Veröffentlicht am Autor , Janine Steinhorst

Genießen in der Toskana

„Eine Schmuckschatulle, die sich nie erschöpft“ – so beschreibt Roland Karl, unser Reiseleiter für die kommende Woche, seine Wahlheimat Italien. Auch die Toskana hat viele „Schmuckstücke“ zu bieten, die wir – das sind unsere Reisegruppe, meine Mutter und ich – entdecken werden.

Nach einer 12,5-stündigen Anreise erreichen wir das Hotel Torretta, idyllisch am Rande des Thermalparks in Montecatini Terme gelegen und Ausgangspunkt für unsere Erkundungen. Wir werden bei einem Aperitivo vom Direktor höchstpersönlich empfangen und anschließend mit einem leckeren 5-Gang-Menu verwöhnt.

Unser gemütliches Zimmer im Hotel Torretta

Wir starten mit dem Besuch des Papiermuseums in Pietrabuona. In begeisternder Weise erklären uns die Mitarbeiter die Geschichte und das Verfahren der Papierherstellung, die im 15. Jahrhundert aus China in die Dörfer entlang des Flusses Pescia kam. An Miniatur-Modellen werden uns die einzelnen Schritte der Herstellung eines Blatt Papieres anschaulich dargestellt. Wer mag darf auch selbst schöpfen.

„Museo della Carta“
Fluss Pescia im gleichnamigen Ort

Nach einem gemütlichen Stadtrundgang durch Pescia – wir sind die einzigen Touristen vor Ort und auch sonst ist wenig los – erreichen wir gegen Mittag das Weingut „Il Poggio“ in Montecarlo. Am Fuße der Weinberge bekommen wir eine kleine Einführung in den Betrieb, der neben dem Wein auch eigenes Olivenöl herstellt. Kleiner Tipp: Nicht direkt von den Olivenbäumen naschen! Die Früchte schmecken sehr bitter, erst durch ein mehrwöchiges Bad in Salzwasser werden sie genießbar. Bei leckerer Pasta und einer kalten Platte dürfen wir sieben verschiedene Weine, Grappa und Olivenöl verköstigen. Anschließend wird fleißig geshoppt. Gut angeheitert geht es weiter zum nächsten kulinarischen Höhepunkt: Im Giardino degli Agrumi Oscar Tintori wachsen 200 verschiedene Arten von Zitrusfrüchten aus aller Welt – in allen möglichen Formen und Größen. Wir probieren viele köstliche Marmeladensorten und Limoncello.

Auch Pinocchio mag Zitrusfrüchte.

Am nächsten Morgen starten wir gemütlich um 9.00 Uhr in Richtung Pistoia. Bei unserem Rundgang durch die gut erhaltene Altstadt und abseits des großen Touristenrummels besichtigen wir mehrere Kirchen und weitere interessante Bauwerke. Unglaublich über was für ein Wissen Herr Karl verfügt und wie anschaulich er es einem nahebringen kann! Nach der Mittagspause geht es weiter nach Poggio a Caiano, wo sich die beliebteste Villa der Medici befindet. Seit Ende des 15. Jahrhunderts diente sie als Sommersitz und hat neben ihrem wunderschönen Garten auch prachtvolle Innenräume zu bieten: In der gesamten oberen Etage hängen rund 200 Gemälde mit Stillleben verschiedenster Motive.

Landhaus der Medici
Garten der Villa Medici

Am heutigen Abend genießen wir unser Essen in einem typischen Lokal in Montecatini Alto, wo wir mit der alten Standseilbahn hinfahren. Oben angelangt bietet sich uns ein toller Ausblick auf die hell erleuchtete Stadt. In der Altstadt reihen sich Restaurant an Restaurant, in der momentanen Nebensaison leider fast alle wie ausgestorben. Wir kehren im „La Rughetta“ ein und bekommen ein leckeres typisch toskanisches Menu serviert. Gut gesättigt und zufrieden geht es wieder abwärts und zum Hotel zurück.

Altstadt in Montecatini Alto

Der nächste Tag ist ganz dem Universalgenie Leonardo da Vinci gewidmet, der in diesem Jahr seinen 500. Todestag „feiert“. Geboren wurde er in dem kleinen Ort Vinci, auf einem Hügel inmitten einer toskanischen Bilderbuch-Landschaft gelegen. Auf dem Weg dorthin legen wir noch einen Supermarkt-Stopp ein, bei dem wir uns für das Picknick am Mittag eindecken. Die üppige Auswahl an Käse- und Wurstwaren und anderen Leckereien kann einen ganz schön überfordern!
Im „Museo Leonardiano“ sehen wir Modelle und Skizzen vieler Erfindungen des Wissenschaftlers, Technologen und Ingenieurs. Seine Taufkirche befindet sich nur wenige Schritte entfernt.

