Veröffentlicht am Autor , Jürgen Holzinger

10 Tage in Kroatien, Slowenien und Bosnien

1. Tag: Über die Alpen gen Süden
Zur geplanten Zeit kurz nach 6:00 Uhr fährt Michael Sieler am Busbahnhof vor. Das Gepäck ist schnell verladen. Unterwegs werden wir in Gruibingen noch zwei weitere Gäste aufnehmen. Wegen der geplanten Autobahnvollsperrung vor Pforzheim Ost müssen wir durch Pforzheim durch, doch das geht erstaunlicherweise sehr flott. Am Parkplatz Rübholz haben wir dann einen Fahrerwechsel. Herr Behrends übernimmt nun und wird uns auf der ganzen Reise chauffieren. Wir kommen sehr gut voran und machen Frühstückspause im Rasthof Edenbergen und die Mittagspause in Golling. Nun geht es dann auf der Tauernautobahn durch den Tauerntunnel (6546m) und Katschbergtunnel (5898m) nach Kärnten. Parallel zur Drau, dem Millstätter See und dem Ossiacher See geht es weiter Richtung Karawanken. Eine letzte Pause machen wir an der Karawankenraststätte Rosseg. Durch den in den Jahren 1986 bis 1991 errichteten Karawankentunnel (7864m) ist heutzutage eine einfache Anbindung der slowenischen Autobahn an Österreich gelungen. Auch vom Überschreiten der Grenze bekommt man nichts mit. Das werden wir in den nächsten Tagen noch anderes erleben.
Kurz nach 17:00 Uhr und 720 km haben wir das Tagesziel das Hotel Austria Trend in Ljubljana erreicht. Auf den letzten Metern steigt auch unser Reiseleiter für die nächsten Tage zu, Aleksander Stec aus Polen. Er kennt sich hier bestens aus.
Vom Zimmer sind wir angenehm überrascht. Es ist sehr geräumig mit begehbarem Schrank, Toilette vom Bad getrennt, durch Schiebetüren abgetrennter Teil für Gepäck oder als „Schreibzimmer“.
Für das Bier in der Bar werden hier sehr moderate Preise genommen. 3 EUR für 0,5l frisch gezapftes Stiegl Bräu.
Hier sind auch nur vier verschiedene Reisegruppen untergebracht, zwei davon aus Asien. An diese Touristen, vor allem ihren Gepflogenheiten beim Abendessen oder Frühstück, werden wir uns in den nächsten Tagen gewöhnen müssen.

2. Tag: Von Ljubljana nach Kroatien
Da das Hotel am Stadtrand liegt fahren wir erst einmal in die Innenstadt. Mit einer Städteführerin machen wir uns bei bestem Wetter auf den Stadtrundgang. Typisch für Hirsch Reisen ist die frühe Zeit zu der wir die Führung beginnen. Es ist noch wenig los, gegen später wird es schon deutlich voller.

Ljubljana ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Sloweniens. Im deutschsprachigen Raum, speziell in Österreich hat sich neben dem Namen Ljubljana auch der historische deutsche Namen Laibach gehalten. Von 3600 bis 3100 v. Chr. finden sich die frühesten Seebehausungen (Pfahlbauten) im Laibacher Moor. 1804 wurde Laibach Teil des neu proklamierten Kaisertums Österreich. Im Jahr 1849 wurde die Eisenbahnverbindung Laibach–Wien, die österreichische Südbahn, erbaut und 1857 als Verlängerung die Verbindung Laibach–Triest. Im Jahr 1861 erfolgte die Einführung der öffentlichen Gasbeleuchtung und 1890 der Bau der öffentlichen Wasserversorgung. Nach einem verheerenden Erdbeben verpflichtete sich Laibach 1895 zu einem modernen Aussehen. 1898 wurde die öffentliche elektrische Beleuchtung eingeführt. Drei Jahre später, 1901, folgte die Einführung der elektrischen Straßenbahn in Laibach.
Im Jahr 1945 wurde Ljubljana Hauptstadt der Volksrepublik Slowenien in der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien. Im Jahr 1991 konnte Slowenien nach 10 Tagen Krieg unter Vermittlung der EU gegen die Serben die Unabhängigkeit erreichen.
Der Dom St. Nikolaus im Zentrum der slowenischen Hauptstadt Ljubljana ist die Kathedralkirche des römisch-katholischen Erzbistums Ljubljana. Der barocke Dom ist dem Heiligen Nikolaus von Myra geweiht.

Da heute Sonntag ist und der Gottesdient stattfindet können wir ihn nicht besichtigen.Das Rathaus von Ljubljana wurde im späten 15 Jh. erbaut. Sein heutiges Aussehen erhielt es in den Jahren 1717-1719. Der umfassendste Umbau erfolgte 1963.

Am Flüsschen Ljubljanica haben sich auf beiden Seiten kleine Gasthäuser und Cafés angesiedelt in denen man den Durst stillen kann.

Die Preise für die Getränke sind auch hier angenehm niedrig, es gibt keinen „Touristenzuschlag“. Die Halbe Bier kostet 2,90 EUR.
Die Drachenbrücke mit den berühmten Drachenfiguren ist Ljubljanas bekanntestes Stadtsymbol. Es heißt: Erst wenn man sich mit einem der Drachen auf der Drachenbrücke fotografieren lässt, hat man Ljubljana wirklich besucht!

