Cornwall – Welcome to Paradise
Das Meer ruft und so begebe ich mich an einem Samstagmorgen Mitte Juli zum Bahnhof Karlsruhe, um von hier meine Reise nach Cornwall zu beginnen. Mit Umstiegen in Paris und London erreiche ich am Abend Truro, den Verwaltungssitz der Grafschaft Cornwall.




Der Sonntag beginnt mit einem Ausflug in das nahegelegene Newquay. Dort unternehme ich einen gemütlichen Spaziergang, ehe ich mich in den Atlantik begebe. Viele Strände locken und sind trotz der sehr sommerlichen Temperaturen nicht zu voll.





Danach schlecke ich mein erstes cornisches Eis, auf das die Einwohner sehr stolz sind. Entsprechend viel Angebot gibt es.
Weiter geht es nach Holywell, das für seine schöne Bucht in den Dünen bekannt ist. Ich kann nur bestätigen: es ist wirklich sehr schön. An die Fahrpläne der öffentlichen Busse gebunden, sind meine Wege hier eher kurz, ehe es zurück geht.




Die nächste Woche beginne ich mit einer Wanderung von Mawgan Porth bis Trevose. Es ist eigentlich immer noch zu warm, aber ich versorge mich zwischendurch mit kühlen Getränken – einmal bei den Bedruthan Steps mit schönem Café und einmal am Strandkiosk in Porthcothan.



















Der South West Coast Path, der einmal komplett die ganze cornische Küste entlang führt, ist einfach wunderbar. Ich bin absolut begeistert.
Was weniger Enthusiasmus in mir auslöst: die nächste Bushaltestelle vom Leuchtturm aus ist gute 40 Gehminuten entfernt. Zum Glück nimmt mich zumindest auf der letzten Meile noch eine nette Dame mit und bemitleidet mich etwas.
Der kommende Tag ist einem der massentouristischen Highlights gewidmet, St. Michael’s Mount. Da ich früh genug da bin, gibt es vor dem Eingang zum Schloss noch keine Schlange. Aber leider übersehe ich die Gezeitenuhr im zweiten Raum und entscheide mich, es sein zu lassen.





Der Terrassengarten ist schön, nicht nur darin befindlich, sondern auch von oben betrachtet. Hier haben sich die Architekten bzw. Gärtner sicherlich viele Gedanken gemacht.




Bevor es weitergeht, esse ich einmal Fish ’n Chips, weil an der Küste zumindest Chancen bestehen, dass es lokaler Fisch ist.

Im Ort Madron werfe ich einen Blick in die mittelalterliche Kirche, die durchaus beeindruckend ist.


Am Nachmittag zieht es mich in den Trengwainton Garden, der vom National Trust betreut wird. Wegen eines starken Sturmes im Januar sind immer eine Abschnitte gesperrt. Dennoch ist es sehr schön und man kann einfach durchatmen. Mein Lieblingsplatz ist natürlich am Teich.









An der Bushaltestelle unterhalte ich mich noch mit einer anderen Wartenden, die mir anschließend noch den Jubilee Pool in Penzance zeigt – spannend! Da mein Zug ausfällt, bummel ich noch etwas durch den Ort. Allerdings schließen die Geschäfte hier früh, daher ist es leider etwas trostlos um die späte Uhrzeit.





Nach dem Tag Pause ist es nun wieder Zeit für eine Wanderung. Diesmal fahre ich nach Gwithian, um von dort aus zum Leuchtturm Godrevy zu laufen. Weil es mir so gut gefällt, laufe ich noch ein ganzes Stück weiter über The Knavocks zu den North Cliffs – alles National Trust Gebiete.






Robben sehe ich leider keine, aber die Reise ist auch noch nicht vorbei…
Den Nachmittag verbringe ich in St. Ives. Dort hole ich mir auch endlich mal eine Pasty, die typisch cornische gefüllte Teigtasche. Normalerweise ist diese mit Fleisch und Kartoffeln gefüllt. Ich entscheide mich für eine vegetarische Variante mit Gemüse, die sehr gut schmeckt.

Meine Reisebekanntschaft vom Vortag hatte mir die Tate empfohlen und dem folge ich. Moderne Kunst ist immer noch nicht so richtig mein Fall, aber die Sonderausstellung zu Aleksandra Kasuba ist durchaus faszinierend.



Was man auf jeden Fall in St. Ives machen sollte: durch die Gassen bummeln und die zahlreichen Gallerien besuchen, die geöffnet sind. Denn da erkennt man den Geist dieses (Künstler-)Ortes.





