Baum-Messungen und Kapuzineraffen: Klimabeitrag lässt ecuadorianischen Nebelwald wachsen
Wer bei Hirsch Reisen eine Reise bucht, kann einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Mit dem Geld wird der Karlsruher Klimafonds unterstützt, der unter anderem Aufforstungsprojekte in Ecuador ermöglicht. Dort pflanzt ein lokales Team auf ehemaligen Viehweiden neue Wälder, Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
In regelmäßigen Abständen werden Monitorings durchgeführt. 700 Bäume müssen vermessen werden. Dies übernehmen Nico und Leo, zwei Mitglieder des KEK-Aufforstungsteams in Ecuador. Sie sollen herausfinden, wie sich das Wachstum der jungen Bäume verändert. Anhand von Referenzbäumen können Rückschlüsse auf den Zustand des gesamten Baumbestandes der Aufforstungsflächen gezogen werden. Die über 26.000 gepflanzten Bäume einzeln zu vermessen, wäre zu aufwendig.

„17 Meter, würde ich schätzen“, ruft Leo seinem Kollegen zu. Er schaut prüfend auf die ausgefahrene Teleskopstange. Sie hat eine maximale Länge von 11 Metern. Die restliche Höhe muss sein geübtes Auge schätzen. Mit dem Maßband wird der Stammumfang gemessen, dann geht es zum nächsten beschrifteten Baum. Anhand der Etiketten können die Bäume über lange Zeiträume identifiziert werden.

Ein lautes Knacken lässt die beiden innehalten. Ein Kapuzineraffe! Mit der Handykamera halten sie das Spektakel fest, damit auch die Projektmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in Deutschland teilhaben können. Die beiden zählen eine sechsköpfige Kapuzineraffenfamilie. Es sind Ecuador-Kapuzineraffen (Cebus aequatorialis). Diese Art kommt ausschließlich an der zentralen Westküste Südamerikas vor und ist vom Aussterben bedroht.

Die aufgeforsteten Flächen werden in Zukunft den Lebensraum der über tausend verschiedenen Tierarten, die im ecuadorianischen Nebelwald leben, vergrößern. Neben neuen Waldflächen entstehen wichtige Korridore, die intakte Waldstücke miteinander verbinden. Die gesichtete Affenfamilie zeigt, dass die jungen Wälder auf dem besten Weg sind, diese Funktion zu erfüllen.
Regelmäßige Vogelzählungen zeigen, dass die Aufforstungsflächen vielen Vogelarten eine neue Heimat bieten. Beim letzten Vogelmonitoring wurden auf der ältesten Aufforstungsfläche „Saloya“ 62 verschiedene Vogelarten gezählt – darunter große Greifvögel wie Bussarde, aber auch drei Kolibriarten. Zwischen 2012, kurz nach der Pflanzung der Bäume, und heute ist die Zahl der beobachteten Arten und der Artenreichtum um 20 Prozent gestiegen.
Ermöglicht wird die Arbeit von Nico und Leo sowie dem restlichen Team durch die Klimaschutzbeiträge für den Karlsruher Klimafonds. So wurden seit 2012 bereits 73 Hektar Weidefläche mit über 100 verschiedenen heimischen Baumarten aufgeforstet.
© KEK/Julia Ohmes