Veröffentlicht am Autor , Oliver Possehl

Advent an der Mosel

Das Schöne liegt manchmal so nah… Das Tal der Mosel mit seinen weltbekannten Städten war für mich noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Wie ändert man so etwas? Natürlich auf einer Hirsch Reise! Drei entspannte Reisetage entlang der adventlichen Mosel lagen vor mir, auf denen ich viel Neues erfuhr, wunderschöne Landschaften zu sehen bekam und beeindruckende Städte erkundete.

Ruine Grevenburg in Traben-Trarbach

Wir starten unsere Adventsreise in Traben-Trarbach, wo wir einen ganz besonderen Weihnachtsmarkt besuchen. Die Stadt war früher ein bedeutender Umschlagplatz für Wein, weshalb sie bis heute praktisch fast komplett unterkellert ist. Zum mittlerweile achten Mal findet dort der unterirdische „Wein-Nachts-Markt“ statt. In vier großen Weinkellern wird ein buntes Allerlei an Nützlichem und weniger Nützlichem angeboten. Neben Kunsthandwerk, Kerzen, Mützen, Schals, Süßigkeiten und anderer typischer Weihnachtsmarktware, findet man eine Vielzahl von Wurst und Käseständen – die Nähe zu Frankreich ist unverkennbar. Natürlich spielt auch der Wein eine große Rolle. Man bekommt ihn kalt und heiß in allen erdenklichen Variationen. Der Vorteil an diesem unterirdischen, vorweihnachtlichen Treiben – egal, welches Wetter draußen herrscht, in den Kellern ist es immer gleichbleibend temperiert, windgeschützt und vor allem trocken.

Weihnachtlich geschmückte Weinfässer
Weihnachtsmarkt im Keller in Traben-Trarbach
Farbenfroh und einladend – Wein-Nachts-Markt in Traben Trarbach
Weihnachstbaum hinter Gittern

Auf dem Weg nach Trier, unserem Quartier für die nächsten zwei Nächte, legen wir in Bernkastel-Kues einen Zwischenstopp ein. Ein wunderschönes Städtchen an der Mosel, bei dessen Anblick wohl jedem amerikanischem oder asiatischem Touristen das Herz aufgeht. Der Anblick der bunten Fachwerkhäuser ist bezaubernd und die liebevoll weihnachtlich geschmückten Gassen und Plätze laden zum Verweilen und Bummeln ein. Als die Dämmerung einsetzt kommt richtig Weihnachtsstimmung auf. Beschwingt und glücklich setzen wir unsere Fahrt entlang der Mosel fort und erreichen am frühen Abend Trier. Am Rande des historischen Zentrums beziehen wir unser Hotel – ein schönes, modernes Haus und ein super Ausgangspunkt um die Stadt zu erkunden.

Weihnachtsmarkt in Bernkastel-Kues
Adventskalender in Bernkastel-Kues
Malerische Gassen in Bernkastel-Kues

Den zweiten Tag widmen wir komplett Trier. Die älteste Stadt Deutschlands wartet mit einem reichen historischen Erbe auf. Besonders die prächtigen antiken Bauten aus der Zeit als Trier römische Kaiserresidenz war, beeindrucken mich nachhaltig. Gegen Ende des vierten Jahrhunderts war das damalige Augusta Treverorum mit ca. 80.000 – 100.000 Einwohnern die größte Stadt nördlich der Alpen und eine pulsierende Metropole. Heute hat die Stadt etwas mehr als 100.000 Einwohner, ist gut zu Fuß zu erkunden, überschaubar und, wie ich meine, unbedingt eine Reise wert. Während unserem zweistündigen Stadtrundgang am Vormittag wandeln wir auf den Spuren der unterschiedlichen Epochen, die die Stadt bis heute prägen. Danach haben wir Freizeit und gehen auf eigene Faust weiter auf Entdeckungstour. Die wuselige Innenstadt ist an diesem ersten Adventswochenende ganz in der Hand des Weihnachtsmarktes und seiner Besucher. Ein Highlight auch für die vielen chinesischen Reisenden, die Trier unter anderem wegen Karl Marx besuchen, dessen Geburtsstadt hier ist und der in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden wäre.

Porta Nigra in Trier
Weihnachtlicher Häuserschmuck
Trierer Weihnachtsmarkt in der Innenstadt
Trierer Dom
Heilig-Rock-Kapelle Dom Trier
Liebfrauenkirche Trier
Trier Konstantinbasilika von Innen
Trier Kurfürstliches Palais

Den Abschluss unserer Reise bildet unser Besuch in Koblenz. Vor dem „Deutschen Eck“ und dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal mündet die Mosel in den Rhein. Hier wird das ganze Ausmaß der langen Trockenperiode des Jahres 2018 deutlich. Der Pegel von Mosel und Rhein liegt am 2. Dezember 2018 immer noch vier Meter unter „Normal“ und 9 Meter unter den Pegelständen der Jahrhunderthochwasser aus der Mitte der 1990er Jahre. Im Moment ein echtes Problem für die Schifffahrt auf den beiden Flüssen.
Auch hier kommen wir wieder in den Genuss einer Stadtführung und erfahren alles über die Stadt und ihre Geschichte von der Antike bis heute. Das Wetter spielt auch heute hervorragend mit. Und so können wir die freie Zeit bis zur Weiterfahrt herrlich bei einem Spaziergang an den Ufern von Rhein und Mosel und einem Bummel über den Weihnachtsmarkt nutzen.

Kaiser-Wilhelm-Denkmal Koblenz
Rhein mit Niedrigwasser
Koblenzer Wahrzeichen – der Schängel
Koblenz – Gasse zum Weihnachtsmarkt
Festung Ehrenbreitstein Koblenz
Ruhiger Koblenzer Hinterhof
Altstadt und Türme der Liebfrauenkirche Koblenz

Am frühen Nachmittag treten wir unsere Heimreise an. Entlang des Rheins passieren wir die Loreley und lassen die Schönheit des Mittelrheintals mit seinen vielen Schlössern und Burgen auf uns wirken, bevor es schon wieder langsam dunkel wird und wir am frühen Abend Karlsruhe erreichen.