Madeira mit Karneval
Der Montagmorgen beginnt heute sehr früh, als ich mich um halb vier Uhr morgens am Ludwigsplatz einfinde. Ein gut gelaunter Harald Ludwig empfängt mich mit seinem Bus und den ersten Gästen, nun geht es zum Frankfurter Flughafen. Dort kommt meine Mutter noch hinzu, wir checken ein, ich kaufe Urlaubslektüre und der Flug beginnt.


In Funchal angekommen empfängt uns Reiseleiterin Helena Perneta und erklärt auf dem Weg zum Hotel bereits, wie wir uns zurechtfinden können. Im Hotel Aldo Lido werden wir mit einem Glas Madeira-Wein empfangen.

Der Nachmittag ist frei, sodass sich alle noch etwas erholen können.
Meine Mutter und ich unternehmen den ersten Spaziergang an der schönen Promenade und entdecken dabei auch eine interessante Tunnelpassage. Im Café merken wir bereits, dass auch die Engländer hier gerne Urlaub gemacht haben – es gibt Scones und allerlei britische Spezialitäten.





Nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, widme ich mich dem Außenpool. Das Wasser ist etwas kälter als erwartet, aber man gewöhnt sich schnell daran.



Das Abendessen wird in Buffetform angeboten, sodass jeder etwas Leckeres finden kann.


Am nächsten Morgen lernen wir die Inselhauptstadt Funchal kennen.



Die Kathedrale ist zwar klein, beeindruckt uns aber. Hier lernen wir zum ersten Mal die wichtigsten Heiligen der vornehmlich katholischen Portugiesen kennen.




In der Rua de Santa Maria wurden viele Türen von lokalen Künstlern bemalt, sodass sich ein Bummel lohnt.









Der Botanische Garten beeindruckt mit einer Vielzahl von Pflanzen, auch die lokalen Früchte lernen wir hier kennen.







In der Markthalle finden sich allerlei Waren, die lokalen Früchte und auch der nur auf Madeira vorkommende schwarze Degenfisch.


Der Nachmittag ist frei und wir fahren mit dem Linienbus zum Botanischen Garten von Monte – wobei es eher ein großer Park mit vielen Kunstwerken ist.










Mit dem Bus geht es am späten Nachmittag zurück nach Funchal. Von dort laufen wir in etwa vierzig Minuten zum Hotel, um uns noch etwas zu bewegen.

Am Mittwoch erkunden wir den Osten der Insel und beginnen mit der Aussichtplattform von Cabo Girão. Hier sind wir nicht alleine, die Kreuzfahrer sind auch schon zugegen. Die Aussicht ist aber auch wirklich faszinierend.



Weiter geht es nach Ribeira Brava, wo wir ein bisschen durch den Ort bummeln.



Nun geht es hoch hinaus auf die Hochebene Paúl da Serra. Wir genießen das spektakuläre Panorama und das Gefühl über den Wolken zu sein.


Die Mittagspause machen wir in Porto Moniz, nahe des Atlantiks. Wir probieren den schwarzen Degenfisch mit Banane – wir befinden das Gericht für gut.Danach ist noch Zeit für einen Spaziergang an der – teilweise wegen der starken Wellen gesperrten – Promenade. Das Naturschauspiel ist herrlich.





Weiter geht es nach São Vicente. Wir werfen einen Blick in die Kirche und stoßen auf dem Vorplatz wieder auf ein schönes Stein-Motiv im Boden.


Zum Abschluss kehren wir noch in einer Hafenkneipe in Camara de Lobos ein und probieren den örtlichen Cocktail namens Nikita. Schon Winston Churchill hat in diesem beschaulichen Ort residiert und sich hier als Maler ausgetobt.




Nach dem Abendessen unternehmen meine Mutter und ich noch einen gemütlichen Abendspaziergang, während die Sonne allmählich untergeht. Danach folgt ein entspannter Ausklang bei Musik und Maracuja-Sekt-Sangria in der Hotelbar.




Der kommende Tag ist dem Westen der Insel gewidmet.
Ehe es hoch hinaus geht, besuchen wir noch eine kleine Stickerei-Manufaktur in Funchal. Wir sind beeindruckt von dem Geschick der Damen, aber auch von den berechtigten Preisen.




Nun lockt der Pico do Areeiro mit spektakulären Aussichten. Es ist der dritthöchste Punkt der Insel und beherbergt ein Observatorium.


Von einer sehr kleinen Forellenzucht aus gibt es einen Spazierweg durch das Naturschutzgebiet Ribeiro Frio zur Aussichtsplattform Os Balcões.








Im Anschluss trinken wir in einer kleinen Kneipe noch einen Poncha mit Maracuja.

In Santana stehen noch einige der traditionellen Strohhäuser, von denen es auf der ganzen Insel nur noch etwa 52 Stück gibt.


Meiner Mutter und mir ist es etwas zu kommerziell und umso mehr freuen wir uns über einen zusätzlichen Stopp in Porto da Cruz. Dort werfen wir einen kurzen Blick in die hier ansässige Rum-Manufaktur, ehe wir einen kleinen gemütlichen Spaziergang am Meer entlang unternehmen.





Den Tagesabschluss bildet Machico, wo die Portugiesen erstmals Madeira betraten. Die Insel soll damals unbewohnt gewesen sein. Eine alte Festung erinnert noch an die historische Bedeutung des Ortes, ebenso die große Kirche.




Auf dem Rückweg fahren wir noch unter der Flughafenlandebahn hindurch, da sie größtenteils auf Betonpfeilern gebaut ist. Es ist wirklich beeindruckend, war aber in der Bauphase für die Beschäftigten nicht ungefährlich.



