Interview mit Roswitha Ischia, Leiterin des Reisebüros

Roswitha Ischia ist die Leiterin des Reisebüros und schon seit 1990 bei Hirsch Reisen. Stets engagiert und hilfsbereit, ist sie für viele Gäste die erste Ansprechpartnerin.

Frau Ischia, wie haben Sie die Zeit des Lockdowns erlebt?

Im Büro gab es bei uns schon sehr frühzeitig Hygienemaßnahmen. Die Mitarbeiterinnen wurden informiert, es gab einen Desinfektionsplan, das Reisebüro wurde für den Kundenverkehr geschlossen. Glücklicherweise hatten wir bis heute keinen einzigen Krankheitsfall bei den Kolleginnen und ihren Familien. Seit April sind wir in Kurzarbeit – der Kontakt untereinander ist dadurch recht eingeschränkt. Und auch zu unseren Kunden hatten und haben wir viel weniger persönlichen Kontakt. Das fehlt schon sehr.

Hatten Sie Sorge um Ihren Arbeitsplatz?

Nein, wir sind ja nicht die Lufthansa (lacht). Die Geschäftsleitung hat sich gleich zu Beginn der Krise vor die Mitarbeiter gestellt und klargemacht, dass niemand Angst haben muss. Hirsch Reisen ist ein Familienunternehmen und hat über 70 Jahre solide gewirtschaftet. Das Kurzarbeitergeld wird aufgestockt. Das wissen wir sehr zu schätzen. Entgegen des Trends stellen wir ab September sogar einen zusätzlichen Ausbildungsplatz zur Verfügung.

Wie haben Sie privat die vergangenen Monate erlebt? Hatten Sie durch die Kurzarbeit mehr Zeit für Privates?

Ich habe viel Zeit in meinem Garten verbracht und dort einige Projekte in Angriff genommen. Auch waren meine Kinder mehr zuhause als sonst, da sie nicht an die Universität konnten und nur Online-Vorlesungen besucht haben. Dadurch habe ich mehr Zeit als gewöhnlich mit Einkaufen, Kochen und Haushalt verbracht. Zusätzlich konnte ich aber auch einmal unter der Woche wandern gehen, was sonst nur an Wochenenden möglich ist. Das habe ich schon genossen. Aber es blieb ein bitterer Beigeschmack, da man das Virus und die schwierige Lage des Reisebüros immer im Hinterkopf hatte.

Und wie erleben Sie die Kunden, jetzt, wo wieder gereist wird?

Unterschiedlich. Einige konnten es gar nicht erwarten und hätten jede Reise gebucht, nur um wieder reisen zu können – eine sehr gute Stammkundin schrieb, sie hätte bei ihrer ersten Reise am liebsten den Hirsch-Bus umarmt! Andere sind noch unsicher. In jedem Fall ist es deutlich beratungsintensiver, insbesondere was die genauen Regeln in jedem Hotel und in jedem Zielgebiet betrifft. Seit unser „kleiner“ Katalog erschienen ist, wird aber endlich wieder mehr gebucht als storniert. Das erleichtert. Es macht uns nämlich viel mehr Freude, Reisen zu buchen, als sie absagen zu müssen.

Was sind denn gerade die beliebtesten Reisen?

Die stärkste Nachfrage haben wir naturgemäß nach Deutschland, insbesondere Norddeutschland – das Sicherheitsbedürfnis der Kunden ist sehr hoch. Das deckt sich übrigens mit der Umfrage, die wir vor zwei Wochen in unserem Newsletter gemacht haben und an der über 500 Kunden teilgenommen haben. Für uns überraschend kamen Italien und Frankreich auf Platz 2 und 3, noch vor Österreich und der Schweiz. Wir werden das für 2021 berücksichtigen und hoffen, so die Kundenerwartungen bestmöglich zu erfüllen.

Und ihr nächste private Reise?

Das soll tatsächlich eine Hirsch-Reise werden – ich möchte an der Wanderreise in die Dolomiten Mitte September teilnehmen.

Frau Ischia und unser Reisebüroteam freuen sich auf Sie!