2. Teil Von Rom an die AMALFIKÜSTE

Von Rom (siehe 1. Teil) aus fahre ich nun entspannt und gemächlich mit einem günstigen Intercity-Zug nach Neapel. Der Umstieg dort gestaltet sich herausfordernd, weil der Regionalzug nach Sorrent in einem ganz anderen Teil abfährt. Am späten Abend komme ich in Sorrent an und nehme den Hotelshuttle, der mich hoch hinaus bringt. Die Unterkunft liegt etwas außerhalb vom Ort, besticht dafür aber mit einem einmaligen Blick über die Bucht und auf den Vesuv. Zum Abendessen werden Gnocchi alla Sorrentina aufgetischt. Danach lasse ich mich müde ins Bett fallen.

Mit dem öffentlichen und sehr vollen Bus fahre ich am nächsten Morgen nach Positano.

Eigentlich wollte ich nur kurz durch die Gassen bummeln, doch aufgrund der Wetterlage fährt das Schiff nach Amalfi erst am Mittag, sodass ich mehr Zeit als erwartet habe und diese für einen längeren Spaziergang nutze.

Nun geht es in ca. 30 Minuten an der Küste entlang zum Hauptort an der Amalfiküste.

Endlich in Amalfi zieht es mich direkt in den beeindruckenden Dom mit seinem schönen Kreuzgang. Er ist ein Zeugnis der reichen Vergangenheit des Seefahrerortes.

Der Brunnen De Cape ‘e Ciucci gilt ebenfalls als Sehenswürdigkeit, er hat seinen Ursprung im 18. Jahrhundert und soll an die Eseltränken erinnern.

Danach besuche ich das kleine Museum in einer ehemaligen Papiermanufaktur, in dem bei einer kurzen Führung der Herstellungsprozess erläutert wird. Hier geht es vor allem um Upcycling, also die Nutzung von Baumwollfasern, die man etwa aus alten Textilien gewinnen kann und dann zu Papier machen kann.

Zum Abschluss besuche ich das Arsenal (mittelalterliche Werft), in dem man sich noch einmal vergegenwärtigen kann, wie bedeutend Amalfi einst gewesen ist.

Mit dem Bus geht es nun wieder zurück – eine wahrliche Odyssee, denn die Straßen sind eng und es gibt viel Verkehr. Aber immerhin ist der Blick aus dem Fenster für einen Großteil der Strecke wunderbar.

Endlich zurück im Hotel genieße ich mein Essen auf der Panoramaterrasse und schaue dabei zu, wie die Sonne allmählich untergeht. Am liebsten würde ich einfach hier bleiben.

Am nächsten Morgen bummele ich etwas durch den Ort Sorrent, der touristisch ebenfalls sehr erschlossen ist, was die vielen Souvenirshops verraten. Es gibt auch hier schöne Ecken, wenn man die Augen offen hält.

Franziskanerkloster

Nun setze ich mit der Fähre nach Capri über. Durch den Innenraum ist man vor Wind und Regen geschützt, außerdem ist es auch günstiger als die Ausflugsschiffe, die ebenfalls ihre Dienste anbieten.

Zuerst unternehme ich eine Bootstour rund um die Insel, die spektakuläre Aussichten bietet.

Danach bringt mich der öffentliche Bus nach Anacapri. Hier ist es schön ruhig und ich kann gemütlich durch die Gassen schlendern.

Zurück nehme ich nicht den Bus, sondern laufe über eine steile Treppe. Mein Knie findet das Unterfangen spürbar nicht gut, doch das Panorama ist wunderbar und auch die anschließenden kleinen Gassen ohne andere Touristen sind eine wunderbare Ergänzung zum Inselprogramm.

Weil ich noch etwas Zeit vor der Rückfahrt habe, besuche ich auch noch den Hauptort Capri, doch wie erwartet sagt er mir gar nicht zu.

