entspannter Tag mit einigen kurzen Fahrstrecken. So kann es weiter gehen. Meine Gäste sind happy, was mich automatisch zu einem glücklichen Fahrer macht 🙂

Voller Körpereinsatz unserer Reisleiterin Ursula Suhr als Nonne im St. Johannis-Kloster. Wir kamen sogar in den Genuss einer Gesangseinlage!

An Tag drei, hat sich das frühe Aufstehen richtig gelohnt. Es stand Hallig Hooge auf dem Programm. Von Schüttsiel aus starteten wir bei Ebbe mit MS SeeAdler. Auch auf der Hallig spürt man die Freude, dass endlich wieder Besucher kommen. Ohne Hektik hatten wir viel Zeit um die Insel zu erkunden. Dass es wirklich eine Insel ist, merkt man auf der Rückfahrt – dann nämlich bei Flut.

Am vierten Tag stand erst einmal ausschlafen auf dem Plan, bevor wir zu unserem Ausflug aufbrachen. Entlang der deutsch/dänischen Grenze fuhren wir auf einer herrlichen Landstraße nach Seebüll. Links und rechts der Straße grüßten glückliche Kühe – meine Gäste konnten sich zurücklehnen und einfach die Landschaft genießen. Ein wirklich schönes Fleckchen in Deutschland und auch für mich ein ganz entspannter Arbeitstag. In Seebüll besuchten wir dann das Nolde Haus und die dazugehörigen Gärten – ein richtiges kleines Paradies.

Garten am Emil-Nolde-Haus

Nachmittags nahmen wir dann Kurs auf Flensburg. Frau Suhr spazierte mit uns durch die Innenstadt mit ihren schönen Kaufmannshöfen. Ein schöner Abschluss unseres Programms für diesen Tag. Zurück ging es über den alten „Ochsenweg“, der Flensburg mit Hamburg verbindet. Früher mussten die Ochsen diesen Weg laufen und wurden dann verkauft. Heute sind die Ochsenkarren auf dieser Strecke unter anderem Reisebusse und etwas komfortabler 🙂

Da morgen ein Ausflug nach Föhr geplant ist, und die Insel einen negativen Corona-Test vorgeschreibt um überzusetzen, wurde für die Ungeimpften unter uns noch ein kurzer Teststop eingelegt. Wie immer war das Ruck-Zuck erledigt und wir konnten den Rest des Tages das schöne Wetter genießen. Ich will hier die Gelegenheit nutzen und allen, die wegen der Testungen unsicher sind, ob sie reisen sollen, alle Sorge nehmen. Das läuft überall total unkompliziert. Wir informieren uns vorher, wo die nächste Teststation ist und gehen dort gemeinsam mit Ihnen hin. Testergebnisse kommen direkt per E-Mail. Wer auf Reisen keine empfangen kann, gibt uns einfach Bescheid. Die Ergebnisse lassen wir Fahrer auch gerne an unsere Mailadressen schicken. Sogar ich selbst hätte mir das anfangs umständlicher vorgestellt. Einem unbeschwerten Urlaub steht also nichts mehr im Wege!

Am Freitag hieß es dann Übersetzen nach Föhr. Ein schöner Tag auf der Insel mit Rundfahrt (Blick nach Sylt inklusive) und anschließendem Stopp am Strand von Wyk wartete auf uns.

Strand von Wyk auf Föhr

Unser vorletzter Tag führte uns nach Friedrichstadt, wo wir eine Grachtenfahrt unternahmen. Später ging es weiter nach Husum und durchs Dithmarscher Land zum Eidersperrwerk. Ein schöner Ausklang dieser ersten Reise zum Neustart 2021.

Zur Abfahrt bereit – frisch gereinigt und desinfiziert wie jeden Tag.

Rückblickend freue ich mich sehr über diesen gelungenen Neustart. Die Rückmeldungen unserer Gäste waren durchweg positiv und sehr verständnisvoll. Die Corona-Regeln verändern zwar ein paar Abläufe, insgesamt lässt es sich aber sehr gut reisen. Ich habe mich sehr gefreut, diese erste Reise gemeinsam mit unseren Gästen unternehmen zu dürfen. Die Erfahrungen dieser Reise machen Lust und bringen Zuversicht, für alle, die in den nächsten Wochen noch folgen werden.

Vielen Dank an meine Gäste und bis bald auf einer Hirsch-Reise

Ihr Frank Baumgärtner