Kurz nach 12 Uhr geht es weiter. Nächstes Ziel ist die Adelsberger Grotte in Postojna, eine der größten Tropfsteinhöhlen Europas. Hier ist diese mehr unter dem Namen Postojnska Jama bekannt. Es ist nur eine halbe Stunde Fahrzeit da es über die Autobahn geht.
Hier sind mindestens 20 Busse aus Polen, Slowenien, Kroatien, Italien, aus Deutschland und Österreich zu finden. Selbst ein Bus aus Albanien der Asiaten „geladen“ hat ist auf dem Parkplatz und sogar Finn-länder scheuen nicht die lange Reise. Einer der Busse aus Österreich hat das Schild „Tulpenblüte in Slowenien“ an der Frontscheibe. Für den Bus aus Mödling sind diese Tulpen einfach deutlich näher als die in den Niederlanden.
Wir müssen nun aber warten bis unsere Führung beginnt. Um 15:00 Uhr nehmen wir an einer deutsch-sprachigen Führung zusammen mit den Österreichern „untertage“ teil.
Der erschlossene Teil dieser unterirdischen Zauberwelt zieht sich über 20 km durch den Karst und wird mit einem batteriebetriebenen Zug befahren. Der tiefste Punkt liegt 200 m unter der Erde. Bisweilen werden hier sogar Symphoniekonzerte veranstaltet.
Mit einem elektrischen Zug „fahren wir ein“. Die Führung durch die Höhle dauert ca. 1,5 h und findet mehrmals täglich statt. Nach dem Ausstieg aus dem Zug geht es 1,5 km zu Fuß durch gigantische Hallen an riesigen Tropf¬steinen vorbei und durch verschiedene Räume.


Die Besichtigung endet mit dem Einstieg in den Zug bei der Kongresshalle und mit der Rückkehr an die Oberfläche.
2017 gaben die Betreiber bekannt, dass in den vergangenen 200 Jahren insgesamt 38 Millionen Menschen die Höhle besucht haben. Es ist die besucherstärkste Schauhöhle Europas.
Die heute bekannten Abschnitte des Höhlensystems von Postojna umfassen mehr als 20 km und bestehen aus mehreren Höhlen. Die trockenen Abschnitte wurden größtenteils für die Besichtigung erschlossen, während die wasserführenden Höhlenteile schwerer zugänglich sind.
Nach der Ausfahrt aus der Höhle machen wir uns auf die Weiterreise über die slowenisch-kroatische Grenze nach Rijeka. Für die Ausreise und anschließende Einreise brauchen wir hier 20 Minuten da vor uns zwei weitere Busse warten. Wir verlassen hier ja den Schengen-Raum da zwar Slowenien aber nicht Kroatien dazugehört.
Bis nach Rijeka ins Hotel haben wir heute 150 km zurückgelegt. Angenehm ist, dass sich heute nur eine weitere Gruppe (aus Asien) im Hotel aufhält

3. Tag: Auf Winnetous Spuren
Um 8:15 Uhr geht es in der kroatischen Hafenstadt los Richtung Nationalpark Plitvicer Seen. Wir nehmen zuerst die A6 Richtung Karlovac. Wir biegen später auf der A1 ab nach Ogulin. Kurz danach machen wir eine kleine Pause.
Um 10 Uhr fahren wir von der Autobahn ab. Die kroatischen Autobahnen sind alle in einem sehr guten Zustand und es ist kaum was los. Die Mautgebühren sind sehr moderat.
Die Mautgebühren betragen 16 EUR. Nun geht es leider auf teilweise schmalen Straßen weiter.


Hier auf dem Land sieht man einige Gebäude bei denen die Kriegsschäden teilweise noch nicht beseitigt wurden. Wahrscheinlich wollen die Besitzer hier in der verlassenen Gegend nicht mehr leben. Ausser etwas Landwirtschaft und bescheidenem Tourismus gibt es hier nämlich keine Verdienstmöglichkeiten.
Gegen 11:20 Uhr haben wir den Nationalpark Plitvicer Seen erreicht. Er ist der flächenmäßig größte Nationalpark Kroatiens und zugleich auch der älteste Nationalpark Südosteuropas. Er wurde 1949 gegründet und befindet sich im hügeligen Karstgebiet Mittelkroatiens unweit der Grenze zu Bosnien und Herzegowina. Die Plitvicer Seen wurden 1979 als eines der ersten Naturdenkmäler weltweit in das UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen. Die Nationalparkverwaltung zählt jährlich etwa eine Million Besucher. Ein ziemlich grosser Teil davon war heute am 29. April dort. Der Eintrittspreis in der Gruppe beträgt 130 Kn pro Person.
16 türkisblaue Seen, neben- und untereinander, die durch Kaskaden und schäumende Wasserfälle miteinander verbunden sind: Im hügeligen Karst erwartet uns eines der großartigsten Naturerlebnisse Kroatiens!


Obwohl sich bereits sehr lange Schlangen am Eingang oder Kartenschalter gebildet haben und alle Parkplätze bereits hoffnungslos überfüllt sind werden weiter Karten verkauft. Es wäre wesentlich sinnvoller, die Zahl der Besucher pro Tag deutlich zu verkleinern und nur noch Karten über Vorverkauf per Internet anzubieten. Dadurch hätten die Besucher ein wesentlich schöneres Erlebnis dieses Nationalparks.
Wir sehen im nächsten Bild den großen Wasserfall (78m) und die riesige Schlange an Menschen die ihn aus der Nähe sehen wollen.