Blick hinunter auf Vinci

Später werden wir bei unserem Picknick unter Olivenbäumen von einem Schauer überrascht und fliehen in das Geburtshaus da Vincis, in welchem man weitere spannende Fakten über den Künstler erfahren kann.

Picknick „alla italiana“

Ein Stückchen weiter in der Villa del Ferrale sind Reproduktionen seiner gesamten Kunstwerke in Originalgröße ausgestellt. Wo bekommt man sonst die berühmte Mona Lisa und das monumentale Letzte Abendmahl direkt nebeneinander zu sehen?!

Galerie mit da Vincis Bildern

Zurück in Montecatini bleibt noch etwas Zeit für einen Spaziergang durch die schöne Gartenanlage der Tettuccio Therme und einen kurzen Bummel über den „Walk of Fame“ in die Innenstadt. Hier sind sämtliche berühmte Persönlichkeiten verewigt, die den Kurort seit Anfang des 20. Jahrhunderts besucht haben.

Tettuccio Terme
Basilica Santa Maria Assunta in Montecatini Terme

Auf den kommenden Tag habe ich mich im Vorfeld der Reise am meisten gefreut, und um es vorweg zu nehmen – ich wurde nicht enttäuscht. Mit dem Regionalzug geht es in knapp einer Stunde in die toskanische Hauptstadt Florenz. Beruhigend zu wissen, dass auch in Italien die Bahn nicht pünktlich ist, mit zehn Minuten hält sich die Verspätung aber in Grenzen. Am Bahnhof angekommen schieben wir uns in den Menschenmassen in Richtung der Kirche Santa Maria Novella. Endlich ist der Himmel einmal strahlend blau, sodass schnell alle Kameras gezückt werden.

Kirche Santa Maria Novella

Weiter geht es zur gleichnamigen Apotheke. Klingt im ersten Moment nicht so spektakulär, das ändert sich aber schlagartig als wir sie betreten. Beeindruckende Innenräume mit reichen Verzierungen – es gibt sogar ein kleines Café!

Deckenpracht in der „Farmacia di Santa Maria Novella“

Vorbei an einem Kunstschatz nach dem anderen bahnen wir uns den Weg durch die Gassen bis zum wohl bekanntesten Wahrzeichen der Stadt: dem Dom mit seiner markanten Kuppel und dem Campanile. Ein beeindruckendes Bauwerk!

Nach einem kurzen Abstecher auf eine der Brücken mit Blick auf die berühmte Ponte Vecchio, trennen wir uns an der Piazza della Signoria (hier befinden sich u.a. die Uffizien) und jeder darf auf eigene Faust die Stadt weitererkunden. Aus einer Vielzahl an Möglichkeiten entscheiden wir uns für die Piazzale Michelangelo. Um dorthin zu gelangen passieren wir die Ponte Vecchio mit ihren zahlreichen Schmuckgeschäften.

Blick auf die Ponte Vecchio

Glücklicherweise ist es auf der anderen Seite des Arnos etwas ruhiger. Der Aufstieg mit einigen Treppenstufen wird mit einem grandiosen Blick auf die Stadt mit ihrem Häusermeer und dem Fluss belohnt.

Nicht weniger schöner Blick auf die Stadt vom etwas niedriger gelegeneren Rosengarten

Anschließend noch ein kurzer Abstecher zum Mercato Centrale, wo zahlreiche Leckereien angeboten werden, bevor wir uns gemeinsam auf den Rückweg nach Montecatini Terme machen.
Für diejenigen, die nicht genug von der Stadt bekommen können, bieten wir auch Reisen mit Standort in Florenz an: www.hirschreisen.de/staedte-regionen/florenz/

Der letzte Tag hält mit dem Besuch von Pisa noch ein weiteres Highlight für uns parat. Leider spielt das Wetter nicht ganz mit. Vom Busparkplatz aus erreichen wir nach kurzer aber wilder Fahrt mit dem Shuttlebus (nicht zu vergleichen mit der ruhigen Fahrweise unseres Fahrers Herrn Baumgärtner) die Stadtmauer, die die Altstadt umschließt. Innerhalb der Mauern angekommen bietet sich uns ein atemberaubender Anblick: die Piazza dei Miracoli (passend „Platz der Wunder“) mit dem Baptisterium, dem Dom, dem berühmten Schiefen Turm und einem dahinterliegenden überdachten Friedhof – allesamt aus leuchtend weißem Marmor.

Kennt jeder!
Innenhof des Friedhofes

Auch von innen sind die Bauwerke nicht weniger beeindruckend, für die Besteigung des Turmes reicht die Zeit aber leider nicht aus. Da sich das Wetter inzwischen gebessert hat, unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang durch die hübsche Altstadt bis zum Arno.

Zurück im Hotel genießen wir das letzte Abendessen, bevor wir uns am kommenden Morgen schweren Herzens auf den Heimweg machen.

Arrivederci, Toscana!

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