Studienreisen mit Hirschreisen - Ile de France
„In einem Zeitraum von drei Jahrhunderten … wurden in Frankreich mehrere Millionen Tonnen Steine für den Bau von 80 Kathedralen, 500 großen Kirchen und einigen zehntausend Pfarrkirchen gehauen. Das bedeutet, dass … mehr Steine hin- und hergekarrt wurden als zu irgendeiner Zeit im alten Ägypten.“ So beginnt Jean Gimpel sein hervorragendes Buch über die „Kathedralbauer“. Die gotische Baukunst entstand in der Umgebung von Paris und entfaltete hier im 13. Jahrhundert ihre volle Blüte. Die Städte der Ile de France, der angrenzenden Picardie und Champagne wetteiferten um den schönsten Kirchenbau. Auf unserer Studienreise bestaunen wir die Leistung der mittelalterlichen Baumeister.
Alles begann in St. Denis, der Grablege der französischen Könige: Hier läutete Abt Suger mit seinen revolutionären Bauideen und einem ganz eigenen theologischen Programm die Gotik ein – alsbald folgten viele Bischöfe seinem Vorbild. Die einzigartige Kathedrale von Chartres mit ihren reich geschmückten Portalen und dem kompletten mittelalterlichen Fensterzyklus gilt als die besterhaltene Frankreichs. Viele bedeutende Zeitgenossen, von Richard Löwenherz bis Philippe Auguste, aber auch die Handwerkszünfte der Stadt stifteten für den Bau, der als Zentrum des Marienkults in Frankreich wichtiges Pilgerziel war.
Amiens, die Hauptstadt der Picardie, rühmt sich mit der größten gotischen Kathedrale Frankreichs – die Mittelschiffgewölbe erreichen erstaunliche 43m! Das in äußerst kurzer Bauzeit errichtete Meisterwerk beeindruckt durch den homogenen Stil, wirkte auch auf die deutsche Gotik und diente als Vorbild für den Kölner Dom. In Beauvais wollte man Amiens noch übertreffen. Doch das gigantische Unternehmen geriet zur Tragödie: Mehrfach stürzten die Gewölbe ein, und die Kathedrale der Superlative blieb unvollendet. Allein der Chor ist erhalten und scheint mit den Gesetzen der Schwerkraft zu spielen.
Nicht nur Kathedralen gilt es in der Ile-de-France zu entdecken. Die malerischen Städte Senlis und Provins beeindrucken mit mittelalterlichem Flair, die zahlreichen Schlösser mit höfischem Glanz. In Chantilly und Vaux-le-Vicomte wandeln wir durch die barocke Gartenpracht Le Nôtres, im gewaltigen Schloss Fontainebleau durch die wunderbaren Renaissancesäle und die Gemächer Napoleons.
Der Hirsch-Tipp: Hier kann man sich die herrlichen Glasfenster der Kathedrale von Chartres im Detail angucken: http://12koerbe.de/azur/chartres.html
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