Weltberühmt wurden die Plitvicer Seen als Drehort vieler Karl-May-Verfilmungen, so 1962 als „Der Schatz im Silbersee“ hier gedreht wurde. Er ist im nächsten Bild zu sehen.


Um 13:15 Uhr haben wir die lange Schlange vor der Anlegestelle der Elektroboote erreicht. Jedes dieser Boote hat eine Kapazität von 100 Personen. Leider sind aber hunderte vor uns. Und von hier muss man mit dem Boot weiter, eine Alternative gibt es nicht.
Kurz nach 14:30 Uhr schafft es die ganze Gruppe dann auf ein Boot.

 


Nach einer kurzen Stärkung im Selbstbedienungsrestaurant nehmen wir dann die nächste Etappe in Angriff, das Suchen des Busparkplatzes und unseres Busses. Herrn Behrends ging es heute auch nicht besser als uns, er stand auch ewig im Stau bis er endlich einen Platz für den Bus gefunden hatte. Um 16:30 Uhr können wir dann weiterfahren. Ziel ist der Küstenort Zadar. Das sind nochmals 130 km, insgesamt waren es heute 320 km.

Zwei Stunden später sind wir bereits im Hotel Kolovare. Es liegt direkt am Wasser, nur durch eine Anliegerstrasse vom Meer getrennt.
Hier stehen acht weitere Busse vor dem Hotel. Es muss wohl jedes der 191 Zimmer belegt sein.

4. Tag: An der dalmatischen Küste
Am nächsten Morgen sind wir frühzeitig unterwegs so dass wir die Führung durch Zadar noch ohne Menschen¬massen machen können. Wir betreten die Altstadt durch das sog. Landtor, einem der beiden noch vorhandenen Stadttore.
Dreh-, Angelpunkt und absolutes Highlight ist der lebhafte Altstadtkomplex, der sich auf einer Halbinsel, getrennt von der Neustadt befindet. Ein Spaziergang durch die Altstadt gleicht einer Zeitreise durch die verschiedenen Epochen der spannenden 3000-jährigen Geschichte. Überreste römischer Bauwerke, alte Stadtmauern und -tore aus dem Mittelalter, bis hin zu den modernen Sehenswürdigkeiten an der Nord¬spitze der Halbinsel, dem Platz Gruß an die Sonne und der Meeresorgel sind nur einige Stationen bei unserem „Museumsbesuch“ unter freiem Himmel.


Die römisch-katholische Kirche des Heiligen Donat im historischen Zentrum von Zadar (Kroatien) neben der Kathedrale Sv. Stošija entstand am Anfang des 9. Jahrhunderts. Die zweigeschossige Rundkirche des heiligen Donat gilt als das besterhaltene kroatische Baudenkmal aus altchristlicher Zeit. Sie ist ein Symbol der Stadt Zadar.
Die Meeresorgel ist etwas das man nicht sieht, man aber bei entsprechendem Wellengang bereits von weitem hört. Auf einer Länge von 60 m erstrecken sich die Stufen, die bis ins Meer hinab führen. 35 Rohre, an deren Ende sich sogenannte Labiume (Pfeifen) befinden, sind senkrecht zum Ufer verbaut. Durch den Druck der Wellen entsteht Luftdruck, der das Naturorchester in 7 Akkorde in 5 Tönen erklingen lässt.
Wir kommen weiter zur grössten Kathedrale in Dalmatien. Ihre ältesten Teile sind eine altchristliche Basilica, wobei ihr heutiges Aussehen – die romanische Kirche, im 12 Jh. entstand. Zur Zeit der Kreuzzüge und der Besetzung der Stadt 1202 wurde die Kathedrale beschädigt doch später wieder erneuert und verlängert.


Nach dem zweistündigen Rundgang fahren wir weiter zum Nationalpark Krka. Bis nach Skradin geht das auf der Autobahn. Um 11:45 Uhr haben wir das untere Ende der Krka-Fälle erreicht. Die Parkplätze sind gut gefüllt. Wir fahren aber weiter zum oberen Ende. Diese Idee hatten und haben aber am heutigen Tag aber auch tausende anderer Individualtouristen und unzählige Busse. Die Idee mit dem Würstchen¬imbiss aus der Busküche müssen wir verschieben, da uns das von den Offiziellen in der Schlange der Busse nicht gestattet wird. Leider mussten wir aber 45 Minuten in der Busschlange warten, ohne dass sich der Bus auch nur einen Zentimeter bewegt hätte. Um 12:45 kommt dann unser Bus an die Reihe, wir können die einspurige Straße die uns zu den Wasserfällen bringt, befahren.


Wir können froh sein, dass wir „nur“ warten müssen bis unser eigener Bus zusammen mit zehn öffentlichen Bussen herunterfahren darf und dass wir nicht noch einen Platz in einem dieser Busse erkämpfen müssen.
Auch hier muss man leider sagen, waren es zu viele Menschen die alle gleichzeitig die Holzstege begangen haben. Jeder will mal fotografieren und es gibt keine „Einbahnregelung“ auf den Holzstegen. Es ist schon verwunderlich dass niemand ins Wasser gefallen ist.
Es muss aber auch hier gesagt werden, dass sich der Besuch des Nationalpark Krka trotz der vielen Menschen gelohnt hat.
Die Würstchen mussten dann halt leider bis 15:30 Uhr warten bis wir in Sibenik waren. Sie haben aber auch dort noch geschmeckt.