Am folgenden Tag geht von Sorrent zurück nach Neapel. Bei einer Stadtführung lernt man die Stadt besser verstehen und erfährt auch, dass es mehr Kirchen als Tage im Jahr gibt und die Stadt im zweiten Weltkrieg viele Zerstörungen erlitt. Nichtsdestotrotz hat sie sich ihren Charme bewahrt.

…noch mehr Krippen

Bekannt sind hier auch die unterirdischen Gänge aus griechischen Zeiten, die später teilweise als Bunker genutzt wurden. Eine dieser Anlagen besuche ich im Rahmen einer Führung.

Lagerraum

Danach geht es zum Castel Sant’ Elmo – es bietet herrliche Ausblicke und bei wechselhaften Wetter offenbaren siche viele verschiedene Facetten.

Mein Abendspaziergang führt mich an die Promenade mit dem Castel dell‘ Ovo. Die Sonne geht allmählich unter und die Stadt verändert sich.

Der nächste Tag beginnt wieder früh, weil heute Inselhopping angesagt ist. Die Fähre bringt mich zuerst nach Procida. Es ist wunderbar hier und ich bedauere es schon etwas, dass ich nur einen halben Tag eingeplant habe.

Denn von hier aus geht es weiter nach Ischia. Viele Jahre hatten wir Reisen hierhin auf dem Programm, doch ehrlicherweise kann ich der Insel nichts abgewinnen – auch wenn ich mich bemühe und so viel wie möglich erkunde.

Am letzten Reisetag habe ich spontan noch einen Ausflug nach Pompeii eingebaut und auch hier merke ich schnell, dass ein halber Tag viel zu wenig ist. Ich erfreue mich an den vielen lustigen Aspekten und teilweise derben Darstellungen, sie so gar nicht zu dem Bild einer edlen antiken Stätte passen. Auch lerne ich mehr über die Toten: es Körper haben Hohlräume in der Asche gelassen, die mit Gips ausgegossen wurden.

In meinem großen Eifer habe ich ein Ticket gebucht, dass auch den Zutritt zur Villa der Mysterien beinhaltet. Hier gibt es vor allem ein beeindruckendes Fresko im typischen Rot-Ton.

Witzigerweise begegne ich unterwegs einer älteren Dame aus Heidelberg, die nun schon zum dritten Mal die Stätten besucht (zum ersten Mal war sie in den 70ern dort) und auch immer noch neue Dinge entdeckt. Es soll ihre letzte Reise sein, das hatte sie sich noch vorgenommen.

Bevor ich zurück nach Neapel fahre, mache ich noch einen Stopp bei der Villa Poppea in Oplontis. Sie gehörte mutmaßlich der zweiten Ehefrau von Kaiser Nero.

Der vorletzte Programmpunkt ist ein Besuch der Kathedrale mit dem ältesten Baptisterium der westlichen Welt.

Mein Abendessen suche ich mir in der Stadt. Dabei schaue ich mir auch die beeindruckende Galleria Umberto I an. Das Lichtspiel der untergehenden Sonne durch die vielen Fenster ist einfach nur spannend.

Und zu guter Letzt: Das Teatro di San Carlo ist das älteste Opernhaus, das noch in Betrieb ist. Es gibt hier nicht jeden Tag Aufführungen, aber ich habe Glück und erlebe einen spannenden Abend mit dem Soldaten von Igor Strawinsky und einem emotionalen Musikstück von Manuel de Falla.

Am Sonntag geht es nach erlebnisreichen Tagen wieder mit dem Zug zurück nach Karlsruhe, wo ich am späten Abend erschöpft und glücklich ankomme.

Wer etwas komfortabler unterwegs sein möchte, findet hier die richtigen Reisen: https://www.hirschreisen.de/reiseziele/italien/amalfikueste/

Julia Rößler testet gerne aus, wie weit sie innerhalb eines Tages mit dem Zug kommt – die Strecke von Neapel nach Karlsruhe hat gut funktioniert. Im Büro kommt sie nicht ganz so weit und kümmert sich dort vor allem um Norditalien, Deutschland und Asien.

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