Veröffentlicht am Autor , Oliver Possehl

Interview mit Mathias Hirsch zum Neustart

Mathias Hirsch

Die „neue Normalität“ hat sich mittlerweile in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben etabliert. Durch die Lockerungen kehren wir langsam in unseren normalen Alltag zurück. Wir werden mobiler und genießen die wiedergewonnene Freiheit. Viele von uns sind schon seit langem vom Fernweh gepackt. Aber wann können wir endlich wieder auf Reisen gehen? Was wird sich verändern und was müssen die Kunden jetzt wissen. Geschäftsführer Mathias Hirsch gibt einen Überblick:

Herr Hirsch, drei harte Monate mit weltweitem Reiseverbot liegen hinter Ihnen. Wie geht es Ihnen?

Wir sehen Licht am Ende des Tunnels. Die vorsichtigen Lockerungen in Verbindung mit klaren Schutzkonzepten geben Hoffnung, dass unsere Gäste bald wieder reisen dürfen.

Worauf müssen sich die Kunden einstellen?

Fakt ist: Wir werden Reisen nur realisieren, wenn wir sie vertragsgemäß durchführen können – andernfalls sagen wir sie ab. Ansonsten halten wir uns streng an die jeweiligen behördlichen Regelungen. Die sind allerdings in jedem Bundesland unterschiedlich, vom Ausland ganz zu schweigen.

Wie sehen diese Regelungen denn genau aus?

Im Grunde geht es nur darum, auf seine Mitmenschen Rücksicht zu nehmen – egal ob zuhause oder auf Reisen. Also Hygienerichtlinien beachten, Abstand halten, wo erforderlich einen Mund-Nasenschutz tragen. Wir prüfen für jeden einzelnen Reisebestandteil, ob und wie dies möglich ist.

Gerade Hotelbuffets dürften in diesem Zusammenhang kritisch sein.

Nein, unsere Partner haben gute, strenge Konzepte. Viele Hotels bieten nach wie vor Buffets an, allerdings hinter einer Scheibe – der Gast trifft seine Auswahl, muss aber nichts anfassen, weil ihm die ausgewählten Speisen anschließend vom Kellner – schön angerichtet – serviert werden. In diesem konkreten Punkt verbessert sich der Service für den Gast sogar.

Und im Bus?

Erfreulicherweise kam der ÖPNV in Deutschland während der gesamten Krise nie zum Erliegen – da konnten wertvolle Erfahrungen gesammelt werden. Auch in einem Reisebus sind Rücksicht und Abstand möglich, um nicht zu sagen selbstverständlich. Ich gehe davon aus, dass man sich in einer festen und überschaubaren Gruppe sicher fühlen kann.

Was ist mit Gästen, die trotzdem Angst haben?

Ich verstehe diejenigen, die sich Sorgen machen. Grundsätzlich gelten für Reisen, die nicht abgesagt sind, die normalen Stornobedingungen, da auch wir bei den Vertragspartnern in der Pflicht sind. Aber ich denke, alle betroffenen Kunden der vergangenen drei Monate können bestätigen, dass wir Lösungen finden – z.B. durch Umbuchungsmöglichkeiten oder Reisegutscheine. Ich telefoniere zurzeit mit vielen Kunden und habe sowieso den Eindruck, dass sich die allermeisten wie wir darauf freuen, wieder reisen zu können.

Wie werden die ersten Reisen aussehen?

Ich glaube, dass es sehr gut werden könnte – entspannter und ruhiger als in der Vergangenheit, mit mehr Muße und Tiefe. Und Gastgebern, die sich mehr denn je auf uns freuen.

Ist also alles gut?

Es bleibt spannend. Aber wie eingangs erwähnt gibt es zumindest wieder Hoffnung.