Die Kathedrale des Heiligen Jakob ist das bedeutendste Bauwerk von Šibenik.

Wir haben nun nur noch wenige Kilometer bis zum malerischen Urlaubsort Vodice – es ist der Nachbarort von Sibenik. Die Kleinstadt mit Ihren fast 9.000 Einwohnern zählt zu den beliebtesten Urlaubsdestinationen im mittleren Kroatien.
Unser Hotel (Olympia mit 241 Zimmern und Appartements) liegt heute direkt am Strand. Die noch etwas niedrigen Wassertemperaturen halten aber alle davon ab, einmal ins Wasser zu gehen.


Abendlicher Blick auf die Altstadt von Vodice.

5. Tag: Trogir und Split
Da wir direkt an der Küste entlang fahren, sehen wir „Austernfarmen“. Diese werden wir den ganzen Tag immer wieder sehen.


Unseren ersten Stopp machen wir heute in Trogir wo wir uns die Kathedrale anschauen.


Anschliessend machen wir uns auf den kurzen Weg nach Split. Der Diokletianpalast (kroatisch Dioklecijanova palača) ist ein antiker Baukomplex, der als Alterssitz für den römischen Kaiser Diokletian diente, welcher als einziger römischer Kaiser 305 n. Chr. freiwillig aus dem Amt schied, gemeinsam mit seinem Mitkaiser Maximian. Der Diokletianpalast bildet heute die Innenstadt der kroatischen Hafenstadt Split und wurde nach der Römerzeit zu einer bewohnten Festung umgewandelt, welche in der Folge an unterschiedliche kulturelle Einflüsse angepasst wurde. Zahlreiche Gebäude oder bautechnische Veränderungen aus unterschiedlichen Epochen zeugen von der lebhaften Geschichte der Stadt Split. Die UNESCO erklärte den Innenstadt-Bereich des Diokletianpalastes im Jahr 1979 zum Weltkulturerbe. Zahlreiche schmale Gässchen ziehen sich durch den Palast.

Wir sehen oben die Südseite des Palastes der auf den Hafen zeigt. Im folgenden Bild haben wir den Syrischen Bogen im Peristyl innerhalb des Palastkomplexes.

Alle Längs- und Quersträßchen in dem Palast sind ziemlich schmal wie man hier erkennen kann.


Zuerst kommen wir flott voran, doch dann stockt es wieder wegen eines Unfalls. Auch hier verlieren wir eine gute halbe Stunde Zeit.
Die nächsten Bilder zeigen eines der fruchtbarsten Gebiete Dalmatiens, das Neretva Delta.


Das Delta der Neretva spielt eine große Rolle für die Landwirtschaft im südlichen Teil des Landes, da es zu den wenigen bewässerten und sehr fruchtbaren Ebenen der Region gehört. Seit 1881 und in größerem Maß nach 1945 wurden große Teile der Sumpflandschaft trockengelegt und so für die Land-wirtschaft nutzbar gemacht. Riesige Obst- und Gemüseplantagen prägen das Landschaftsbild und auf manchen Feldern wird sogar Reis angebaut. Das fruchtbare Schwemmland der Neretva ist der ideale Nährboden für Mandarinen, Orangen, Pfirsiche und Kiwis. Bis zu drei Ernten im Jahr sind möglich.
Nach wenigen Minuten sehen wir zum ersten Mal auch größere Weinberge wie wir sie aus unseren Gegenden gewohnt sind.


Kurz nach 17 Uhr erreichen wir die nächste Grenze vor der Ortschaft Neum. Der Neum-Korridor bildet den einzigen Zugang des Landes Bosnien und Herzegowina zum Meer.
Der rund 5000 Einwohner große Ort Neum liegt in einer kleinen, von der Halbinsel Pelješac geschützten Bucht. Der Ort hat die höchste durch¬¬schnittliche Jahrestemperatur in ganz Bosnien und Herzegowina. Er liegt in einer an ihrer schmalsten Stelle fünf Kilometer breiten Landzunge, die den südlichsten Teil Kroatiens (den um Dubrovnik und bis zur Grenze nach Montenegro) vom übrigen Kroatien trennt. Die Ausreise bzw. Einreise geht glücklicherweise ziemlich flott voran.
Der Neum-Korridor stellt nach dem EU-Beitritt Kroatiens nämlich einen wesentlichen Verkehrsengpass dar. An dieser Stelle wird nicht nur ein Teil des zusammenhängenden kroatischen Territoriums, sondern auch die gemeinsame EU-Außengrenze in einem Abschnitt von weniger als 10 km unterbrochen.
Heute gibt es in Neum sechs Hotels und eine große Zahl von privaten Pensionen. Außer ein¬heimischen Gästen über¬wiegen, wie auch sonst in kleineren Orten an der mittleren Adria, Touristen aus den Ländern des ehe¬maligen Ostblocks, vor allem Polen, Tschechen und Slowaken, zum Teil kommen auch deutsche und österreichische Touristen.
Wir machen eine kurze Pause an einem der beiden großen Hotels bei denen es auch einen „Zoll-frei-Laden“ gibt. Aber hier sind die angebotenen Waren auch nicht wesentlich günstiger als bei uns.
Bei uns klappt die Wiedereinreise nach Kroatien sehr schnell, in der Gegenrichtung gibt es aber einen mehrere Kilometer langen Stau in dem auch einige Busse stehen.


