Mit Hirsch in die Partnerstadt Nancy

Seit 70 Jahren ist die lothringische Hauptstadt Nancy Partnerstadt von Karlsruhe. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Nancy hat Hirsch Reisen eine besondere Fahrt ausgeschrieben, die von Kunsthistoriker Peter Kalchthaler konzipiert wurde. Er und Fahrer Rocco Pflugbeil begleiteten die Gruppe auf eine besondere Reise.

Nach der Ankunft in Nancy – zuvor besichtigte die Gruppe die dem Landesheiligen St. Nikolaus geweihte Basilika in St. Nicolas-de-Port vor den Toren der Stadt – und der Mittagspause bei der quirligen Markthalle, steht die barocke Neustadt im Mittelpunkt. Ausgehend von der Place Stanislas, einem der schönsten Plätze Europas und Weltkulturerbe, geht es vorbei an der Kathedrale Notre-Dame zur Pfarrkirche Saint-Sébastien. Das Meisterwerk des Spätbarock fasziniert durch seine ausgewogene Architektur und interessante Details der Ausstattung. Danach checken wir in unserem mitten in der Stadt gelegenen kleinen Hotel „Stanley“ ein.

Am Abend trifft sich die Gruppe zum festlichen deutsch-französischen Abend im großen Saal des Hôtel de Ville. Am Eingang empfängt Verena Denry, die Projektmanagerin für internationale Beziehungen, unsere Gruppe. Nach einem Apéritif begrüßt in Vertretung des Oberbürgermeisters Maire Antoine Le Solleuz die Gruppe. Ein kleiner Chor aus Studierenden singt die Marseillaise und die deutsche Nationalhymne.  Zur Karlsruher Gruppe hat die Partnerstadt eine entsprechende Zahl von Gästen aus Nancy eingeladen, darunter die Leiterin des Goethe-Instituts, der Vorsitzende des deutsch-französischen Freundeskreises und vor allem junge Studierende der Universität von Nancy. 

An jedem Tisch sitzt mindestens eine bilinguale Person, so dass sich bald überall ein lebhafter deutsch-französischer Dialog entfaltet. Auflockerung bringt ein Quiz mit Fragen zur deutschen und französischen Kultur, zu Karlsruhe und Nancy. Das Menu steht im Zeichen der Landesküche: zu Beginn gibt es eine Tourte lorraine mit Eiern und Speck in Blätterteig, danach einen Putenbraten in Mirabellensauce –  Lothringens Nationalfrucht – und ein Schokoladendessert. Die Gruppe ist sich einig, dass unsere Gastgeber ein gutes Konzept gefunden haben. Die Mischung aus Deutschen und Franzosen, Bürgern und Funktionsträgern, von Jung und Alt sorgt für einen kurzweiligen und interessanten Abend.

Der Sonntagvormittag beginnt in der Altstadt und führt uns in die ehemalige Minoritenkirche, die als Grablege der Herzöge von Lothringen diente. Hier besuchte die zukünftige Französische Königin Marie Antoinette von Österreich die Gräber ihrer Vorfahren und hier heirateten 1951 Otto von Habsburg-Lothringen und Regina von Sachsen-Meiningen. Ein Spaziergang durch den Park La Pépinière rundet den Vormittag ab. Der Nachmittag ist ganz der École de Nancy gewidmet, die zur Zeit des Jugendstils Architektur, Kunsthandwerk und Handel zusammenbrachte. Ein Rundgang führt zu den schönsten Beispielen der Epoche, darunter die Villa des Kunsttischlers Louis Majorelle, und endet beim Musée de l’École de Nancy. Die einstige Villa eines bedeutenden Mäzens, gelegen in einem zeitgenössisch gestalteten Garten, zeigt herausragende Beispiele des Möbeldesigns und der Innendekoration mit Metallarbeiten und Glaskunst, darunter Arbeiten des wohl bekanntesten Vertreters der École de Nancy: Émile Gallé.

Die Villa Majorelle

Das Thema „Jugendstil“ wird am Abend durch einen Besuch in der um 1900 gestalteten Brasserie „Excelsior“ ergänzt, wo der Tag bei einem gemeinsamen Menu im passenden Ambiente ausklingt.

Am Montag geht es zurück an den Oberrhein. Vor der Abfahrt besichtigen wir noch das Musée des Beaux Arts in Nancy, das eine bedeutende Sammlung vom Barock bis zur Gegenwart zeigt. Im Keller bewundern wir die mächtigen Bastionen Vaubans, die bei einer Museumserweiterung vor 30 Jahren zutage gekommen sind. Heute wird hier die größte Sammlung von Arbeiten aus der Glasmanufaktur Daum präsentiert. Auch Werke des bedeutenden Designers Jean Prouvé, dessen Vater zu den Gründern der École de Nancy gehört hatte, werden erläutert. Ein Zwischenstopp am Nachmittag führt nochmals in die Zeit von Stanislas Leszczynski, des ehemaligen polnischen Königs und Schwiegervaters von Ludwig XV., der hier als letzter Herzog von Lothringen und Bar residierte. Das eindrucksvolle Barockschloss mit seinem Garten galt als „lothringisches Versailles“.

Bei der Ankunft in Karlsruhe kann die Gruppe auf drei mit Begegnungen, Kunst, Kultur und Genuss gefüllte Tage zurückblicken.

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