Der Freitag ist der Tag großer Ereignisse. Nachdem wir die Kirche von Monte besichtigt haben, in dem der letzte österreichische Kaiser beigesetzt ist, geht es zur Korbschlittenfahrt.

Für einige Gruppenteilnehmer ist das eines der Highlights. Ich bin erst skeptisch und dann in den Kurven auch etwas panisch. Aber natürlich haben die Schlittenfahrer alles im Griff und wir kommen nach 2,6km heil unten an. Es sitzen immer zwei Personen zusammen im Gefährt, mit einer Ausnahme.

Von hier ist es nicht weit zum Pico dos Barcelos, wo man einen schönen Ausblick auf die Bucht von Funchal hat – ebenso auf den Geburtsort von Cristiano Ronaldo, wenn man sich für Fußball interessiert.

Danach geht es nach Eira do Serrado mit Blick auf das Dorf Curral das Freiras. Hier haben die Nonnen bei ihren Tieren einst Zuflucht gefunden, aber nie wirklich gewohnt.
Das Wetter ist wechselhaft und so freuen wir uns über einen schönen Regenbogen.


Wir probieren dann noch Gebäck mit Kastanien und Kirschlikör – die örtlichen Spezialitäten, welche die Nonnen einst herstellten.

Die Mittagspause machen wir in der Markthalle von Funchal, weil wir so noch bei den Bauern Obst kaufen können.
Nachmittags findet der solidarische Karneval in Funchal statt, bei dem soziale Einrichtungen am Umzug teilnehmen und später auf der Bühne im Stadtgarten tanzen.
Wir sind total begeistert von dem inklusiven Geist und ich werde sentimental, weil ich an meinen Onkel denke, dem ich so ein Vergnügen auch gewünscht hätte. Hier sei ein kurzes Statement erlaubt: Menschen mit Behinderung haben die gleichen Gefühle und Wünsche wie jeder andere und verdienen die Teilhabe an gesellschaftlichen Veranstaltungen.





Im Anschluss fahren wir zurück ins Hotel und haben nun noch etwas Zeit, um das „Sonnendeck“ und die Pools zu nutzen. Da es mir heute etwas frisch ist, schwimme ich heute im Innenpool.


Abends tritt eine tolle Folklore-Gruppe im Hotel auf, die am Schluss auch noch mit dem Publikum tanzt. Mich fasziniert diese Leidenschaft und ich bin froh, dass es nach wir vor Menschen gibt, die sich den Traditionen widmen.


Am nächsten Morgen lernen wir Patrick kennen, der eine auf Orchideen spezialisierte Gärtnerei betreibt. Er lebt für die Pflanzen und hat ein unerschöpfliches Wissen, an dem er uns sehr gerne teilhaben lässt. Eine kleine Besonderheit ist die Jade-Pflanze.





Danach begeben wir uns zur Klosterkirche von Santa Clara, in die wir ausnahmsweise hineindürfen. Sie ist komplett mit Kacheln ausgeschmückt, darüber die kunstvoll verzierte Holzdecke.




Im Museu de Quinta das Cruzes begegnen uns Möbelstücke aus allen Epochen, untergebracht im Haus einer der Entdecker Madeiras.



Der Nachmittag ist frei, wir bummeln zuerst noch etwas an der Promenade von Funchal entlang


Dann begeben uns noch an Bord einer Wal- und Delfinbeobachtungstour, bei der wir die hier beheimateten Großen Tümmler sehen.





Nun geht es schnell zurück ins Hotel und zum Abendessen, denn der Bus bringt uns am Abend nach Funchal zum großen Allegorischen Karnevalsumzug – dem Highlight der Karnevalssaison. Wir haben gut gelegene Tribünenplätze und können so alles entspannt beobachten.








Am Sonntag brechen wir zu einer idyllischen Levada-Wanderung bei Prazeres auf. Die Landschaft ist herrlich und im letzten Abschnitt sehen wir sogar das Meer.











Nach einem Mittagsimbiss geht es zurück ins Hotel. Ich schreibe nun noch meine Postkarten und wir kaufen im Supermarkt Mitbringsel für zuhause. Mein Buch habe ich inzwischen fertig gelesen, das erste seit langer Zeit. Ich freue mich.

Zum letzten Abendessen gibt noch eine Hirsch Reisen Torte für die ganze Gruppe – so viel, dass wir davon noch am nächsten Morgen zum Frühstück haben.

Weil unser Rückflug erst mittags ist, beschließe ich, mir noch den Sonnenaufgang anzuschauen und die letzten Momente am Atlantik zu genießen. Eigentlich möchte ich gar nicht mehr weg.



Einige Stunden später heben wir ab – nicht ohne, dass Helena uns noch vom Feuerwerk im Rahmen des Atlantikfestivals vorschwärmt…


Abends kommen wir in Frankfurt an und werden dann von Rocco Pflugbeil zurück nach Karlsruhe gebracht. Die ganze Gruppe wirkt etwas müde, aber glücklich. Und wenn mich nicht alles täuscht, wurde auch die eine oder andere Reisefreundschaft geschlossen.
Es war eine schöne Reise, bei der wir wieder viel gelernt haben. Wer nun auch diese besondere Atlantikinsel kennenlernen möchte: Wanderreisen & Kulturreisen nach Madeira

Julia Rößler macht im Urlaub gerne ihre Umgebung unsicher und erkundet so viel möglich – hier den Botanischen Garten von Monte. Von Madeira hatte sie vor der Reise keine Vorstellung, hat die Zeit vor Ort aber sehr genossen – insbesondere durch die Nähe zum Meer. Wenn sie nicht gerade auf Reisen ist, arbeitet sie in der Reiseveranstaltung.