Als wir Dubrovnik erreicht haben liegt im Hafen noch die Crown Princess (290m lang, 3.080 Passagiere). Mit vielen Kreuzfahrern müssen wir auch morgen bei unserem Rundgang rechnen.

Gegen 19:30 Uhr haben wir unser Hotel in Dubrovnik erreicht. Im Gegensatz zu den letzten sehr großen Hotels ist das Lero deutlich kleiner, es sind nur zwei weitere Reisegruppen dort untergebracht. Heute hatten wir eine Fahrstrecke von 340 km, aber auch einige ungeplante Staus auf den Straßen.

6. Tag: Dubrovnik – „Perle am Meer“
Dubrovnik, früher als Republik Ragusa bekannt, ist eine Stadt im südlichen Ende von Kroatien. Die Stadt wird aufgrund ihrer kulturellen Bedeutung und der jahrhundertelangen politischen Sonderstellung oft auch als „Perle der Adria“ bezeichnet. Im Jahr 1979 wurde die gesamte Altstadt von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Stadt hatte bei der Volkszählung 2011 42.615 Einwohner.
Neue archäologische Funde bezeugen, dass auf dem Felsen, der in der Antike Ragusa genannt wurde, im 3. Jahrhundert v. Chr. eine illyrische Siedlung existierte.
Im Kroatienkrieg wurde die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Stadt von serbisch-monte-negrinischen Streitkräften belagert und massiv beschossen. Laut dem Kroatischen Roten Kreuz kamen dabei insgesamt 114 Zivilisten ums Leben. Die materiellen Schäden sind mittlerweile fast vollständig behoben und die Stadt gilt wieder als das beliebteste Urlaubsziel in der Region.
Dubrovnik gilt als eine der schönsten Städte des Mittelmeerraumes und ist ein Zentrum des Fremden-verkehrs.
Die Stadtmauern von Dubrovnik sind 1940 Meter lang sowie bis zwischen drei und sechs Meter breit und (gegen eine Gebühr von 150 Kn, ca. 21 EUR) komplett begehbar. Sie sind das besterhaltene Fortifikationssystem in Europa und umfassen einen perfekt erhaltenen Komplex öffentlicher und privater, sakraler und säkularer Bauwerke aus allen Perioden der Stadtgeschichte, beginnend mit seiner Gründung im 7. Jahrhundert, sowie den Stadthafen von Dubrovnik.
Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten sind: Die Hauptpromenade (der „Stradun“ oder Placa), der Fürsten-Palast, die Kirche des Hl. Blasius (sv. Vlaho), die Kathedrale Mariä Himmelfahrt, das Zollhaus und das städtische Rathaus hervorgehoben, sowie das im 13. Jahrhundert gegründete Dominikanerkloster und das Franziskanerkloster aus dem 14. Jahrhundert. Hier befindet sich auch eine mittelalterliche Apotheke, aus dem Jahr 1317, eine der ältesten Europas.
Wir werden heute von Stadtführer Rokko betreut. Wir betreten die Altstadt durch das Pile-Tor.


Wir kommen nun auf einen Platz der von der Erlöserkirche und der Franziskanerkirche sowie vom Onofrio-Brunnen beherrscht wird. Der Brunnen wurde im 14 Jahrhundert errichtet anlässlich der Beendigung der Arbeiten zum Bau der Wasserleitung im Jahre 1438, und der Versorgung von Quell-wasser aus der etwa 12 km entfernten Quelle der Rijeka.


Auf der Hauptpromen¬ade ist zwar einiges los, doch sind noch nicht alle Kreuz¬fahrtpassagiere einge-troffen. Nur vor der Altstadt, wo permanent die Busse zwischen Hafen und hier pendeln, ist die Hölle los. Die Aida Blu und die MSC Lirica liegen bereits vor Anker, um die Mittags¬zeit wird noch die Costa Luminosa anlegen.


Wir betreten das Franziskanerkloster, werfen einen Blick in Museum, Kreuzgang und den Klostergarten. Wir sehen auch die älteste Apotheke in Europa aus dem Jahr 1317 die heute noch in Funktion ist.


Die Kirche Sveti Vlaho zählt zu den größten der Stadt Dubrovnik.


Der Fürsten- oder Refektorenpalast (rechts) ist eines der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der weltlichen Architektur an der kroatischen Küste. Wir sehen im Hintergrund die Seilbahn auf den Hausberg Brd Srd von Dubrovnik. Unsere Führung endet im Alten Hafen. Nun kann jeder den restlichen Tag frei planen, eine Rundfahrt mit einem Boot oder Schiff, die Umrundung der Altstadt auf der Stadtmauer oder die Fahrt auf den Berg sind möglich.
Wir werden die ersten beiden Möglichkeiten machen.
Im nächsten Bild sehen wir den Hafenbereich und die Türme von Franziskaner- und Dominikanerkloster, die Stadtmauer von der Seeseite und

 


Wir sehen hier die Festung Lovrijenac aus dem 14. bis 16. Jahrhundert. Sie spielte in der Vergangenheit eine große Rolle bei der Verteidigung der Stadt.
Anschließend machen wir noch eine Umrundung von Dubrovnik auf der Stadtmauer.

7. Tag: Die Brücke von Mostar
Den ersten Teil der Strecke kennen wir bereits. An der Küste entlang geht es zuerst einmal nach Neum. Unser Reiseleiter Herr Stec hat einen kurzen Abstecher nach „China“ eingeplant.
Durch Baustellen und einen Unfall verlieren wir aber bereits auf der ersten Etappe so viel Zeit dass wir darauf verzichten müssen. Es bleibt nur der Blick aus der Ferne.