Zum Abschluss unternehme ich eine Fahrt mit dem RIB (superschnelles Schlauchboot), das uns nochmal zum Leuchtturm bringt. Und hier sehe ich dann auch endlich die erhoffte Robbe!



Die Zugfahrt zurück ist sehr idyllisch entlang der Küste. So lässt es sich gut reisen…

Am Donnerstag lockt Falmouth. Morgens geht es zuerst in den Trebah Garden, der mich gänzlich entzückt. Da hätte ich wirklich den ganzen Tag bleiben. Einziges Manko ist der Mangel an Toiletten, denn die gibt es nur im Eingangsbereich.











Viele schöne Geschäfte warten in der Innenstadt und ich finde wieder einen Laden, der kreative vegetarische Pasties anbietet.



Danach unternehme ich eine Schifffahrt, die in den Fluss Fal führt. Die Kommentare des Kapitäns sind mir teilweise etwas zu viel, aber er vermittelt auch viele Informationen über die Region.





Der Freitag ist mein Erholungstag, der allerdings nicht so entspannt startet. Denn ich nehme heute an einer Führung zu den Teeplantagen des Tregothnan Estate teil, die man mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreicht. Das bedeutet eine gute Stunde Fußmarsch ohne Fußwege.

Ich bin an diesem Morgen die einzige Teilnehmerin, die Tour findet trotzdem statt und lässt mich den hohen Preis nun auch verstehen. Es ist die einzige Teeplantage Englands, das konnte ich mir einfach nicht entgehen lassen.
Besucher werden zu den Testfeldern und einem „Spielfeld“ gebracht, wo man auch selbst Teeblätter pflücken darf. Die richtige Plantage bleibt geschützt, damit den Pflanzen kein Schaden zustoßen kann.




Es gibt noch eine kleine Teeverkostung, ebenso darf ich die Honige und sehr leckere Kea-Pflaumenmarmelade probieren.


Danach bringt mich meine Führerin netterweise in den nächsten Ort mit Bushaltestelle.
Am Nachmittag besuche ich in Truro das Cornwall Museum mit kleiner Kunstgalerie. Erst hier wird mir die Bedeutung des Bergbaus für die Region so richtig bewusst, die Zinnminen sorgten einst für den Wohlstand Cornwalls.







Nett ist auch die Ausstellung über Mythen und Legenden, die einzelne Geschichten so wie die der Meerjungfrau von Zennor vorstellt.


Danach werfe ich einen Blick in die neugotische Kathedrale des Ortes, die allein durch ihre schlichte Größe sehr imposant ist.




Am Abend besuche ich hier noch ein Konzert mit Werken von Dieterich Buxtehude, einem deutschen Barockkomponisten. Das Ensemble besteht aus einem Countertenor, zwei Geigen, einem Cello, einem Bass und einem Organisten. Vermutlich bin ich die einzige im Publikum, die die deutschen Texte versteht und natürlich die Aussprache auch genau unter die Lupe nimmt.
Der Samstag ist schon mein letzter Programmtag und ich habe mir Tintagel Castle vorgenommen. Leider bewahrheitet sich meine Skepsis: es ist ein Massentourismus-Ziel, dem es irgendwie an Substanz fehlt. Aber die Landschaft ist auch hier wieder sehr idyllisch und das entschädigt für diese komische Atmosphäre.














Eine letzte Pasty und ein letztes Eis, ehe am Nachmittag der Bus fährt. Es wird noch etwas stressig, aber mein Umstieg klappt und abends bin ich wieder in Truro.
Nach dem Abendessen beginne ich meine Heimreise, denn ich werde eine Zwischenübernachtung in Plymouth haben, ehe es am Sonntag von dort zurück nach Karlsruhe geht. Das ist für meine Nerven das beste Vorgehen, weil ich den Eurostar bekommen muss.


So komme ich dann glücklich, wenn auch erschöpft, wieder hier an und kann allen nur von dieser wunderbaren Region vorschwärmen. Für mich war es wirklich das Paradies.
Wer nun auch auf die Suche geht: https://www.hirschreisen.de/reiseziele/grossbritannien-benelux/england/

Julia Rößler wollte ihre ETA vom letzten Jahr noch ausnutzen, denn diese ist immer für zwei Jahre gültig. In Cornwall hat sie das perfekte Reiseziel gefunden, das selbst in der Hauptsaison weniger voll als erwartet war. Wenn sie nicht gerade dem Wasser hinterherjagt, arbeitet sie im Produktmanagement mit Schwerpunkt Deutschland.