Veröffentlicht am Autor , Oliver Possehl

Fundstücke – eine Zeitreise

Beim Entrümpeln kommen oft wahre Schätze zum Vorschein! Wie diese Woche beim Aufräumen des Kellers.

Früher, als man von WhatsApp , Instagram & Co weder etwas wusste noch ahnte, schrieb man sich Postkarten aus dem Urlaub. So auch Heinold Hirsch, der Gründer von Hirsch Reisen. Er jedoch nicht aus dem Urlaub, sondern von einer Inspektionsreise zur Aufnahme eines neuen Reiseziels oder von einer Reise, die er als Reiseleiter führte.

Oft begleitete ihn einer seiner Söhne, welche heute für Hirsch Reisen verantwortlich sind. So lernten sie bereits als Kinder die kulturellen Schätze Europas kennen und achten. Mathias Hirsch erinnert sich: „Ich wartete jedes Mal gespannt auf eine Postkarte; unser Vater war ja sozusagen die gesamte Saison (April bis Oktober) unterwegs.“

Viele Gäste begleiten Hirsch Reisen schon sehr lange und sind dem Unternehmen treu verbunden. Einzigartige Erlebnisse während früherer Reisen werden heute noch gerne und oft erzählt – nicht selten war Heinold Hirsch der Reiseleiter. Reisen Sie, wenn Sie mögen, für einen Moment in die Anfangsjahre von Hirsch Reisen, und schauen und lesen Sie selbst…

Die Postkarten waren adressiert an „Madame Christa Hirsch“ und kamen aus allen Ecken Europas. Heinold Hirsch berichtet in kurzen Texten den Lieben zu Hause von der fordernden Aufgabe der Kunstvermittlung, aber auch von den Erquickungen des Reisens und Studierens.

Samstag 12.4.58 (Cathedrale de Chartres)
Liebe Christa!
Esther hatte schon recht, dass man in und vor dieser Kirche meistens die richtigen Worte findet, wenn es auch ein Berg ist, den man erklimmen muss, ein Berg von Wissen.
Dein Heino
Ein Chartresgruß an Mutter, Esther und Mathias

Heinold Hirsch‘s Schwester Esther schreibt an die Familie Heinold Hirsch.

Delphi 20.8.68
Meine Lieben!
Ich habe viel erwartet, aber die Wirklichkeit übertrifft alle Vorstellungen! Die, wie ich zugeben muss, großen Strapazen, die man auf sich nehmen muss, um in das Land der Sehnsucht zu kommen, werden reich belohnt. Am ersten Tag sind wir bis Belgrad gekommen, am 2. Ankunft in Saloniki. Wenn man dort war, begreift man die byz.  Kunst. Seit gestern sind wir in Delphi. Ich freue mich, dass Ihr das auch sehen werdet!
Herzliche Grüße
Esther, Rolf, Renate, Petra

7.11.68 Athen
20:00 Athener Zeit, 19:00 MEZ

Ihr Lieben daheim!
Die ersten  1 1/2 Tage hier sind vorüber. Vom Flug 2 1/2h über die Akropolis nach Kap Sunion alles war so überwältigend, dass man meint zu träumen. Die Führung ist sehr summarisch, aber nicht direkt schlecht. Gefühl u. Nationalstolz hat er (der griech. Reiseleiter), hübsch ist er auch. Ihr müsst unbedingt mal hierher. Die Führung könnte man machen.

Herzlich Euer Heino

Ein paar Tage später erneut eine Postkarte

Delphi 11.11.68

Liebe Christa, liebe Buben
Die unsagbar schönen Tage neigen sich Ihrem Ende zu. Heute waren wir in Delphi. Die byzantinische Kirche in Hosios Lucas verblasst gegen die alten Bauten – zuerst – von weitem denkt man Delphi – diese paar Ruinen am Berg, wenn man aber oben steht, wird man unwiderstehlich gepackt von der Gewalt des Ortes, so dass (man) nur sitzen bleiben könnte u. schauen.
Selbst das Fragmentarische übt seine Wirkung aus.
Euer Papa Heino

Diese schrieb Sohn Andreas mit gerade einmal 9 Jahre an seine Mutter Christa von einer Inspektionsreise. Der Name des Hotels wäre heute sicher nicht mehr erste Wahl…

3.6.71 aus Paris

Liebe Mama!
Ich schreibe dir eine Ansichtskarte (aus) Paris. Es ist hier sehr schön. Wir haben immer gutes Wetter gehabt. Wir haben schon sehr viel besichtigt und das Hotel Corona ist sehr gut.
Viele Grüße an dich und Mathias
Andreas


Vater Heinold ergänzt am Rande: Andreas ist sehr brav u. tapfer

Nur, wer seine Wurzeln kennt, kann wachsen“ (Anselm Grün)

Wir hoffen, allen Gästen und Freunden von Hirsch Reisen bald schon wieder unbeschwerte Reisen ohne Einschränkungen anbieten zu können. Ganz so, wie sie Heinold Hirsch liebte, und über viele Jahrzehnte mit Hingabe und Leidenschaft für seine Gäste ausarbeitete.

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