Es handelt sich um Europas längste Stadtmauer. Und nach jahrzehntelanger Renovierung ist sie im Jahre 2010 erstmals in voller Länge auch für Touristen zugänglich. „Stoner Mauern“, wie sie offiziell heißen, wurden im 14. Jahrhundert von der Stadtrepublik Dubrovnik errichtet, die damals im Mittelmeerraum fast so mächtig wie ihr großes Vorbild Venedig war. Damit wurde der Eingang zur Halbinsel Peljesac abgesperrt und die Salzgewinnung in Ston geschützt. „Salz besaß damals die Bedeutung wie heute das Erdöl“. „Dubrovnik bezog ein Drittel seiner Einnahmen aus dem Salzverkauf.“
Um 10:00 Uhr betreten wir in Neum Bosien und Herzegowina heute zum ersten Mal und wenige Minuten später geht es wieder nach Kroatien zurück. Nächstes Ziel ist das fruchtbare Neretvadelta.
Wir fahren heute aber ins Landesinnere Richtung Mostar weiter. Wir folgen dem Lauf des Flusses. In Metkovic verlassen wir heute Kroatien zum zweiten Mal. Nach ca. 5 Minuten geht es hier weiter.
Bei der Einreise nach Bosnien und Herzegowina dauert es dann 30 Minuten, es sind noch einige Busse vor uns. Herr Behrends und Herr Stec müssen hier mit allen Papieren incl. unserer Ausweise in der Schlange vor dem Container der Grenze Schlange stehen. Wir dürfen nur ganz kurz den Toiletten-container aufsuchen, dann in den Bus zurück. Verglichen mit allen anderen Grenzstationen ist es hier schon etwas ärmlich. Um 11:55 Uhr geht’s dann weiter.
Das Land Bosnien-Herzegowina bildet den zentralen Teil des früheren Jugoslawien. Die Region war im Mittelalter Teil des osmanischen Reiches. Entsprechend findet man hier neben den katholischen Kroaten und den orthodoxen Serben auch muslimische Bosnier. Diese Mischung bestimmte für Jahrhunderte das Leben in der Region, war aber auch Anlass für die ethnischen Konflikte während des Bosnienkrieges 1992-1995.


Wir folgen weiter dem Lauf der Neretva und sehen dass hier viel Ackerbau betrieben wird. Es gibt auch große Rebanbauflächen.
Bosnien und Herzegowina gehört immer noch zu den wirtschaftlich schwächeren Regionen. Nach dem Ende des Bosnienkriegs kam es zunächst zu einem kontinuierlichen Wirtschaftswachstum. Die strikte Geldpolitik, die einen festen Wechselkurs der Konvertiblen Mark zum Euro beinhaltet, trug zur Stabilität der Währung bei. Haupthandelspartner von Bosnien und Herzegowina ist die Europäische Union mit einem Anteil von etwa 50 Prozent. Österreich ist wertmäßig der größte ausländische Investor vor Slowenien. Man schätzt, dass die Arbeitslosenquote bei über 20% liegt. Die Korruption ist leider immer noch stark vertreten.
Als wir um 12:40 Uhr den Busparkplatz von Mostar erreichen müssen wir erkennen dass wir hier nicht die einzigen sind. 30 Busse sind bereits da.
Da Mostar rund herum von Bergen umgeben ist kann man verstehen dass es ein leichtes Spiel für die Angreifer war, die Stadt unter Beschuss zu nehmen. Mostar (serbisch-kyrillisch Мостар) ist die größte Stadt der Herzegowina, des süd¬lichen Teils von Bosnien und Herzegowina, sowie die sechstgrößte Stadt des Landes.
In Mostar zieht es uns zur weltberühmten Brücke, einem Sinnbild für Zerstörung und Wiederaufbau. Am 9. November 1993 brachten Granaten der kroatischen Artillerie diese schönste Brücke auf dem Balkan zum Einsturz. Stein für Stein entstand eine Kopie – und der erste Schatz des UNESCO-Welterbes, bei dem auch die Rekonstruktion eines zerstörten Denkmals gewürdigt wurde.


Zu beiden Seiten der Stari Most (Alte Brücke) drängen sich Geschäfte, Marktstände und unzählige kleine Lokale.


Für das viele „Schlangestehen“ an den vergangenen Tagen bekommen wir heute eine Entschädi¬gung. Auf Kosten der Firma Hirsch werden wir in eines der typischen kleinen Lokale hier in Mostar eingeladen. Die Ćevapčići haben sehr gut geschmeckt. Ebenso das lokale Bier und der „Bosnische Kaffee“ – so heißt der Türkische Kaffee hier. Alles wurde in einer Schnelligkeit „aufgefahren“ die man nicht erwartet hätte.


