Andreas Hirsch im Interview – Halbjahreskatalog erschienen

In diesen Tagen wurde das neue Hirsch-Halbjahres-Programm an alle verschickt, die in den letzten Jahren eine Hirsch-Reise unternommen hatten: ein Reisebuch voller Ideen für Sommer und Herbst.
Das nehmen wir zum Anlass und befragen Geschäftsführer Andreas Hirsch zur momentanen Situation bei Hirsch Reisen und in der Tourismus-Branche allgemein. Auch ein Ausblick wird gewagt.

Herr Hirsch, das neue Halbjahresprogramm ist gedruckt. Wie sind Ihre Erwartungen?
Andreas Hirsch: Die Reiselust ist nach wie vor groß. Auch für Advent, Weihnachten und Silvester gilt ja, dass in den letzten zwei Jahren nur wenige bis gar keine Reisen möglich waren. Da kann nun hoffentlich vieles nachgeholt werden. Die Rahmenbedingungen sind für uns zwar noch nicht optimal, aber viel besser als letztes oder vorletztes Jahr.

Was meinen Sie mit Rahmenbedingungen?
Andreas Hirsch: Die Buchungslage ist gut, aber die Herausforderungen für uns sind groß. Das fängt bei den Katalogkosten wegen des enorm gestiegenen Papierpreises an, geht über die gestiegenen Treibstoff- und Energiekosten bis zu den Auswirkungen der Krise auf Hotellerie und Gastronomie. Eine Reise optimal zu organisieren, ist im Moment arbeitsintensiver und schwieriger denn je. Wobei der Gast davon im Idealfall nichts mitbekommt.

Es ist derzeit viel vom Personal- und Fachkräftemangel zu lesen. Auch bei Ihnen?
Andreas Hirsch: Bei Hirsch Reisen konnten wir das Team zusammenhalten. Aber das ist nicht typisch für die Branche. Nicht nur Hoteliers und Restaurants fehlt das Personal, auch bei den Attraktionen und Sehenswürdigkeiten, an den Flughäfen und bei den Airlines.

Aber wo sind all die Arbeitskräfte?
Andreas Hirsch: Das Hochfahren des Tourismus ist deutlich komplizierter als das Herunterfahren. Es geht schnell, Grenzen zu schließen und Reiseverbote auszusprechen. Aber dass die vielen Menschen, die in der Branche arbeiten, die Lockdown-Monate nicht ohne Lohn oder Gehalt überleben können und gezwungen sind, sich etwas anderes zu suchen, hätte von Anfang an jedem klar sein können. Nur vom Idealismus können selbst die Menschen im Tourismus nicht leben.

Wie wirkt sich das auf Ihre Reisen aus?
Andreas Hirsch: Bisher haben wir es geschafft, durch Glück und Know how alles aufzufangen: ausgefallene Reiseleitungen, geschlossene Restaurants, kurzfristig geänderte Öffnungszeiten, Flugstreichungen. Dankenswerterweise haben die allermeisten Gäste Verständnis dafür, dass im Moment etwas Flexibilität gefragt ist. Und viele sind wohl einfach froh, dass wir als Reiseveranstalter uns um Lösungen kümmern – im Gegensatz zur selbst geplanten Urlaubsreise, wo sie selbst mit derlei Unbill kämpfen müssten.

Werden die Reisen denn teurer?
Andreas Hirsch: Für das jetzt erschienene Halbjahresprogramm gilt, dass viele Verträge schon länger abgeschlossen sind – die Katalogpreise sind also stabil. Ein Kollege formulierte es kürzlich so: Durchführung der Reise geht vor Ertrag der Reise. Kommendes Jahr rechnen wir aber, analog zur allgemeinen Entwicklung, mit deutlichen Preissteigerungen.

Vielen Dank!

Beitragsbild: Andreas Hirsch im Interview © Andreas Lubitz

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