Um kurz vor 16 Uhr verabschieden wir uns von Mostar und den inzwischen deutlich weniger gewor-denen Touristen. Die meisten müssen wieder an die dalmatinische Küste zurückfahren da sie nur einen Tagesausflug gemacht haben.
Wir dagegen fahren weiter nach Sarajevo. Leider bleiben wir aber zuerst in einer Baustelle hängen aus der wir Dank des fahrerischen Könnens von Hr. Behrends nach einigem Rangieren wieder heraus-kommen. Die Beschilderung war etwas problematisch oder nicht vorhanden. Leider dauert es dann nochmals länger bis wir dann endlich wieder auf der Hauptstraße sind. Ohne Ampel und Kreisverkehr braucht man bei dem hohen Verkehrsaufkommen halt seine Zeit. Obwohl wir nur 125 km bis Sarajevo fahren müssen, gehen wir von gut zwei Stunden Fahrzeit aus, da diese außer auf wenigen Kilometern auf zweispurigen Straßen zurückgelegt werden müssen.
Die ersten 20 Kilometer hinter Mostar ging es flach durch ein breites Tal, vor Jablanica verengt sich das Tal dann, die Strecke wird hügeliger und landschaftlich sehr schön, immer entlang der Neretva eingerahmt von hohen Bergen. Es gibt hier viele schlecht oder gar nicht beleuchtete Tunnel mit schlechtem Fahrbahnbelag. In einem dieser dunklen Tunnels arbeiten sogar ein paar kaum zu sehende Straßenarbeiter.
Zum ersten Mal auf unserer Reise kommt es auch zu stärkeren Regenfällen. Kurz nachdem wir im Kanton Sarajevo sind können wir ein kleines Stück unseres Weges auf einer ganz neuen Autobahn zurücklegen. Leider fehlt das Geld diese Richtung Mostar weiterzubauen. Um 18:30 Uhr haben wir nach 270km den Vorort Ilidza erreicht in dem unser Hotel liegt. Wir können sofort erkennen dass wir nicht die einzige Reisegruppe sind denn es stehen bereits sieben andere Busse auf dem Parkplatz. Es werden noch einige hinzukommen. Wir beeilen uns mit unserem Gepäck ins Hotel zu kommen denn dunkle Regenwolken stehen schon länger am Himmel. Und die Niederschläge werden dann für einige Stunden nicht mehr aufhören. Im großen Empfangsbereich vor der Rezeption ist die „Hölle los“. Es sind einige Schwimmsportgruppen hier. Das muss wohl daran liegen dass das Hotel ein Hallenschwimmbad in den Ausmaßen 25m x 12m hat und einige weitere Sporthallen hat. Das Hotel hat 418 Zimmer.

8. Tag: Bosnische Metropole Sarajevo
Wir haben am nächsten Morgen viel Glück mit dem Wetter. Wir fahren zuerst einmal mit dem Bus in die Innenstadt. Als wir hier mit unserem Stadtführer Daniel aussteigen hat es aufgehört zu regnen, teilweise zeigt sich sogar die Sonne.
Sarajevo ist Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, liegt inmitten des Dinarischen Gebirges am Fluss Miljacka. Zu den städtischen Geschichtsmuseen im Zentrum zählt das Museum Sarajevo 1878–1918.
Drei Ereignisse machten Sarajevo weltweit bekannt: das Attentat von Sarajevo vom 28. Juni 1914, bei dem Gavrilo Princip den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand ermordete, die Olympischen Winterspiele 1984 und die Belagerung durch Truppen der Vojska Republike Srpske während des Bosnienkrieges 1992 bis 1995. Die Schäden die durch diesen Krieg angerichtet wurden sind zum großen Teil behoben.
Die Baščaršija ist ein Basar und das historische Stadtzentrum der bosnischen Hauptstadt Sarajevo. Hier werden wir die nächsten zwei Stunden verbringen. Mitten auf der für den Straßenverkehr gesperrten Baščaršija befindet sich der Sebilj, ein öffentlicher Brunnen.


Durch die Gässchen dieses Basars gehen wir nun.


Das Gebäude mit den Kuppeln ist das Brusa Bezistan Museum.
Auf dem nächsten Bild sehen wir im Hintergrund das 47m hohe Minarett der Gazi-Husrev-Beg-Moschee, verkürzt auch Begova-Moschee von 1530/31 in Sarajevo ist die größte und eine der ältesten Moscheen Bosnien und Herzegowinas.


Nur in der Altstadt von Sarajevo und in Jerusalem finden sich in weniger als 200 Metern Entfernung Kirchen, Moscheen und Synagogen. Juden, Katholiken, Orthodoxe und Muslime leben auf engstem Raum zusammen.

Die Lateinerbrücke auf dem nächsten Bild ist eine osmanische Steinbogenbrücke über die Miljacka im Stadtzentrum von Sarajevo. Zu Zeiten Jugoslawiens war sie nach Gavrilo Princip, dem Attentäter auf Erzherzog Franz Ferdinand, benannt. Auch das Attentat fand hier.


Kurz nach 11 Uhr starten wir hier um nach Zagreb zu fahren. Von den 400km werden wir die Hälfte auf zweispurigen Straßen zurücklegen. Das erste größere Ziel ist Zenica, dann Doboj und die Grenze bei Bosanci bzw. Slavonski Brod. Der Rest ist dann Autobahn.
Nach 2 ½ Stunden machen wir an der Hifa-Tankstelle an der Kreuzung M4 mit M17 unsere Rast. Heute müssen wir wieder auf die Busküche zurückgreifen da wir nur durch kleinere Ortschaften ohne größere Verpflegungsmöglichkeiten kommen. Hier verläuft auch die Grenze zwischen der Föderation Bosnien und Herzegowina und der Republika Srpska.
Um 14:15 Uhr geht’s weiter und um 15:30 stehen wir dann in der Schlange vor der Grenze in Brod. Als unser Bus „an der Reihe ist“ müssen wir alle aussteigen und unseren Ausweis dem Grenzer in der Zollstation zum Abscannen „reinreichen“. Anschliessend können wir wieder raus und warten bis der Bus „durchgewunken“ wird. Mit unserem Bus fahren wir nun über sie Save zum Einreisen nach Kroatien. Dort müssen wir wieder aussteigen, dieses Mal erfolgt das Abscannen der Ausweise aber in der Zollstation und wir müssen alle drinnen warten bis der Bus vorfahren darf.
Zusammengenommen haben die Grenzformalitäten 65 Minuten gedauert. Auf der Autobahn nach Zagreb ist wie zu erwarten nichts los und wir kommen flott voran. Nach nicht einmal 2 Stunden sind wir im Hotel. Das Hotel Panorama bezeichnet sich selbst als das höchste Hotel in Kroatien. Es hat auf mindestens 15 Stockwerken 228 Zimmer und 51 Appartements. Leider sind auch hier wieder einige weitere Reisegruppen untergebracht. Der Mannschaftsbus von Hajduk Split steht auch vor dem Hotel.
Nach dem Abendessen schauen wir uns etwas die Umgebung des Hotels an. Es gibt hier unzählige kleine Kneipen. Hier bekommt man eine frisch gezapfte Halbe für 15 Kn = 2,10 EUR.

9. Tag: Beschauliche Hauptstadt
Zagreb ist die im Nordwesten Kroatiens gelegene Hauptstadt des Landes. Charakteristisch für Zagreb ist seine österreichisch-ungarische Architektur aus dem 18. und 19. Jh. In der Oberstadt Gornji Grad befindet sich die Kathedrale mit den Zwillingstürmen und die St.-Markus-Kirche mit dem bunten Dach. Ganz in der Nähe liegen die zahlreichen Straßencafés der Fußgängerstraße Tkalčićeva Ulica. In der Unterstadt Donji Grad gibt es den Hauptplatz Ban Jelačić, nächstes Bild, sowie Geschäfte, Museen und Parks.


Die St.-Markus-Kirche ist die katholische Pfarrkirche der Oberstadt Gornji Gradon. Die romanischen Fenster, die unter ihrer Fassade an der Südseite entdeckt wurden, lassen darauf schließen, dass eine erste Kirche im frühen 13. Jahrhundert erbaut wurde, vermutlich mit basilikalem Querschnitt.


Der Lotrscak-Turm ist neben der Markuskirche die größte Sehenswürdig¬keit der Oberstadt. Das fällt einem im ersten Moment optisch nicht auf, doch ein Blick in die Geschichtsbücher und das Wissen um eine tagtägliche Zeremonie die im Lotrscak-Turm stattfindet rechtfertigt die Aussage. Die Kanone im Turmgebäude feuert punkt¬genau um 12 Uhr einen Schuss ab
Es soll Einheimische geben die ihre Uhren nach dem Knall stellen. Der Turm ist das letzte Überbleibsel des südlichen Stadttors. Er dient seit dem 13. Jahrhundert als Wehrturm.
Wir haben nun einige freie Zeit. In der Unterstadt gibt es unzählige Möglich¬keiten Hunger und Durst preisgünstig zu stillen. Die Preise sind alle moderat.
Bei dem schönen Wetter ist im Inneren der Lokale wenig los, die Gäste sitzen alle im Freien.
Die Kathedrale von Zagreb „Kathedrale der Himmelfahrt der seligen Jungfrau Maria und der heiligen Stephan und Ladislaus“) in der kroatischen Hauptstadt Zagreb zählt mit ihren beiden weit sichtbaren Türmen zu den höchsten Gebäuden Kroatiens und zum nationalen Kulturgut. Sie ist die Bischofskirche des römisch-katholischen Erzbistums Zagreb.


Mehrfach im Lauf seiner Geschichte beschädigten Erdbeben den Dom. Das Beben von 1880 war so stark, dass das Hauptschiff und der Glockenturm einstürzten. In den folgenden Jahrzehnten litt der Dom schwer unter Witterungseinflüssen, Luftverschmutzung und Vernachlässigung in der kommunistischen Zeit. Die filigrane Bauplastik vor allem an der Turm¬fassade ging zu großen Teilen verloren. 1990 begann eine aufwendige Erneuerung, die bis heute andauert.
Damit neigt sich diese Studienreise durch große Teile des ehemaligen Jugoslawiens dem Ende zu. Wir verabschieden uns von unserem Reiseleiter Aleksander Stec der mit seinem umfangreichen Wissen keine Frage an all den Tagen offengelassen hat. Er tritt heute am frühen Abend seinen Rückflug nach Warschau an, für uns steht morgen dann die über 800 km lange Rückfahrt an.

10. Tag: Heimreise
Zagreb – Rückfahrt durch Slowenien, über Villach – Salzburg – München nach Karlsruhe. Da es ausser im Großraum München wenig Verkehr gibt kommen wir gut voran. Mit Pausen kurz hinter Ljubljana, in Golling und Augsburg meistern wir die Etappe. Herr Behrends verlässt uns an der Raststätte Denkendorf. Er hat uns sehr sicher auf den über 3.220 km gefahren. Mit Herrn Sieler geht es nun auf die letzten Kilometer. Gegen 20:00 Uhr sind wir dann auf dem Karlsruher Busbahnhof der heute erstaunlich leer ist.